Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Benedikt XVI. zeigt wahre Größe – Benedikt distanziert sich von der „Integrierten Gemeinde“ (IG)

27. Oktober 2020 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Starkes Bekenntnis des alten aber weisen Mannes: „Ich habe mich täuschen lassen!“ – Ihm sei nicht bewusst gewesen, „dass auch schreckliche Entstellungen des Glaubens“ in der Integrierten Gemeinde möglich gewesen seien. Von Bernhard Müller/PUR-Magazin


Vatikan (kath.net/Pur Magazin) Dem emeritierten Papst Benedikt XVI. gelingt es trotz seines hohen Alters und seines schwer angeschlagenen Gesundheitszustandes immer wieder, die Öffentlichkeit zu überraschen. Seit langem scheinen alle Biografien über den Ratzinger-Papst zu Ende geschrieben zu sein, da setzt er weiter neue Zeichen, die zeigen, dass sein großes Leben immer noch nicht abgeschlossen ist. Mit einer Stellungnahme in der November-Ausgabe der „Herder-Korrespondenz“ hat der 93-jährige jetzt den dritten verblüffenden Coup in diesem Jahr gelandet.

Nach der gewaltigen medialen Aufmerksamkeit, die ein Beitrag Benedikts zur theologischen Begründung des Zölibats in einem Ende Januar diesen Jahres erschienen Buches von Kardinal Robert Sarah auslöste, verblüffte der inzwischen körperlich sehr gebrechliche emeritierte Papst im Juni die Welt damit, dass er zum ersten Mal nach seinem Rücktritt im Februar 2013 den Vatikan verließ, um seinen todkranken Bruder Georg in Regensburg zu besuchen.


Und nun, weitaus weniger spektakulär, das starke Bekenntnis des alten aber weisen Mannes: „Ich habe mich täuschen lassen!“. Mit diesen Worten distanziert sich Benedikt jetzt von der „Integrierten Gemeinde“ (IG), zu der er jahrzehntelang enge Verbindungen unterhielt. Offensichtlich sei er über manches im Innenleben der IG nicht informiert oder gar getäuscht worden, so Benedikt in seiner Erklärung in der „Herder-Korrespondenz“. Das bedauere er.

Joseph Ratzinger, der die Gruppierung in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising 1978 kirchlich anerkannte, gesteht heute ein, dass ihm damals nicht bewusst gewesen sei, „dass auch schreckliche Entstellungen des Glaubens“ in der „Integrierten Gemeinde“ möglich gewesen seien.

Die 1968 gegründete „Integrierte Gemeinde“ sollte nach eigener Darstellung „ein Ort für ein aufgeklärtes und unverkürztes Christentum“ sein und galt jahrelang als vielversprechender Aufbruch in der Kirche. Inzwischen haben zahlreiche ehemalige Mitglieder von schweren Eingriffen in das Privatleben – etwa die Wahl des Wohnorts und die Zahl der Kinder – und von massivem psychischen Druck auf Angehörige berichtet.

Benedikt XVI. hat das nicht kalt gelassen. Er will nicht sterben, ohne die Klage der Opfer gehört und beantwortet zu haben. Reue macht den Starken zum Heiligen und zeigt seine wahre Autorität. Joseph Ratzinger gesteht mit seiner Stellungnahme nicht nur einen Fehler ein, den er über Jahre hinweg begangen hat, sondern er steht auch zu seiner menschlichen Begrenzung. Er versucht nicht, sein Leben und sein Pontifikat mit weißer Farbe als makellos zu übertünchen, sondern hat den Mut, seine frühere Meinung als Irrtum einzugestehen. In diesem Fall erforderte es sicherlich mehr Mut und Kraft, seine alte Einstellung zu ändern als ihr treu zu bleiben. Die dritte Überraschung, die der emeritierte 93-jährige Papst in diesem Corona-Jahr 2020 vollbrachte, ist vielleicht die öffentlich unbeachtetste, aber menschlich die größte.

Archivfoto: Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. in seiner Zeit als Kardinal


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  3. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  4. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  5. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  6. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  7. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  8. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  9. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  10. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  11. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  12. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  13. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  14. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz