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„Der Papst, gehorsam, wartet an Jesu Seite“

4. August 2020 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
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Giuseppe Gracia wollte ursprünglich ein Glaubensbuch schreiben. Es ist ein Roman geworden. Ein Roman, der in der Lage ist, den Glauben seiner Leser zu entzünden. Buchtipp „Giuseppe Gracia - Der letzte Feind“. Von Hans Jakob Bürger


Linz-Chur (kath.net) „Der letzte Feind“ ist ein Roman. Das muss man sich beim Lesen immer wieder klarmachen. Manche nennen diesen Roman, den der Journalist, Schriftsteller und Medienbeauftragter des Bistums Chur, Giuseppe Gracia geschrieben hat, „grandios und atemberaubend“ (CNA Deutsch). Und er ist visionär. Während andere noch nach einem neuen Papst, einem Nachfolger von Franziskus, suchen, kennt Gracia ihn schon längst. Er heißt Pius XIII. Und das will etwas bedeuten.

Eigentlich wollte Giuseppe Gracia endlich einmal ein Buch über den Glauben schreiben. Dass dabei ein Roman herausgekommen ist, das ist nicht verwunderlich: denn leben wir nicht in einer Epoche, die spannend ist wie lange nicht mehr? Und befindet sich nicht auch die katholische Kirche in einer Situation, in der womöglich Intrigen, oder gar noch mehr, zum Tagesgeschäft zu gehören scheinen?

Der Glaube verschwindet, er verdunstet und verflüchtigt sich. Beängstigend klingt uns Jesu Wort in den Ohren: „wenn der Menschensohn kommt, wird er wohl den Glauben finden auf Erden“ (Lk 18,8)? Wir, oder besser: die Kirche, befindet sich im Kampf. Es gilt zu kämpfen. „Der letzte Feind“ muss besiegt, geschlagen werden. Auf jeder Seite des Buches begegnet dem Leser dieser Feind. Er geistert umher, in unserer Welt und in unseren Vorstellungen. Gracia gelingt es, ihn sichtbar zu machen.


Dramatische Zahlen wurden in diesen Tagen veröffentlicht: über zweihundertsiebzigtausend Menschen sind in Deutschland aus der Kirche ausgetreten. Quo vadis, katholische Kirche? Wo wirst du in einigen Jahren sein? Papst Benedikt wollte noch vor 15 Jahren die nachkonziliare Situation noch nicht so schwarz sehen, wie sie heute wirklich ist. Er überließ dem Kirchenlehrer Basilius das Wort und zitierte: „Das heisere Geschrei derer, die sich im Streit gegeneinander erheben, das unverständliche Geschwätz, die verworrenen Geräusche des pausenlosen Lärms, all das hat fast schon die ganze Kirche erfüllt und so durch Hinzufügungen oder Auslassungen die rechte Lehre der Kirche verfälscht“ (vgl. De Spiritu Sancto, XXX, 77; PG32, 213 A; SCh 17bis, S. 524).

Die katholische Lehre ist bedroht – und zwar vor allem von innen. Wer also ist der Feind?

Die Antwort des Papstes ist eindeutig.

Gracia lässt seine Hauptfigur, den neuen Papst Pius XIII., bei seiner Inthronisation sagen, dass der „Verrat bis ins Innerste der Kirche“ gedrungen sei, ja der Verrat der Bischöfe und Kardinäle zerrütte ihre Seele wegen ihrer Untreue.

Der Papst ruft aus, es sei jetzt „nicht die Zeit, sich etwas vorzumachen! Es sei nicht die Zeit für Kuschelreden und den faulen Frieden der Heuchler“.

Die „Mächte der Gegenwart, mit denen sich die Menschen weltweit konfrontiert sähen“ seien zu gewaltig. Denn „die Wucht des globalisierten, digitalisierten Wettbewerbs, der Familien und Völker auseinanderreiße, der die Natur aussauge und die Würde des Lebens mit den Füßen der Gier zertrete“, sei einfach zu groß.

„Die Liberalen verstünden nichts vom 21. Jahrhundert und formulierten seit Jahrzehnten im Grunde nur Probleme, die sie selber mit der kirchlichen Lehre hätten. Sie seien weder mit dem Kopf noch mit dem Herzen jemals in der Gegenwart angekommen, sondern vielmehr in der sexuellen Revolution des letzten Jahrhunderts steckengeblieben, die heute kein Mensch mehr brauche.“

Den Traditionalisten, „die sich gern als Verteidiger der Wahrheit darstellten und die technische Zivilisation von heute angeblich mit neuer Gottesfurcht bekehren wollten“, schreibt er ins Stammbuch, dass auch sie nicht von sich aus in der Lage seien den richtigen Weg aufzuzeigen. „Vielmehr seien sie im Schock der Französischen Revolution steckengeblieben und unfähig, den Vorrang der Person als Ebenbild Gottes vor jeder religiös-politischen Macht zu verstehen.“

„Dies alles, so der Papst, müsse sich heute, an diesem feierlichen Tage zu Rom, ändern!“

Der Roman besticht mit seinen ständigen Dialogen. Der Austausch untereinander, all jener, die irgendetwas zu sagen haben, nicht nur Kardinäle und Bischöfe, ist bezeichnend für Gracias Werk. Es ist erstaunlich, wie der Autor in der Lage ist, so lebendig zu schildern und die Personen so authentisch erscheinen zu lassen, als wäre der Leser nicht nur Zeuge eines kirchengeschichtlichen Ereignisses, sondern dabei und gelegentlich vielleicht sogar selbst jemand, der etwas zu sagen hat.

Eines Tages, als der Papst im Gebet versunken ist, stellt er sich vor, wie er Jesus „Schritt für Schritt folgt. Er stellt sich vor, wie er mit Jesus durch die Dürre streift und aufblickt, wenn die Sonne aufgeht oder ein hungriges Tier sie umkreist. Der Papst bleibt die ganze Zeit bei Jesus und möchte ihn berühren, seine Hand, sein Haar, das Gesicht – bis der Sohn Gottes auf einer Düne stehen bleibt. Stehenbleibt und wartet.

Der Papst, gehorsam, wartet an Jesu Seite.“

Giuseppe Gracia wollte ursprünglich ein Glaubensbuch schreiben. Es ist ein Roman geworden. Ein Roman, der in der Lage ist, den Glauben seiner Leser zu entzünden.

kath.net-Buchtipp:
Der letzte Feind
Roman
Von Giuseppe Gracia
Taschenbuch, 256 Seiten
2020 Fontis - Brunnen Basel
ISBN 978-3-03848-196-6
Preis Österreich: 18.50 EUR

 


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Lesermeinungen

 Diadochus 5. August 2020 
 

Feuerwerk

Das Buch lese ich gerade. Es begeistert mich. Es ist spannend spritzig. Es ist ein Feuerwerk, das da abbrennt. Viele Freunde dürfte sich Giuseppe Gracia damit nicht machen, denn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Feuerbach, als Hauptvertreter des Liberalismus kommt in Buch nicht gut weg. Er ist der Mann mit "dem bösen Blick". Ja, das Buch entzündet den Glauben neu. Papst Pius XIII. bringt die Kirche wieder auf Kurs.


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 USCA_Ecclesiam 4. August 2020 

Solche Meldungen häufen sich in den Sommermonaten

So oft schon musste ich in den Sommermonaten, wenn die Pfarrer im Urlaub sind, lesen, dass manche von ihnen beim Bergsteigen oder Motorradfahren tödlich verunglückt sind. Das schmerzt.

Möge Gott ihnen die ewige Ruhe finden.


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