Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  9. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  10. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  11. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  12. R.I.P. Martin Lohmann
  13. "Hassprediger und Hofnarr"
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...

Eine kleine Mitra für den Pfarrer

20. Juli 2020 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Pfarreien werden über Kurz oder Lang räumliche Ausdehnungen annehmen, die nur noch der Verwaltung, nicht aber der Seelsorge zuträglich sind - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Der Titel dieses Montagskicks geht auf einen alten Witz zurück, der einen wahren Kern hat. Ob man denn nicht, wenn ein Domkapitular - statt eines Weihbischofs - zur Firmung käme, diesem nicht wenigstens eine kleine Mitra geben könne, fragte eine Dame aus dem Pfarrgemeinderat bei der Visitation den anwesenden Bischof. Die Antwort des Bischofs ist nicht überliefert.

 

Der Grund dafür diesen Titel zu wählen, ist kein Witz. Erneut kommt mit Freiburg derzeit ein Bistum in die katholischen Schlagzeilen, die ihre Pfarreien zu sogenannten XXL – Pfarreien zusammenlegen will. XXL ist eine Kleidergröße für recht großzügig gebaute Menschen. In logischer Konsequenz wäre die XXL- Pfarrei eine Pfarrei die einen großzügig gebauten, anders gesagt, sehr lebendigen Glauben hat. Weit gefehlt! Die XXL- Pfarrei ist in Wirklichkeit eher eine XXXS- Pfarrei. Seelsorge und Sakramentenspendung sind in der Fläche längst massiv ausgedünnt. Im Schnitt geht in Deutschland nicht einmal jeder zehnte Katholik regelmäßig in die Sonntagsmesse. Das hat Folgen.


 

Die Größe XXL für Pfarreien bezieht sich daher ausschließlich auf die xxl-große Anzahl der getauften und (noch) nicht aus der KdöR kath. Kirche ausgetretenen Personen. Dabei haben diese Verwaltungseinheiten schon mal locker eine Größe von 20.000 und mehr Mitgliedern. Nach der gescheiterten Pfarreideformation im Bistum Trier dürfte nun klar sein, dass man die Laien nicht dadurch stärkt, indem man ihnen die Aufgaben ihrer Priester aufbürdet. Die Leitung einer Pfarrei gehört in die Hände eines Pfarrers und der hat gefälligst ein geweihter Priester zu sein. So weit Rom. Warten wir ab, welche kirchenrechtlichen Winkelzüge man sich in deutschen Ordinariaten ausdenkt, um das erneut zu umgehen.

 

Nachvollziehbarer ist da eine Aussage aus dem Bistum Freiburg, dass die Zahl der mittel- und langfristig zur Verfügung stehenden Pfarrer die Anzahl der Pfarreien festlegt. In Freiburg ist von 40 die Rede. Andere Bistümer werden folgen. Eine zweistellige Zahl von Pfarreien scheint das Maß für deutsche Diözesen zu sein. Nun sind, stellt man Vergleiche mit dem Rest der katholischen Welt an, deutsche Diözesen geradezu riesig, man könnte von XXL- Bistümern reden. Ist es angemessen, dass XXL- Bistümer aus XXL- Pfarreien bestehen? Scheinbar ist das so.

 

In Wirklichkeit ist dieses Plattmachen über die Fläche natürlich tödlich für die ohnehin schon kranken Strukturen. Besser wäre es, starke Strukturen weiter zu stärken, auf dass sie den Glauben vertiefen und dadurch verbreiten. Kranke und sterbende kirchliche Strukturen sollte man nicht noch stärken. Ungleichzeitigkeiten sollte man nicht einebnen sondern ausnutzen. Die Menschen seelsorglich und mit Sakramenten zu betreuen ist eine Sache. Die Strukturen auf Krampf zu erhalten ist eine andere. Letzteres hat an den grünen Tischen deutscher Kirchenverwaltungen klar Vorrang.

 

So wird es kommen, wie es kommen muss. Die Pfarreien werden über Kurz oder Lang räumliche Ausdehnungen annehmen, die nur noch der Verwaltung nicht aber der Seelsorge zuträglich sind. Mit Blick auf diese Entwicklung ist damit zu rechnen, dass eine große Zahl deutscher Pfarreien künftig mehr Katholiken umfasst als das Bistum Görlitz. Und da wird die Frage nun wirklich virulent: Kann man dem Pfarrer einer XXL- Pfarrei nicht wenigstens eine kleine Mitra geben?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Das Ende der Säkularisierung hat begonnen
  2. Die Kirche bleibt der Welt fremd
  3. Rotes Licht für verfolgte Christen
  4. Deutsche Bischöfe stellen sich que(e)r zur Lehre der Kirche
  5. Wir predigen den heiligen Klimawandel
  6. Endlich ein Queergottesdienst im Fernsehen
  7. Und sie glauben doch
  8. Abtreibung – und was dann?
  9. Kann man die Bischofsvollversammlung noch ernst nehmen?
  10. Brötchentüten für die Demokratie






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  11. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  12. "Hassprediger und Hofnarr"
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz