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Neuer Bischof von Mostar: Gutes Einvernehmen mit Medjugorje-Delegat

21. September 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Neu angetretener Ortsbischof Palic in erstem Radiointerview nach Amtseinführung: Werde Pfarre Medjugorje gerne besuchen


Zagreb (kath.net/KAP) Mostars neuer Ortsbischof Petar Palic (48) sieht sich im guten Einvernehmen mit dem vom Papst ernannten Visitator für den bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje, dem polnischen Erzbischof Henryk Hoser. Das versicherte Palic in einem ersten Interview mit dem kroatischen katholischen Radio HKR nach seiner am 14. September erfolgten offiziellen Amtseinführung.

 

Über seine Rechte als Ordinarius im Zusammenhang mit dem in seiner Diözese liegenden Medjugorje müsse er sich erst einen Überblick verschaffen, gab Palic an. Grundsätzlich betrachte er Medjugorje als Pfarre auf dem kanonischen Gebiet seiner neuen Diözese, und als solche werde er sie gern besuchen. Palics Vorgänger als Bischof von Mostar, Ratko Peric (76), ist ein erklärter Zweifler der Marienerscheinungen von Medjugorje, die 1981 begonnen haben sollen. Die endgültige Entscheidung über die Echtheit der Ereignisse von Medjugorje liegt beim Papst, dieser hat bislang aber kein abschließendes Urteil gefällt.


 

2019 hob der Vatikan aber ein zuvor geltendes Verbot offizieller Pilgerfahrten von Pfarren und Diözesen nach Medjugorje auf. Insgesamt sei Medjugorje eine "offene Frage", so Palic. Gleiches gilt aus Sicht des Bischofs von Mostar auch für den mehr als 100 Jahre alten Konflikt zwischen seiner neuen Diözese und der herzegowinischen Franziskanerprovinz um die Zuständigkeit für mehrere Pfarren. Der Fall sei nach wie vor eine große Herausforderung, meinte Palic im HKR-Interview. Bei der Feier seiner Amtseinführung habe der Provinzial der herzegowinischen Franziskaner aber eine Vergebungsbitte an seinen nun emeritierten Vorgänger auf dem Bischofsstuhl von Mostar, Ratko Peric, gerichtet.

 

Er verstehe dies als ehrlichen Versuch zu einer Lösung zu kommen. Insgesamt bedauerte der neue Bischof von Mostar, dass sich die Außenwahrnehmung der Diözese immer auf diese beiden Fragen fokussiere. Er stelle fest, dass dabei das Engagement und die Vitalität der Pfarren in der DIözese nicht wahrgenommen würden. Tatsächlich stehe das kirchliche Leben durch die ungewöhnlichen Bedingungen in Bosnien-Herzegowina ständig vor großen Herausforderungen. Als ersten Auftrag der Kirche betonte Palic die Verkündigung des Evangeliums, allerdings immer auch im konkreten Kontext. Im Fall seiner neuen Diözese sei es daher unumgänglich die Katholiken der Herzegowina auch in ihrer kulturellen, d.h. kroatischen Nationalität zu stärken und zu unterstützen. Das bedeute für ihn auch konkretes Engagement für Frieden und Versöhnung in der Region. Nur wer eine klare Identität habe, könne auch die Identität anderer achten und schätzen, hob der Bischof hervor.

 

Er sei überzeugt, dass Verschiedenheit ein Wert sei, allerdings immer unter der Bedingung, dass jeder die Besonderheit des anderen achte und so alle Nationalitäten zusammen dem Gemeinwohl dienen. Palic war bisher Bischof der kroatischen Diözese Hvar, die er auch nach der Amtsübernahme in Mostar vorerst übergangsweise als Apostolischer Adminstrator leiten wird. Auf die Doppelfunktion angesprochen, erläuterte Palic im Gespräch mit HKR, dass er die Herzegowina kulturell eindeutig zu Kroatien gehörig fühle. Es handle sich um keine kroatische Diaspora wie in Deutschland, Österreich oder seinem Herkunftsland, dem Kosovo, sondern sei ein eindeutig überwiegend von Kroaten bewohntes Gebiet, das geschichtlich und kulturell allen politischen Tatsachen zum Trotz zu Kroatien gehöre. Seine grenzübergreifende vorübergehende Doppelfunktion sehe er daher als wenig spektakulär.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 mphc 21. September 2020 

Ich habe Bischof Palic

zur Zeit seines Doktoratsstudiums in Graz als guten und vernünftigen Mann, mit dem gut reden ist, kennen gelernt.
Er betreute in der Nähe auch eine Pfarre, und die haben ihn auch sehr geschätzt.


4
 

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