Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  3. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  7. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  8. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  9. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"

"Cyber-Apostel" Carlo Acutis wird in Assisi seliggesprochen

9. Oktober 2020 in Jugend, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Religiöse Begeisterung um im Alter von 15 Jahren verstorbenen jungen Italiener sorgt international für Aufsehen - Von Kathpress-Korrespondent Alexander Pitz


Rom/Assisi (kath.net/KAP) Der Anblick des Jungen wirkt verstörend: Ist er wirklich tot, schläft er vielleicht nur? Mit Jeans, Nike-Sneakern und Sweatshirt bekleidet liegt Carlo Acutis inmitten von Assisis Kirche Santa Maria Maggiore in einem Hochsarg. Vor der gläsernen Front drängen sich Gläubige mit Schutzmasken. Viele zücken ihr Handy, um Fotos zu machen. Einige sprechen andächtig ein kurzes Gebet.

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen vergeht in Italien derzeit kein Tag ohne Schlagzeilen über den "Cyber-Apostel der Eucharistie". Seit Papst Franziskus im Februar ein durch ihn bewirktes Wunder anerkannte, verstärkt sich der religiöse Kult zusehends, nimmt bisweilen skurrile Züge an. Aber wer ist der Teenager überhaupt, der am Samstag in dem umbrischen Wallfahrtsort seliggesprochen wird?

Verehrer aus aller Welt hielten den Computernarren schon von klein auf für ein frommes Genie. Geboren wurde Carlo 1991 in London, wo seine Eltern aus beruflichen Gründen für kurze Zeit lebten. Er wuchs in deren Heimat nahe Mailand auf und beeindruckte früh durch eine tiefe Religiosität. So besuchte er täglich die Messe, betete regelmäßig den Rosenkranz. Von der Erstkommunion an entwickelte das Kind eine ausgeprägte Liebe zur Eucharistie, die es seine "Autobahn in den Himmel" nannte. Ihr häufiger Empfang helfe ihm dabei, "Jesus ähnlicher zu werden".


Eucharistie und Informatik

Auffällig war obendrein die Begabung für Informatik: Als Zehnjähriger schrieb Carlo Algorithmen, gestaltete Websites und Layouts für Online-Zeitungen. Als Elfjähriger begann er in versessener Detailarbeit, ein Online-Verzeichnis weltweiter eucharistischer Wunder zu erstellen. Eine daraus entwickelte Ausstellung umfasst 146 Schautafeln. Sie wurde nach seinem Tod in zahlreiche Sprachen übersetzt, in vielen Ländern gezeigt sowie als Buch veröffentlicht.

Als Carlo schließlich - viel zu jung - erfuhr, dass er unheilbar an Leukämie erkrankt war, widmete er sein restliches Leben und Leiden öffentlichkeitswirksam dem Papst und der Kirche. Es ist dieses tragische Ende, das ihn in den Augen vieler Gläubiger zu einem Heiligen machte. Er starb am 12. Oktober 2006 und wurde seinem Wunsch entsprechend in Assisi beigesetzt.

Dort ist sein Leichnam seit dem 1. Oktober öffentlich aufgebahrt. Das Herz kann in einem Reliquiar in der Franziskus-Basilika bewundert werden. Für Aufsehen sorgten kürzlich Gerüchte im Internet, die nahelegten, bei der Graböffnung vor einigen Monaten sei Acutis' Körper unversehrt aufgefunden worden. Ein solcher Umstand wird traditionell als Hinweis auf die Heiligkeit eines Verstorbenen gedeutet.

Erzbischof Domenico Sorrentino sprach indes von einem "normalen Prozess der Verwesung". Der "zur Auferstehung bestimmte" Leib sei für die Seligsprechung "mit Kunst und Liebe wieder zusammengefügt" worden. Der Oberhirte des Bistums Assisi sieht in dem 15-Jährigen ein Beispiel für "Heiligkeit im digitalen Zeitalter". Der Junge sei mithilfe des Computers wie die ersten Jünger Jesu durch die Straßen der Welt gegangen, um die Freude des Evangeliums weiterzugeben.

Vorbild für Jugendliche

Auch der Papst selbst hält es für folgerichtig, Acutis in den Stand der Seligen zu erheben. Immer wieder würdigte er ihn den vergangenen Jahren als Vorbild vor allem für Jugendliche. Carlo sei sich der Probleme des Internets durchaus bewusst gewesen, so das Kirchenoberhaupt. Man könne es benutzen, um Menschen einzulullen oder zu Konsumsüchtigen zu machen. Carlo aber habe es verstanden, die neue Kommunikationstechnik geschickt einzusetzen, "um Werte und Schönheit zu vermitteln".

Die Eltern sind offenbar sehr einverstanden mit dem Kult, der sich um ihren Sohn entwickelt hat. Mutter Antonia Salzano sagte vor einigen Tagen anerkennend in einem Interview: "Die Wertschätzung für ihn hat inzwischen alle Ecken des Planeten erreicht." Tatsächlich berichten nun sogar säkulare Leitmedien wie die Londoner "Times" über das Phänomen Acutis. Woran das liegt? Die Kirche könne ihre uralten Anliegen durch ihn besser mit dem modernen Medium Internet verknüpfen, analysierte Salzano - und fügte hinzu: "Er hat vielen Seelen geholfen, sich Gott zu nähern." Mit der Seligsprechung am Samstagnachmittag gehe "ein Traum" in Erfüllung.

Kurz vor der Zeremonie gab es noch einen ganz und gar unheiligen Zwischenfall. Kurienkardinal Angelo Becciu musste jüngst als Präfekt der Heiligsprechungskongregation zurücktreten. Eigentlich hätte Becciu die Feier für Acutis leiten sollen. Das wurde angesichts seiner Verwicklung in dubiose Investment-Geschäfte unmöglich. Mittlerweile ist ein adäquater Ersatz gefunden. Agostino Vallini, emeritierter Kardinalvikar der Diözese Rom, wird dem Festakt vorstehen. Carlos Weg zur Heiligkeit ist damit wieder frei.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  7. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  11. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  12. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  15. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz