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Frankreich: Gerichtsverhandlung gegen früheren Apostolischen Nuntius Erzbischof Ventura beginnt

12. November 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Inzwischen behaupten bereits fünf Männer, dass Ventura sie unsittlich berührt habe – Ventura widerspricht diesen Vorwürfen, erscheint nicht bei Verhandlung – Anklage fordert zehn Monate Bewährungsstrafe


Paris (kath.net) Dem früheren Apostolische Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, wird sexueller Missbrauch an erwachsenen Männern in fünf Fällen vorgeworfen. Zum ersten Tag der Verhandlung am Pariser Strafgerichtshof am Mittwoch ist der Angeklagte nicht erschienen. Wegen seines Gesundheitszustandes und wegen der Risiken durch die Corona-Pandemie habe sein Arzt die Reise nach Paris untersagt. Das berichten französische Medien. Den Medien zufolge hat die Staatanwaltschaft eine zehnmonatige Bewährungsstrafe gefordert. Ein früherer Priesteramtskandidat erläuterte in seiner Zeugensaussage, dass er 2018 im Seminar von Issy-les-Moulineaux bei Paris von Ventura sexuell belästigt worden sei. Er habe sich zur Klage gegen den Nuntius entschieden, daraufhin sei ihm nahegelegt worden, seinen Weg zum Priester zu beenden.


Der erste öffentliche Vorwurf gegen den damaligen Apostolischen Nuntius wurde im Januar 2019 bekannt. Ein junger, männlicher städtischer Angestellter beschwerte sich, dass er bei einem Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo am 17. Januar 2019 von Ventura unangemessen berührt worden sei. Der Vorwurf wurde dann mehrere Monate lang von den Pariser Behörden untersucht. Inzwischen haben sich vier weitere Männer gemeldet mit dem Vorwurf, der Nuntius habe sie bei öffentlichen Veranstaltungen unsittlich berührt. Erzbischof Luigi Ventura bestreitet die Vorwürfe gegen ihn. Gemäß Auskunft seines Anwalts warte er ungeduldig auf das Gerichtsverfahren, damit seine Unschuld festgestellt werden könne. Das berichtet die „Catholic News Agency“ noch vor der Gerichtsverhandlung anhand französischer Mediendarstellungen. Allerdings wurden, nachdem die ersten Anschuldigungen gegen Ventura erhoben worden sind, auch in Kanada erneut angeklagt, auch dort geht es um den Vorwurf sexuellen Fehlverhaltens gegenüber einem erwachsenen Mann.

Ventura reichte im Dezember 2019, als er 75 Jahre alt wurde, regulär seinen Rücktritt als Apostolischer Nuntius bei Frankreich ein. Papst Franziskus akzeptierte das Rücksichtsgesuch. Bereits im Juli 2019 hatte der Vatikan Venturas diplomatische Immunität aufgehoben und damit den Weg für ein Gerichtsverfahren vor französischen Gerichten freigemacht.

 

 


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