Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. Besser keine Laienpredigt
  4. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  5. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  8. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  9. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  12. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  13. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  14. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  15. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf

Ist Italien noch katholisch?

7. September 2020 in Weltkirche, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Italien gilt traditionell als katholisches Land. Doch eine neue Studie zeigt: Die Säkularisierung schreitet voran. Kann Corona den Trend stoppen? - Von Alexander Pitz


Rom (kath.net/KAP) Kaum ein Land ist traditionell derart mit dem Katholizismus verbunden wie Italien. Es beherbergt die schönsten Kirchenbauten der Welt und eine Glaubenskultur, die bis in die ersten Jahrhunderte nach Christus zurückreicht. Doch auch die Mittelmeernation mit dem Vatikan im Herzen ist vor fortschreitender gesellschaftlicher Säkularisierung nicht gefeit.

Der Turiner Religionssoziologe Franco Garelli hat diese Entwicklung in seinem kürzlich erschienenen Buch "Gente di poca fede" ("Volk mit wenig Glauben") dokumentiert. Die Ergebnisse der darin enthaltenen Studie sprechen eine deutliche Sprache: So hat sich die Zahl der Atheisten in Italien in den vergangenen 25 Jahren verdreifacht - auf mittlerweile 30 Prozent. Nur noch ein Fünftel der Bürger besucht regelmäßig die Messe.

Nachlassende Kirchenbindung


Während in den neunziger Jahren rund die Hälfte der Einwohner des "Belpaese" tägliche betete, tut dies heute knapp ein Viertel. Ebenfalls knapp jeder Vierte ist indes der Meinung, der Glaube an Gott sei lediglich etwas für "naive Menschen". Vor einem Vierteljahrhundert vertraten nur fünf Prozent der Italiener eine solch religionskritische Auffassung. Der Anteil jener, die Religion weiterhin für ein wesentliches Element auf der Suche nach dem Lebenssinn halten, fiel von 80 auf 65 Prozent.


Einen zuverlässigen Beleg für die schwindende Bindung an die katholische Kirche liefert ein Blick auf den Geldfluss. Anders als die Kirchensteuer in Deutschland wird ein solcher Beitrag in Italien nicht automatisch von den Mitgliedern einbehalten. Jeder Steuerpflichtige kann selbst entscheiden, wem er die obligatorische Kulturabgabe "Otto per mille" zukommen lassen will. Er kann die acht Promille mit der Steuererklärung wahlweise einer Glaubensgemeinschaft, dem Staat oder sozialen Zwecken zuweisen. Die Quote für die katholische Kirche lag zuletzt nur knapp über 30 Prozent. Deutlich weniger als noch vor einigen Jahren.

Bei der Veröffentlichung des Steueraufkommens für 2019 vor einigen Wochen resümierte der Journalist Antonio Socci hämisch: "Papst Franziskus hat stets den Wunsch gepredigt, die Kirche arm zu machen. Offenbar ist ihm das gelungen." Wissenschaftler Franco Garelli, der auch mit der Italienischen Bischofskonferenz kooperiert, betreibt freilich eine differenzierte Analyse. Der 74-Jährige spricht von einer gewissen "religiösen Müdigkeit" im Lande, die sich im Laufe der Jahre zusehends manifestiert habe. Das Verhältnis zum Glauben sei in der modernen Zeit "unsicherer und zerbrechlicher" geworden.

Von Schwarzmalerei hält Garelli dennoch wenig. Stattdessen weist er auf ein Phänomen hin, dass er "katholische Subkultur" nennt. Dieses Fünftel der Bevölkerung sei eine Art "Keimzelle", die eifrig religiöse Rituale pflege, den Glauben als essenziell betrachte und an die Kinder weitergebe. Solche "überzeugten und aktiven" Katholiken bildeten die Stützpfeiler vieler Pfarreien. Themen wie Familie, Bioethik, Solidarität und Erziehung seien für das Milieu besonders wichtig. "Diese engagierte katholische Welt spielt eine wertvolle Rolle im Land", betont Garelli. Darauf lasse sich aufbauen. Vor allem, wenn es um die Bewältigung sozialer Notlagen gehe.

Corona als Hoffnung für die Kirche?

Eine Chance für eine Wiederbelebung des Katholizismus sieht der Experte daher ausgerechnet in der Corona-Krise. Und die Zahlen stützen seine These: Einer aktuellen Auswertung zufolge hat die Pandemie die religiösen Bedürfnisse der Italiener spürbar verstärkt. 16 Prozent geben an, in dieser Zeit mehr zu beten als sonst. Ein Viertel verspürt ein gestiegenes spirituelles Verlangen.

Als bemerkenswertes Indiz wertet Garelli nicht zuletzt den Abend des 27. März. Als Franziskus damals auf dem nahezu leeren Petersplatz den Segen "Urbi et orbi" spendete, verfolgten dies rund 17 Millionen Italiener (28 Prozent) live an den Fernsehschirmen. "Gerade in schwierigen Momenten sind viele Menschen auf der Suche nach sinnstiftenden Quellen", lautet die Schlussfolgerung des Soziologen. Die katholische Kirche müssen nun zeigen, was sie zu bieten habe.


Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  10. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  11. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  14. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  15. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz