Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  6. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  12. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden

Die Wahrheit in der Liebe tun

27. Juni 2010 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Soirée der "Generation Benedikt" zu Caritas in Veritate. Ein Bericht von Franz Norbert Otterbeck.


Bonn (www.kath.net)
Man kritisiert Papst Benedikt XVI. wahrscheinlich nur vordergründig wegen des „Schweigens“, hintergründig aber wegen seines Redens und Schreibens. Denn man versteht ja doch sehr gut und ziemlich genau, auf was er mit der ganzen Kirche hinaus will: Die Welt soll die Liebe in der Wahrheit leben und die Wahrheit in der Liebe tun (vgl. Eph 4,15).

Die „Generation Benedikt“ lud deshalb im Rahmen eines festlichen Abends zu den Themen der päpstlichen Sozialenzyklika von 2009 nach Bonn ein. Das Podium war hochkarätig besetzt: Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst aus Limburg und Christiane Underberg vom Niederrhein beleuchteten das Dokument aus den Perspektiven der Pastoralwissenschaft respektive wirtschaftlicher Praxis. Der Bischof verwies darauf, dass er am Finanzplatz Frankfurt durchaus gute Erfahrungen mit der kirchlichen Verkündigung in Wirtschaftskreisen mache: Gerade aus der Welt der Wirtschaft erwarte man dringend Orientierung, auch der „Sprachlosigkeit“ zwischen Kirche und Wirtschaft zum Trotz, die Mitveranstalter Professor Wolfgang Ockenfels vom Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg freilich nicht unerwähnt lassen durfte.


Frau Underberg warb um ein besseres und genaueres Verständnis dessen, was Subsidiarität meint. Diese sei ein Gebot „sozialer Liebe“, indem sie der je kleineren Einheit eine Eigenverantwortung zutraue und manchmal auch zumute. Die Kräfte der „Zivilgesellschaft“ zu stärken sei ein überaus berechtigtes Anliegen des Heiligen Vaters. Genau deshalb halte er sich aber klug mit Patentrezepten zurück, wie Bischof Franz-Peter unterstrich. Daraus dürfe man aber keine mangelnde Deutlichkeit herleiten. Die Sozialenzyklika sei freilich im Innenraum der Kirche hierzulande noch nicht ausreichend aufbereitet.

Das Medienecho vor einem Jahr war durchaus zwiespältig. Die Kommentare zielten darauf, das Dokument möglichst rasch aus dem öffentlichen Diskurs zu verbannen, wogegen sich sämtliche Referenten des Abends wehrten. In der Diskussionsrunde fiel es dem Moderator Nathanael Liminski zu, der „advocatus diaboli“ in der Runde zu sein. Seine erste Frage an Wolfgang Ockenfels, wie denn eine Enzyklika überhaupt entstehe, konterte dieser damit, dass er einiges Grundsätzliches formulierte. Auf die öffentliche Kritik von Friedhelm Hengsbach an der Enzyklika angesprochen, hielt Ockenfels fest, dass es insbesondere einem Jesuiten, der ja durch ein spezielles Treuegelübde gebunden sei, dem Papst zu dienen, nicht zukomme, von einer Enzyklika konkrete Handlungsanweisungen zu fordern, die derselbe dann, wenn sie kämen, wohl nicht befolgen würde.

Der teilnehmende Beobachter durfte daraus folgern, dass sich mancher Sozialethiker im Werdegang dieses Papiers nicht hinreichend berücksichtigt gefühlt haben könnte. Ockenfels erläuterte, dass mancher Theologe natürlich ganz gern der „ghostwriter“ des Höchsten sein würde. Liminski insistierte, die Fragestellung des Abends in den Blick zu nehmen: „Ist die dritte Enzyklika dieses Papstes in der deutschen Öffentlichkeit „durchgefallen“?“ Einhellige Antwort des Podiums war: Außerhalb der Fachtheologie sicher nicht. Der Bischof von Limburg bekannte sich voll und ganz und ohne jede Einschränkung dazu, dass in dieser Zeit die Stunde des universalen Petrusamtes da sei. Woher sonst solle denn die Orientierung kommen? Jedoch sei es Aufgabe der Ortskirchen, die Gedanken des Papstes zu den Akteuren in Wirtschaft und Gesellschaft zu tragen.

Sämtliche Referenten waren sich darin einig, dass die eigentliche Großtat von „Caritas in veritate“ darin bestehe, den Primat des Geistlichen, die Offenheit für die ganzheitliche Entwicklung, den Sinn für Transzendenz inmitten der Sozialdoktrin neu platziert zu haben. Ganz das Gegenteil von technokratischer Ideologie sei die Sozialverkündigung der Kirche, nämlich selber Liebesdienst.

In einer kreativen Schlussrunde sammelte man auf Anregung des Moderators Ideen, wie der Dialog zwischen Wirtschaft und Kirche gesteigert und verstetigt werden könne. Die Notwendigkeit des Dialogs an sich und vor allem des kirchlichen Beitrags auch zu aktuellen Fragen des wirtschaftlichen Geschehens standen da schon nicht mehr zur Debatte.

Foto: © Generation Benedikt


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst.Benedikt

  1. Vor 15 Jahren wurde Joseph Ratzinger zum Papst gewählt
  2. Musikkapelle aus Oberösterreich spielte für Benedikt XVI.
  3. Unsichtbar, aber nicht aus der Welt
  4. Silvester mit Benedikt XVI. und ‚gutem Sekt‘
  5. Benedikt XVI. empfing Pilgergruppe aus Regensburg
  6. Schwächeeingeständnis Benedikts ermöglichte Erneuerung
  7. Papst twittert bald auch auf Chinesisch
  8. Forderung nach Todesstrafe für Papst ‚geschmacklos‘
  9. Grazer Professor forderte Todesstrafe für Papst
  10. Vatikansprecher verteidigt päpstliche Twitter-Botschaften







Top-15

meist-gelesen

  1. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  4. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  5. Über das Dämonische
  6. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  7. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  8. 'Ich habe mich geirrt'
  9. Der Mensch als Mitarbeiter Gottes - Fortschritt ist kein Gottesersatz
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  12. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  13. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  14. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  15. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz