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Gebetshausleiter Hartl: Kennzeichen toxischer Religiosität und emotional gesunder Spiritualität

3. September 2020 in Spirituelles, 20 Lesermeinungen
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Augsburger Theologe wertet ein „angstbesetztes Gottesbild“ als vergiftend – Demgegenüber listet er positive Kennzeichen wie „Lebensfreude, Kreativität und Kompetenz“, aber auch „Schuldkompetenz“ und Fähigkeit, mit Glaubensenttäuschungen umzugehen


Augsburg (kath.net/pl) Sieben Punkte für „toxische Religiosität“ listet der Augsburger Gebetshausleiter, Buchautor und gefragte Konferenzredner Johannes Hartl in einem Kurzimpuls seinem Facebookauftritt. Eine giftige Religiosität ortet der katholische Theologe und Familienvater bsp. in emotionaler „Abhängigkeit von übermenschlicher, unfehlbarer Leiterpersönlichkeit“; in den Verboten eines rationalen Hinterfragens sowie in der „Abwertung“ Außenstehender als „Minderwertige“. Schnell kommt er auf das Grundsatzproblem des angstbesetzten Gottesbildes zu sprechen. Dabei verlören die betroffenen Gläubigen „das Gespür für sich selbst und eigene emotionale Bedürfnisse“.


 

Demgegenüber listet er gleich acht „Kennzeichen emotional gesunder Spiritualität“. Hier findet sich das „Gottesbild des liebenden Vaters, von dem Jesus sprach. Alles ist ein Geschenk“. Der Gläubige ist „motiviert von dem Wunsch, in Kontakt mit diesem liebenden Gott zu bleiben“, nicht aber durch die „Angst vor Strafe“. Eine emotional gesunde Spiritualität wecke „Lebensfreude, Kreativität und Kompetenz“; dabei nehme die Beziehungsfähigkeit zu, „schädigende Verhaltensweisen werden weniger“. Auch seien „Rationalität, Emotionen und spirituelle Dimensionen“ „nicht verfeindet“, sondern hätte „alle ihren Platz“. Eigens weist der bekannte Theologe auch auf die „Schuldkompetenz“ hin und erläutert sie folgendermaßen: „Eigenes Versagen eingestehen können, um Vergebung bitten und auch anderen vergeben können. Sich selbst und andere nicht verdammen.“

 

Zu einer emotional gesunden Spiritualität zählt Hartl außerdem die „regelmäßige spirituelle Praxis (Gebet, Bibel, Stille, Fasten, Sakramente etc.), die den Alltag erdet und strukturiert“, aber keine „Überforderung“ in sich berge; außerdem die „Fähigkeit, auch mit Enttäuschungen im Glauben umzugehen. Leiden und Klage aushalten, Unverständliches nicht wegerklären müssen.“

 

Archivfoto Hartl (c) Gebetshaus Augsburg

 


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