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Der nächste Papst - Leseprobe 1

vor 4 Tagen in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Leseprobe 1 des Papst-Biografs George Weigel, der in seinem neuen Buch das Idealbild eines Papstes entwirft


Linz (kath.net)

Im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gibt es in der katholischen Kirche rund 400 000 geweihte Priester. Viele von ihnen sind vorbildliche und tugendhafte Männer. Mehr als nur einige von ihnen verrichten die Arbeit der Evangelisierung und Heiligung unter unglaublichen Schwierigkeiten. Doch trotz dieser Beispiele von guten Priestern ist die Geschichte des katholischen Priestertums, so wie die Welt sie liest, oft eine „Krisenstory“. Und auch diese Geschichte – so verzerrt ihre allgegenwärtige Darstellung des katholischen Lebens im 21. Jahrhundert auch sein mag – hat einen wahren Kern.

In den Jahren, die auf das Zweite Vatikanische Konzil folgten, sind mehr katholische Priester aus dem aktiven Dienst ausgeschieden als zu jeder anderen Zeit seit den Reformationen des 16. Jahrhunderts. Als aber zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Reform der priesterlichen Ausbildung und des priesterlichen Diensts endlich erste evangelikale Früchte hervorbrachte, wurde die Weltkirche durch Enthüllungen über Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester erschüttert, die Jahrzehnte zurücklagen. Der sexuelle Missbrauch Minderjähriger ist eine Geißel in der ganzen Welt. In einer Kirche, in der das geweihte Priestertum lange Zeit in höchstem Ansehen gestanden hatte, war die schäbige Bilanz des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker besonders verheerend.


Die Krise des Priestertums ist eine globale Krise. Und auch wenn sich diese Krise in unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften in speziellen Formen zeigt, ist die Krise des katholischen Priestertums im 21. Jahrhundert in jedem beliebigen Kontext im Grunde genommen eine Treue- und Identitätskrise. Priester, die wirklich an das glauben, was die katholische Kirche über die Natur des geweihten Priestertums lehrt – dass es eine einzigartige Teilhabe an dem einen und ewigen Priestertum Jesu Christi ist –, sind keine sexuellen Missbrauchstäter und sie brechen ihr Keuschheitsgelübde auch nicht auf andere Weise. Priester, denen bewusst ist, dass ihr Dienst weit mehr ist als nur die Übernahme einer Reihe von Funktionen oder Aufgaben – nämlich eine Berufung, die die Gegenwart des Reiches Gottes mitten unter uns auf eine ganz besondere Weise deutlich erkennbar werden lässt –, missbrauchen den Respekt nicht, den das Kirchenvolk ihnen entgegenbringt, durch selbstherrliches Verhalten oder Schlimmeres.

Der nächste Papst muss die Krise des Priestertums im 21. Jahrhundert als eine Treue- und Identitätskrise verstehen. Nur dann kann er die Priester der Kirche zu einem tieferen Verständnis und einer radikaleren Verwirklichung des einzigartigen Charakters aufrufen, den Christus den Priestern des Neuen Bundes verliehen hat. Der nächste Papst muss die ganze Kirche daran erinnern, dass die Priesterweihe einen Mann nicht nur dazu befähigt, gewisse sakramentale Handlungen zu vollziehen. Die Priesterweihe verwandelt einen Mann in ein Abbild des „erhabenen Hohepriester […], Jesus, den Sohn Gottes“ (Hebr 4,14). Indem er die Kirche an diese wesentliche Wahrheit des katholischen Glaubens erinnert, wird der nächste Papst die Priester daran erinnern, was am Tag ihrer Weihe geschehen ist.

Diese Erinnerungen sind notwendig, wenn es darum geht, die Übel des Klerikalismus zu bekämpfen, der das Priestertum des Neuen Bundes verunglimpft, indem er den Priester als Mitglied einer Kaste darstellt – eine Versuchung, der Priester und Gläubige gleichermaßen erliegen können. Auch wenn ein solches Kastenbewusstsein nicht zu missbräuchlichem Verhalten in sexueller oder anderer Hinsicht führt, kann es sowohl den sexuellen Missbrauch als auch den Autoritätsmissbrauch durch Kleriker begünstigen. Deshalb muss der nächste Papst die Priester wie auch die Menschen immer wieder daran erinnern, dass das katholische Priestertum keine Kaste, sondern eine Weihe ist, der den Betreffenden auf einzigartige Weise Christus gleichgestaltet. Diese einzigartige Gleichgestaltung macht aus den Geweihten eine brüderliche Gemeinschaft. Eine Kaste aber bringt sie nicht hervor und darf sie auch nicht schaffen.

kath.net Buchtipp
Der nächste Papst - Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche
Von George Weigel
Media Maria 2020
160 Seiten
ISBN: 9783947931248
Preis: 17,50 Euro


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Lesermeinungen

 Veritatis Splendor vor 4 Tagen 

Der normale Priester...

...ist überhaupt kein potentieller Missbrauchstäter. Der HS-Veranlagte hingegen schon eher!

Klar, krankhaft veranlagten Personen nutzen gern die leichte "Karriere" des Klerikerstandes, um mehr potentielle Opfer zu erreichen.

Darum ist es sogar sekundär (wenn auch richtig!), gegen Machtmissbrauch und Klerikalismus vorzugehen: Zuallererst müssten aber am Anfang der Seminarszeit jene Kandidaten ausgeschieden werden, welche unter HS leiden. Nicht Symptome sondern Ursachen müssten behandelt werden.


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