Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  3. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kirchenhistoriker Wolf: Erwarte von Leo XIV. in Sachen Kirchenreform nichts
  8. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  9. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. „Das Leben mit Jesus muss zu hundert Prozent gelebt werden – sonst lohnt es sich nicht!“
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Benedikt XVI. zeigt wahre Größe – Benedikt distanziert sich von der „Integrierten Gemeinde“ (IG)

27. Oktober 2020 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Starkes Bekenntnis des alten aber weisen Mannes: „Ich habe mich täuschen lassen!“ – Ihm sei nicht bewusst gewesen, „dass auch schreckliche Entstellungen des Glaubens“ in der Integrierten Gemeinde möglich gewesen seien. Von Bernhard Müller/PUR-Magazin


Vatikan (kath.net/Pur Magazin) Dem emeritierten Papst Benedikt XVI. gelingt es trotz seines hohen Alters und seines schwer angeschlagenen Gesundheitszustandes immer wieder, die Öffentlichkeit zu überraschen. Seit langem scheinen alle Biografien über den Ratzinger-Papst zu Ende geschrieben zu sein, da setzt er weiter neue Zeichen, die zeigen, dass sein großes Leben immer noch nicht abgeschlossen ist. Mit einer Stellungnahme in der November-Ausgabe der „Herder-Korrespondenz“ hat der 93-jährige jetzt den dritten verblüffenden Coup in diesem Jahr gelandet.

Nach der gewaltigen medialen Aufmerksamkeit, die ein Beitrag Benedikts zur theologischen Begründung des Zölibats in einem Ende Januar diesen Jahres erschienen Buches von Kardinal Robert Sarah auslöste, verblüffte der inzwischen körperlich sehr gebrechliche emeritierte Papst im Juni die Welt damit, dass er zum ersten Mal nach seinem Rücktritt im Februar 2013 den Vatikan verließ, um seinen todkranken Bruder Georg in Regensburg zu besuchen.


Und nun, weitaus weniger spektakulär, das starke Bekenntnis des alten aber weisen Mannes: „Ich habe mich täuschen lassen!“. Mit diesen Worten distanziert sich Benedikt jetzt von der „Integrierten Gemeinde“ (IG), zu der er jahrzehntelang enge Verbindungen unterhielt. Offensichtlich sei er über manches im Innenleben der IG nicht informiert oder gar getäuscht worden, so Benedikt in seiner Erklärung in der „Herder-Korrespondenz“. Das bedauere er.

Joseph Ratzinger, der die Gruppierung in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising 1978 kirchlich anerkannte, gesteht heute ein, dass ihm damals nicht bewusst gewesen sei, „dass auch schreckliche Entstellungen des Glaubens“ in der „Integrierten Gemeinde“ möglich gewesen seien.

Die 1968 gegründete „Integrierte Gemeinde“ sollte nach eigener Darstellung „ein Ort für ein aufgeklärtes und unverkürztes Christentum“ sein und galt jahrelang als vielversprechender Aufbruch in der Kirche. Inzwischen haben zahlreiche ehemalige Mitglieder von schweren Eingriffen in das Privatleben – etwa die Wahl des Wohnorts und die Zahl der Kinder – und von massivem psychischen Druck auf Angehörige berichtet.

Benedikt XVI. hat das nicht kalt gelassen. Er will nicht sterben, ohne die Klage der Opfer gehört und beantwortet zu haben. Reue macht den Starken zum Heiligen und zeigt seine wahre Autorität. Joseph Ratzinger gesteht mit seiner Stellungnahme nicht nur einen Fehler ein, den er über Jahre hinweg begangen hat, sondern er steht auch zu seiner menschlichen Begrenzung. Er versucht nicht, sein Leben und sein Pontifikat mit weißer Farbe als makellos zu übertünchen, sondern hat den Mut, seine frühere Meinung als Irrtum einzugestehen. In diesem Fall erforderte es sicherlich mehr Mut und Kraft, seine alte Einstellung zu ändern als ihr treu zu bleiben. Die dritte Überraschung, die der emeritierte 93-jährige Papst in diesem Corona-Jahr 2020 vollbrachte, ist vielleicht die öffentlich unbeachtetste, aber menschlich die größte.

Archivfoto: Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. in seiner Zeit als Kardinal


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Tragödie in Florida: Pilot betete kurz vor Flugzeugabsturz das Vaterunser
  3. Schwindler feierte im Bistum Turin monatelang Messe und hörte Beichten
  4. Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“
  5. Die ersten US-Märtyrer für die Heiligkeit der Ehe: Seligsprechung der Märtyrer von Georgia
  6. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  7. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  8. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  9. Der katholische Osten in der Analyse
  10. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  11. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  14. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  15. Papst in Argentinien von Präsident Milei empfangen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz