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Pariser Erzbischof Aupetit: „Der Hl. Geist ist ein Feuer, das uns erleuchtet“

28. Juli 2020 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Der Erzbischof setzte das lebenssprühende und lebenserhaltende Feuer des Hl. Geistes dem zerstörerischen Feuer entgegen, dem seine Kathedrale Notre Dame und nun auch jene von Nantes zum Opfer fiel. Gastbeitrag von Juliana Bauer


Paris (kath.net) Nach dem Brand in der Kathedrale von Nantes am 18.Juli schrieb Erzbischof Michel Aupetit aus Paris auf Twitter: „Eine brennende Kathedrale, das ist eine Qual, die wir nicht noch einmal erleben wollten. Den Feuerwehrleuten, die erneut Mut bewiesen haben, danke ich von ganzem Herzen und bete für sie und für alle, die – egal ob katholisch oder nicht – in Nantes von diesem neuerlichen Drama betroffen sind.“ Er machte, zweifelsohne seine brennende Notre Dame vor Augen, aus seiner großen Betroffenheit keinen Hehl. Beim Lesen seiner Botschaft kam mir unweigerlich seine diesjährige Pfingstpredigt in den Sinn, die er am Pfingstsonntag in der Pfarrkirche Saint-Germain-l’Auxerrois hielt und in der ihn das Thema Feuer umfassend beschäftigte.

 

Zu Beginn der Messe verkündete Erzbischof Aupetit freudig die Wiedereröffnung des Parvis, des Vorplatzes der Kathedrale Notre Dame – ein Ereignis, das er dem Wirken Gottes, insbesondere dem des Hl. Geistes zuschreibt, der es zulasse, peu à peu den Ort wiederaufzurichten, den er „uns anvertraute,“ den Ort, „an dem seine Liebe wohnt…“ Seine Predigt, die er völlig frei sprach, widmete er dann folgerichtig dem Hl. Geist, dessen Element Feuer er als brillierende Eigenschaft des Gottesgeistes in den Mittelpunkt rückte. Er setzte dessen lebenssprühendes und lebenserhaltendes Feuer in seiner Betrachtung dem zerstörerischen Feuer entgegen, dem „seine“ Kathedrale und nun auch jene von Nantes zum Opfer fiel.

 

Der ersten Lesung des Pfingsttages galten daher seine ersten Gedanken. Der Text aus der Apostelgeschichte (2,1-11) habe ihn etwas verwirrt, meint Michel Aupetit schmunzelnd, denn „während wir um den Hl. Geist bitten: Komm in unser Herz und sende uns aus den Höhen des Himmels deinen Lichtstrahl, kommt er… Und er kommt jetzt und in Feuerzungen…“ Mit dem Wörtchen „jetzt“ holt Aupetit das Kommen des Hl. Geistes aus der Geschichte heraus und setzt dieses in die Gegenwart. „Mein Gott! Was geschieht uns?“ fragt er dann, mit einer Begeisterung, die wieder alle anzustecken vermag. „Und ich höre von Feuer…, wieder von Feuer, von welchem Feuer?“ Er wiederholt das Wort einige Male, so, als wolle er das Feuer beschwören. „Wir hören … von Feuerzungen, die sich teilen und sich auf jedem in gleicher Weise niederlassen. Es ist eine Analogie … die wir hören, weil wir unfähig sind, den Hl. Geist zu beschreiben, den Geist Gottes, da müssen wir zu Analogien greifen.“ Er vergleicht die Bildsprache des Apostelberichts mit der von Jesus, der ebenso vom Reich Gottes in Bildern spricht.


 

Dann unternimmt der Erzbischof einen Streifzug durch die Geschichte des Elements Feuer. Zunächst gelten seine Gedanken dessen zerstörerischen Eigenschaften. Er „sieht“ das Feuer gleich den Feuerzungen über den Köpfen der Gläubigen – und das, wo er doch wisse, dass das Feuer zerstören kann „wir wissen, dass die erste Erfahrung des Menschen mit dem Feuer Zerstörung war.“ Er geht auf das Brennen der Wälder ein, auf das Brennen von Gebäuden, von Bauwerken. Er erinnert an dieser Stelle an Notre Dame und daran, dass auch sie vom Feuer zu einem Großteil zerstört wurde … „Ja, das Feuer zerstört, wenn es nicht gezähmt, nicht gebändigt wird. Doch das Feuer, das zerstört, kommt nicht von Gott. Das Feuer, das von Gott kommt, vernichtet nicht. Denkt an den Berg Sinai, wo Moses Gott begegnet. Was sah er? Einen Busch, der brannte, der aber nicht zerstört wurde.“ Das vernichtende Feuer sieht der Erzbischof in der Zurückweisung des Menschen von Gott, sieht er in Verbindung mit den dämonischen, den satanischen Mächten, im Bild der Hölle, dem ewigen Feuer. In den zerstörerischen Mächten, von denen Menschen immer wieder beherrscht werden.

 

Hier aber schwenkt Michel Aupetit zu den positiven Eigenschaften um, welche der Mensch nach der Zähmung des gewaltigen Elements erkannte. Er geht der Ur-Erkenntnis des Menschen nach, der nach der Bändigung des Feuers die Erfahrung machte, dass es die Dunkelheit, dass es die Nacht erhellt. Dass es uns alle Dinge, die sich um uns herum befinden, wahrnehmen lasse, dass es unser Umfeld erleuchte.

 

Über den physischen Bereich hinaus erschließt Erzbischof Aupetit die geistige und die göttliche Dimension des Feuers. Er fragt nach unserer geistigen Dunkelheit, unserer Unfähigkeit, Gott und die von ihm erschaffenen Dinge zu erkennen. Und beantwortet die Frage mit Gottes Geist, der uns die Intelligenz schenke, die Dinge Gottes zu erkennen, der unsere Intelligenz erleuchte. Der uns auch erkennen lasse, was Jesus sagte ‚… der hl. Geist lässt euch alles verstehen (wird euch alles lehren), … was ich euch gesagt habe‘ (Joh. 14,26). Denn ohne den Hl. Geist würden wir nicht ein Wort von Jesu Botschaft verstehen, würden wir sie nur nach menschlichem Maß und nur mit dem Verstand begreifen, mit dem wir jedoch an unsere Grenzen stoßen…Aber da, da ist die wunderbare Gnade: der Hl. Geist ist ein Feuer, das uns erleuchtet.“

 

 „Das ist aber nicht alles“, der Erzbischof zählt eine weitere Eigenschaft des Ur-Elements auf. „Das ist nicht alles! Der Mensch zähmte das Feuer auch deshalb, weil er entdeckte, dass es wärmt … Im Winter merkt ihr es, wenn ihr Wärme braucht. In jedem Haus gibt es daher einen Kamin … das Feuer wärmt … Und ein Feuer, das wärmt, ist der Hl. Geist. Er erwärmt uns und macht unsere Herzen weit. Damit wir fähig sind, zu lieben, wie Gott liebt, wie Christus liebt. Zu lieben nach Jesu großem Gebot, das er uns gab: ‚Liebet einander, wie ich euch geliebt habe‘ (Joh. 15,12). Das ist der Hl. Geist, der uns gegeben wurde, der jedem Apostel gegeben wurde und allen, die um die Jungfrau Maria versammelt waren. Gottes Geist, der uns erleuchtet u. erwärmt, ist jedem bestimmt.“

 

In diesem Zusammenhang erzählt Michel Aupetit die Geschichte von Cornelius, dem Heiden und seiner Familie, von denen in der Apostelgeschichte berichtet wird. Er erzählt davon, dass auf jeden von ihnen der Hl. Geist herabkam (Apg 10). An Cornelius‘ Beispiel zeigt der Bischof seinen Gläubigen noch einmal auf, dass der Hl. Geist jedem Menschen geschenkt ist und er unsere Herzen öffnet für die Liebe Gottes.

 

Auszüge aus: Homélie de Mgr Michel Aupetit, Diocèse Paris. KTOTV (Télévision Catholique), Messe du 31 mai 2020, à Saint-Germain-l’Auxerrois. Übersetzung: Dr. Juliana Bauer für kath.net

Foto Erzbischof Aupetit (c) Erzdiözese Paris


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