13 April 2013, 13:45
Das Leben des Christen: ein Leben ohne Make-up
 
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Franziskus-Perle des Tages: Das Leben darf nicht ‚geschminkt’ werden. Es muss so genommen werden, wie es kommt. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Gerade angesichts der Probleme des Lebens darf der Christ keine Abkürzungen einschlagen, sondern muss sich immer Gott anvertrauen, der ihm seine Hilfe nie fehlen lassen wird. Dies gab Papst Franziskus in der Predigt zu seiner heutigen Messe zu verstehen, die er in der Kappelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ zusammen mit den Männern der Gendarmerie, der vatikanischen Feuerwehr und den Schwestern „Töchter der Nächstenliebe“ feierte.

Das Leben dürfe nicht „geschminkt“ werden, wenn die Dinge nicht gut gehen, da dies bedeuten würde, kein Vertrauen in Gott zu haben, der der Herr des Lebens ist. Im Gegenteil hierzu verstünde es ein Christ, die Ereignisse zu akzeptieren. Diese Lehre entnahm Franziskus der Lesung aus der Apostelgeschichte am heutigen Samstag der zweiten Osterwoche.

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In seinen Überlegungen zu den Geschehnissen in der ersten christlichen Gemeinde ging der Papst von dem Bericht über eine Diskussion unter den neuen Brüdern im Glauben aus – Griechen gegen Juden –, zu der es aufgrund einiger praktischer Notwendigkeiten wie der Versorgung der Witwen gekommen war, die als unzureichend beurteilt wurde.

Franziskus stellte fest, dass zuerst nur geredet und gegeneinander geschwätzt worden sei. Dies jedoch führe zu keiner Lösung der Probleme. Mit der Unterstützung des Heiligen Geistes hätten die Apostel dann gut reagiert: „Sie haben eine Gruppe von Jüngern zusammengerufen und gesprochen. Und das ist der erste Schritt: wenn es zu Schwierigkeiten kommt, muss man sie gut betrachten, ihnen begegnen und darüber sprechen. Nie dürfen sie verborgen werden“.

Genau dies täten die Apostel: „Sie verstecken sich nicht, sie wägen ab und entscheiden, ohne Zeit zu verlieren“. Da sie verstanden hätten, „dass ihre erste Pflicht das Gebet und der Dienst am Wort Gottes ist, entscheiden sie sich für Diakone, die ihnen bei den Diensten helfen“. Wenn es also zu Problemen käme, „muss man ihnen entgegentreten, und der Herr wird bei deren Lösung helfen“, wie dies im Evangelium deutlich werde (Joh 6, 16-21):

„Als es aber spät geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt. Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See ging und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten“.

„Wir dürfen keine Angst vor den Problemen haben“, so der Papst: „Jesus selbst sagt seinen Jüngern: ‚Ich bin es. Fürchtet euch nicht!’. Immer. Bei den Schwierigkeiten des Lebens, bei den Problemen, bei den neuen Dingen, denen wir entgegentreten müssen: der Herr ist da. Wir können Fehler machen, doch er ist uns immer nahe und sagt: ‚Du hast einen Fehler gemacht, schlag den rechten Weg ein!’“

Franziskus warnte: „Es ist keine gute Haltung, das Leben zu schminken, das Leben einem Make-up zu unterziehen: nein, nein. Das Leben ist, wie es ist, es ist die Wirklichkeit. Es ist, wie Gott will, dass es ist, oder wie Gott erlaubt, dass es ist, doch es ist, wie es ist, und wir müssen es nehmen, wie es ist. Und der Geist des Herrn wird uns die Lösung der Probleme schenken“.

„Fürchtet euch nicht, ich bin es!”: Dies sei das Wort Jesu, immer: „in den Schwierigkeiten, in den Momenten, in denen alles finster ist und wir nicht wissen, was wir tun sollen“. Abschließend rief Franziskus dazu auf, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen, „mit dem Geist des Herrn und mit der Hilfe des Heiligen Geistes. So wollen wir vorangehen, sicher auf der rechten Straße“:

„Bitten wir den Herrn um diese Gnade: keine Angst zu haben, das Leben nicht zu schminken, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, und zu versuchen, die Probleme zu lösen, wie dies die Apostel getan haben, und auch die Begegnung mit Jesus zu suchen, der immer an unserer Seite steht, auch in den finstersten Momenten des Lebens“.







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