27 Oktober 2004, 23:24
Meisner: 'Königsteiner Erklärung' war 'verheerend'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Deutschland'
Kölner Kardinal: "Eines der Grundübel, daß die Deutsche Bischofskonferenz 1968 nach der Veröffentlichung der Papstenzyklika "Humanae Vitae" die "Königsteiner Erklärung" verabschiedet habe"

Kassel (kath.net/idea)
Die Forschung an embryonalen Stammzellen bedeutet eine "Mitwirkung an einer Tat zum Bösen" und ist deshalb aus ethischer Sicht abzulehnen. Das sagte Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, beim Treffen Christlicher Lebensrechtsgruppen (TCLG) am 23. Oktober in Kassel. Da zur Gewinnung der Stammzellen ein Embryo getötet werde, handele es sich um eine Instrumentalisierung des Menschen. Das sei nicht vertretbar, auch wenn man mit der Stammzellenforschung neue Heilverfahren für schwere Krankheiten finden wolle. "Ich kann und darf nicht einen Menschen opfern, um einen anderen zu heilen", so Meisner. Nach Ansicht des Erzbischofs hat sich in den vergangenen Jahren in den westlichen Kulturen ein Wandel "von Weltanschauungsfragen zu Menschenanschauungsfragen" vollzogen. In manchen Gesellschaften würden Christen daran erkannt, daß sie als einzige Gruppe das menschliche Leben von seinem Anfang bis zu seinem Ende für schützenswert halten. Negativbeispiele sind für Meisner die Niederlande und Belgien, die "barbarische Euthanasiegesetze" eingeführt hätten.

Werbung
irak

Den Kirchen stellte der Kardinal kein uneingeschränkt positives Zeugnis in ihrem Kampf für einen besseren Lebensschutz aus. So sei eine Fortschreibung des Papiers "Gott ist ein Freund des Lebens", das 1989 von EKD und katholischer Deutscher Bischofskonferenz veröffentlicht wurde, heute nicht mehr möglich. Meisner macht dafür die Erweiterung der EKD um die Landeskirchen in den neuen Bundesländern verantwortlich. Diese hätten bereits in der DDR-Zeit der Fristenregelung bei der Abtreibung wenig entgegengesetzt. Kritik übte der Erzbischof aber auch an seiner eigenen Kirche. Es sei eines der Grundübel der weiteren Entwicklung gewesen, daß die Deutsche Bischofskonferenz 1968 nach der Veröffentlichung der Papstenzyklika "Humanae Vitae", in der künstliche Verhütung verworfen wird, die "Königsteiner Erklärung" verabschiedet habe, die die Entscheidung über Verhütung ins Gewissen der Eheleute stellt. Meisner nannte es "verheerend", daß die Bischöfe von einem falschen Gewissensbegriff ausgegangen seien. Das Gewissen schaffe keine Werte, sondern orientiere sich an einer vorhandenen Norm, betonte er. Diese sei durch die Papstenzyklika formuliert worden. Heute werde "Humanae Vitae" sogar von einem Teil der feministischen Bewegung respektiert, weil die Antibabypille zur "Vermarktung der Sexualität" geführt habe.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 

meist kommentierte Artikel

Warum es (nicht) gut ist, dass wir zwei Päpste haben (52)

'Amoris Laetitia bekräftigt eindeutig die klassische kirchliche Lehre' (33)

Dalai Lama: 'Johannes Paul II. war ein beeindruckender Mann' (25)

Down Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate (24)

'Das Jüngste Gericht findet statt' (24)

Van Rompuy: Die Zeiten von Roma locuta, causa finita sind lang vorbei (24)

'Die Brutalität der Anschläge entsetzt mich' (22)

13 Tote bei Unglück in Madeira (22)

Maria, die Mittlerin der Gnaden (18)

Die Kirchensteuer ist unzeitgemäß und ungerecht (17)

Vatikanist Tosatti: ‚Die Rückkehr der Berufungskrise’ (13)

Theologe: 'Amoris laetitia' ist 'äußerst schwerwiegende' Situation (13)

'Maria bat in Fatima, die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen' (13)

Kanzlerin Merkel will meine Stimme, aber mich für dumm verkaufen (12)

'Was im Namen des Islam an Hass und Terror und Angst verbreitet wird' (11)