Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  5. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  6. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  7. "Tun wir so als wäre da nichts"
  8. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  9. US-Bischof: Die Kirche kann ‚objektiv unmoralische Beziehungen’ nicht akzeptieren
  10. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  11. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  12. "Die Katholiken sind nicht heimatlos geworden!"
  13. Covid-19-Pandemie hat ‚neue Ekklesiologie, neue Theologie’ gebracht
  14. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  15. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen

Das Gebet der Psalmen

14. Oktober 2020 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: der Schrei zu Gott. Die Psalmen – Gebetsschatz mit allen menschlichen Gemütszuständen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? Wie lange noch verbirgst du dein Angesicht vor mir? Wie lange noch muss ich Sorgen tragen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen Tag für Tag? Wie lange noch darf mein Feind sich über mich erheben? Ich aber habe auf deine Güte vertraut, mein Herz soll über deine Hilfe jubeln. Singen will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat“ (Ps 13,2-3.6).

Generalaudienz wieder in der Audienzaula Paolo VI. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Gebet fort. In der zehnten Katechese wandte sich der Papst den Psalmen zu und behandelte das Thema: „Das Gebet der Psalmen“.

Die Psalmen seien zutiefst Gebete und sprächen von der Erfahrung des Dialogs mit Gott. So „finden wir in diesem Gebetsschatz alle menschlichen Gemütszustände – Freud und Leid, Zweifel und Hoffnung, wie auch die Verbitterung – wieder, die unser menschliches Dasein begleiten“.

Sie könnten „von den Menschen jeden Standes und jeder Zeit gebetet werden“ (KKK 2588). Andererseits habe Gott diese Gebete dem König David und anderen durch seinen Geist eingegeben, um die Menschen zu lehren, wie man ihn anbete, ihm danke und ihn um etwas bitte.

Die Psalmen „sind also Wort Gottes, das wir gebrauchen, um mit Gott zu sprechen“. Das Leid, das uns in unserem Leben begegne, verwandle sich in den Psalmen zu einer Frage an Gott, die Antwort und Hilfe erwarte. Unter den vielen Einzelfragen durchziehe die Psalmen ein unablässiger Schrei nach dem „Wie lange noch, Herr?“. Der Beter wisse, dass in Gottes Augen das Leben kostbar sei, und deshalb bitte er Gott, dort, wo alle menschlichen Bemühungen endeten, einzugreifen und das Leben zu heilen und zu retten.


In diesem Buch begegneten wir nicht ätherischen, abstrakten Menschen, Menschen, die das Gebet mit einer ästhetischen oder befremdlichen Erfahrung verwechselten. Die Psalmen seien keine am Schreibtisch entstandenen Texte, sondern oft dramatische Anrufungen, die dem Dasein entsprängen. Um sie zu beten, genüge es, „so zu sein, wie wir sind“. In ihnen hörten wir die Stimmen leibhaftiger Gebete, deren Leben, wie das aller anderen, voller Probleme, Nöte und Unsicherheiten sei. Der Psalmist bestreite dieses Leiden nicht radikal: er wisse, dass es zum Leben gehöre. In den Psalmen „wird das Leiden jedoch in eine Forderung verwandelt“.

So werde der Schmerz zum Ausgangspunkt einer Beziehung mit Gott. Der Herr höre den Beter und gebe Antwort. Auch wenn alle Türen verriegelt seien: „die Tür Gottes bleibt geöffnet. Unsere Schreie verhallen nicht, sondern bewegen das Herz Gottes, des himmlischen Vaters“.

Das Gebet der Psalmen „ist das Zeugnis dieses Schreis: ein vielfacher Schrei, denn im Leben hat der Schmerz tausend Formen und nimmt den Namen von Krankheit, Hass, Krieg, Verfolgung, Misstrauen an... Bis hin zum höchsten ‚Skandal’, dem des Todes“. Der Tod erscheine im Psalter als der unvernünftigste Feind des Menschen: „welches Verbrechen verdient eine so grausame Bestrafung, die Vernichtung und das Ende einschließt? Das Gebet der Psalmen bittet Gott, dort einzugreifen, wo alle menschlichen Bemühungen vergeblich sind. Deshalb ist das Gebet an sich schon der Weg des Heils und der Anfang des Heils“.

"Mein Schmerz ist immer mein Schmerz", so der Papst: "meine Tränen wurden nie vorher geweint". Mit diesen Tränen wendeten wir uns an Gott. Vor Gott seien wir keine Unekanntenoder reine Nummern. Der Herr höre. Wer bete, mache sich keine Illusionen. 

Das Schlimmste, was passieren könne, sei das Leiden in der Verlassenheit, so der Papst abschließend, ohne dass man sich an einen erinnere. Davor rette uns das Gebet. Denn es könne vorkommen, und dazu komme es sogar, dass man Gottes Pläne nicht verstehe. Doch unsere Schreie „bleiben nicht hier unten“: sie erhöben sich zu ihm, der das Herz des Vaters habe und der selbst um jeden Sohn und jede Tochter weine, die leiden und sterben: „wenn wir mit ihm in Beziehung bleiben, erspart uns das Leben nicht das Leiden, doch es öffnet uns einen großen Horizont des Guten und macht sich auf den Weg zu seiner Erfüllung“.

 

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Brüder und Schwestern deutscher Sprache, insbesondere an die Pilgergruppe aus dem Bistum Augsburg. Um die Pläne Gottes in unserem Leben besser zu verstehen, suchen wir die Verbindung mit Ihm im Gebet zu stärken. So entdecken wir, dass Gott ein mitfühlender Vater ist, der sich immer um uns sorgt. Er erfülle euch mit seiner Gnade und seinem Segen. Und an die Pilger von Augsburg habe ich noch eine besondere Bitte: dass ihr immer für den Heiligen Vater betet.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 14. Oktober 2020 

Das Gebet der Psalmen

Das wäre eigentlich für jeden Christen, insbesondere aber für all unsere Hirten, ausserordentlich wichtig und nützlich. Überhaupt sollten wir den ganzen Schatz der Schrift, auch des Alten Testaments, nutzen. Es gehört zur Tragik der heutigen Kirche, dass z.B. das Stundengebet von vielen Klerikern vernachlässigt wird. Und es sind dann vornehmlich diese Hirten, welche uns die frohe Botschaft unseres Herrn sehr einseitig, selektiv, verkünden, diese mehr oder weniger ganz auf Gottes Liebe zu uns reduzieren, oder dann auf unser irdisches Heil fokussiert sind. Unser Glaube nennt sich katholisch, allumfassend. Nur ganze Gott ist der wahre Gott. Und dieser ganze Gott ist noch tausendmal vielfältiger als das ganze Universum. Wir werden also einiges oder vieles der Selbstoffenbarung Gottes (noch) nicht begreifen. Wenn wir sie aber annehmen, erschliesst sich sie sich uns Schritt für Schritt immer besser.


1

0
 
 galil?a! 14. Oktober 2020 
 

Die wunderbare bildliche Sprache der Psalmen, ZB Psalm 141 3-4 EU

Mein Bittgebet sei ein Räucheropfer vor deinem Angesicht, *

ein Abendopfer das Erheben meiner Hände.

Deren Gebet rein, aufrichtig und redlich ist, die werden sagen können: Mein Gebet steige auf!
Natürlich darf man sich beim Beten nicht ablenken lassen daher ist das beharrliche und kurze Gebet sehr gut. Wer lang betet kommt immer in Gefahr im Gedanken abzuschweifen. Der Satan kennt die große Wirkung des Gebets und wird gerade wenn wir beten versuchen Ablenkungen einzubringen.

Auch in der Offenbarung wird beschrieben, wie die 24 Ältesten eine Schale voll Rauchwerk haben, welches das Gebet der Heiligen sind. Off 5.8

Auch die Erhebung der Hände bedeutet wohl die Verrichtung eines erhabenen Werkes. Auch der Apostel gebietet den Betenden, reine Hände zu erheben. Und er sagt ohne Zorn und Zank bestimmt er nicht die äußere Haltung bei dem Gebet, sondern er fügt das Gebet hinsichtlich der göttlichen Handlung hinzu


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Generalaudienz

  1. Die Psalmen: Gottesliebe und Nächstenliebe
  2. Das Gebet des Elija
  3. Gemeinsam mit Jesus, der rettet und heilt, die Zukunft vorbereiten
  4. Subsidiarität und die Tugend der Hoffnung
  5. Pflege des gemeinsamen Hauses und die kontemplative Haltung
  6. Die Welt heilen: Liebe und Gemeinwohl
  7. Die Solidarität und die Tugend des Glaubens
  8. Das Ende der Gespensteraudienzen - aber...
  9. Die universelle Bestimmung der Güter und die Tugend der Hoffnung
  10. Die vorrangige Option für die Armen und die Tugend der Nächstenliebe







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  5. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  6. "Tun wir so als wäre da nichts"
  7. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  8. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen
  9. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  10. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  11. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  12. Die Hybris des Jesuitenpaters James Martin
  13. Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen
  14. "Kirche, du sollst nicht lügen!"
  15. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz