Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  10. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  11. Realitätsverlust im Bistum Chur
  12. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  13. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  14. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Sterbehilfe: Familienverband gegen "Geschäft mit dem Tod"

10. September 2020 in Prolife, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Hinblick auf anstehendes VfGH-Urteil publiziert Katholischer Familienverband Stellungnahmen von Ex-ÖVP-Behindertensprecher Huainigg und katholischer Publizistin Kaiser


Wien (kath.net/KAP) "Das Geschäft mit dem Tod kann keiner wollen!" Diesen Konsens zweier sonst durchaus unterschiedlich ausgerichteter Stellungnahmen zum Thema Sterbehilfe hat der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) in seiner Mitgliederzeitung "ehe & familien" (Ausgabe 3/202) publiziert. Im Hinblick auf eine anstehende Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes über eine mögliche Lockerung des Verbotes der Sterbehilfe äußerte dazu Franz-Joseph Huainigg, früherer ÖVP-Behindertensprecher und jetzt im Vorstand der "Aktion Leben" tätig, dazu ein klares Nein. Ein "nachdenkliches Pro-Statement" schrieb Eva-Maria Kaiser, ORF-Journalistin und stv. Vorsitzende des Verbands Katholischer Publizistinnen und Publizisten.

Den Rahmen der Debatte steckte der KFÖ im Einleitungstext zu den beiden Statements ab: Zur Frage, ob assistierter Suizid - wie etwa zuletzt in Deutschland - unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden soll - liege im VfGH ein Antrag vor, mit dem sich das Höchstgericht noch im September befassen werde. Der KFÖ als größte Familienorganisation Österreichs vermisst trotz der Brisanz des Themas eine breite öffentliche Debatte. Mit "zwei unterschiedlichen Meinungen aus  katholischen Kreisen" solle dem entgegengewirkt werden, hieß es in "ehe & familien".


"Österreichischen Weg" weitergehen

"Der Wunsch zu sterben hängt meistens mit Perspektivlosigkeit, Schmerzen und Einsamkeit zusammen und muss daher als Hilferuf für eine Verbesserung der Lebenssituation gesehen werden", stellt der selbst auf den Rollstuhl angewiesene Franz-Joseph Huainigg fest. Der Ex-Politiker erinnerte an den Konsens aller Parlamentsparteien im Zuge der Enquete "Würde am Ende des Lebens" im Jahr 2015, dass in Österreich die Palliativ- und Hospizbetreuung weiter ausgebaut werden soll. Am Verbot der Sterbehilfe solle hingegen festgehalten werden.

"Diesen österreichischen Weg halte ich für notwendig weiterzugehen", betonte Huainigg. Wenn Sterbehilfe für Ausnahmefälle erst einmal eingeführt ist, steige die Zahl der assistierten Suizide immer mehr, warnte er. "Aus dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben werde für manche Menschen schnell die vermeintliche Pflicht, anderen nicht zur Last zu fallen. "Hilfe zur Selbsttötung sollte keine Antwort sein auf Not und Verzweiflung, auf Ängste und Sorgen", so der Appell Huaniggs.

Die in Österreich "erfreulich hoch entwickelte Palliativmedizin" und deren Möglichkeiten, Leiden am Ende des Lebens einzudämmen, würdigte auch Eva-Maria Kaiser. "Doch was, wenn jemand sein Ende selbst bestimmen möchte, angesichts einer unheilbaren Krankheit; weil man im Alter des Lebens überdrüssig ist?" Der deutsche Verfassungsgerichtshof habe heuer das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben als "Ausdruck der persönlichen Autonomie" neu bewertet. "Das ist schön formuliert und passt für eine moderne säkulare Gesellschaft", befand die katholische Publizistin. Denn "nicht jeder mag an einen obersten Hüter über Leben und Tod glauben". Die politische Debatte, wie der assistierte Suizid konkret in einen Gesetzestext gegossen wird, habe in Deutschland gerade erst begonnen. "Auf ein enges Korsett ist zu hoffen, auch im Hinblick auf Österreich", schrieb Kaiser. "Denn trotz aller Autonomie des modernen Menschen: Das Geschäft mit dem Tod kann keiner wollen."

Fachleute: Todeswünsche relativieren

Am Montag äußerte sich die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) zum Thema und forderte umfassende Suizidprävention statt "assistierten Suizid". Fremde Hilfe, um einen Suizid durchzuführen, sei "inakzeptabel", aktuelle Tendenzen zu einer Legalisierung seien besorgniserregend.

Psychiater seien in ihrer täglichen Arbeit häufig mit Todeswünschen von Patienten konfrontiert. "Im gesellschaftlichen Diskurs wird allerdings oft ausgeblendet, dass der Wunsch zu sterben üblicherweise keine endgültigen Entscheidung ist, sondern als Ausdruck von Angst und Ambivalenz in hohem Maße fluktuiert", so die ÖGPP. Todeswünsche könnten u.a. auch Ausdruck behandelbarer seelischer Erkrankungen wie Depressionen sein.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Diakon89362 10. September 2020 
 

Geschäft mit dem Tod

Es bedarf einzig und allein der Zuwendung der sterbenden Person. Das ist es was allen unseren Lieben, von denen wir Abschied nehmen müssen oftmals fehlt. Da ist jemand, welcher dir auch in deiner letzen Minute beisteht!!!


1
 
 elisabetta 10. September 2020 
 

Wehret den Anfängen!

Dazu kann man nur sagen: Wehret den Anfängen! In den Niederlanden z.B. werden ursprünglich strenge Bedingungen immer öfter über Bord geworfen, mittlerweile können Verwandte über Sterbehilfe an Demenzkranken bestimmen. Die sogenannte „persönlichen Autonomie“, die in Deutschland maßgeblich für erlaubte Sterbehilfe herangezogen wird, wird sich wie in den Niederlanden bald in allgemeines Recht umwandeln, es ist nur eine Frage der Zeit, das war auch bei Abtreibungen so. Aus christlicher Sicht ist und bleibt Sterbehilfe Mord, da gibt es nichts daran herumzudeuteln, eine persönliche Autonomie auf ein Recht zu Sterben gilt nicht vor Gott.


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Vom Elend der Fürbitten
  10. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  11. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  12. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  13. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  14. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  15. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz