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Papst Franziskus ist eine Chance

19. April 2013 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
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Doch das Stück, das auf der Weltbühne gespielt wird, ist das zwischen Gott und dem Widersacher und es ist nicht anzunehmen, dass sich dieser durch die Wahl des Papstes Franziskus bekehrt hat. Von Hubert Gindert (Forum Deutscher Katholiken)


Vatikan (kath.net/ForumDeutscherKatholiken) Nach dem großen Benedikt XVI. hat die Kirche mit Papst Franziskus einen neuen Steuermann bekommen, der mutig und kraftvoll agiert. Aber manche Ortskirchen zögern noch, in die Begleitboote einzusteigen. Es liegt eine eigenartige Flaute über dem Land.

Der neue Papst bringt Eigenschaften mit, die ihm das Herz der Menschen guten Willens öffnen: Er geht unkonventionell und mit Herzlichkeit auf sie zu, verkörpert glaubwürdig die Option der Kirche für die Armen. Er liebt wie Franziskus die Schöpfung. Es geht Hoffnung von ihm aus.

Seine Wahl hat die Gegner der Kirche etwas aus dem Tritt gebracht. Das wird nicht so bleiben. Denn das Stück, das auf der Weltbühne gespielt wird, ist das zwischen Gott und dem Widersacher und es ist nicht anzunehmen, dass sich dieser durch die Wahl des Papstes Franziskus bekehrt hat.

Papst Franziskus hat seiner Kirche die Befreiung von allem Ballast, die ihrer Hauptaufgabe Verkündigung des Evangeliums im Wege stehen, also Entweltlichung, verordnet. Die Kirche soll im apostolischen Eifer auf die Menschen zugehen und nicht egozentrisch um sich kreisen.

Die andere Zielvorgabe von Papst Franziskus ist die Option für die Armen. Was heißt das und was bedeutet sie für die Ortskirche für Deutschland?

Armut bedeutet Mangel, ein Defizit an Lebensnotwendigem. Sie kann ein Mangel an materiellen und an geistlichen Gütern sein. Natürlich gibt es auch bei uns materielle Armut, um die sich der Sozialstaat, karitative Einrichtungen und Gott sei Dank auch Selbsthilfeeinrichtungen kümmern.

Aber unvergleichlich größer ist die geistliche Not: Der Mangel an Gespür für den Lebensschutz gegenüber Ungeborenen, Behinderten und auf Hilfe angewiesenen Alten. Weit verbreitet ist die geistliche Not derer, die ohne Lebenssinn existieren, weil sie Gott nicht mehr kennen. Als Kinder haben sie ihn bei ihren Eltern nicht kennen gelernt. In der Schule haben sie etwas über Religionen, aber nicht Gott erfahren. Danach sind sie aus der Kirche wie aus ihrem Elternhaus ausgezogen. Jetzt sind sie allenfalls noch kirchliche Randexistenzen.

Ist diese gesellschaftlich-religiöse Armut das große Thema der Bischofskonferenzen, der Laienorganisationen, der katholischen Verbände und der Pfarreien?

Wenn die Ortskirche die geistlich-religiöse Armut, für die sie zuständig ist, nicht aufgreift, werden die alten angestaubten Themen, vom Zölibat bis zum Frauenpriestertum etc. etc. bald wieder in den Vordergrund treten, weil die Verfechter ja nicht dorthin gehen, wo sie das alles hätten was sie wollen. Denn sie wissen genau, dass sie dann zugleich die Fleischtöpfe verlieren und in der Bedeutungslosigkeit enden würden.

Natürlich braucht die Kirche im Sinne des „Ecclesia semper reformanda“, d.h. der Kirche, die sich immer erneuern muss Reformen. Aber diese müssen geistlicher Natur sein, so wie Franz von Assisi sich zuerst selber bekehrt hat und durch sein Beispiel die Kirche von innen reformiert hat.

Mit der Wahl von Papst Franziskus hat auch die Ortskirche erneut eine Chance bekommen. Wenn sie sich dazu aufrafft, kann der Glaube auch im alten Kontinent wieder aufblühen.

Ist das nicht der Fall, wandert das Kraftzentrum der Weltkirche weiter in Richtung der Südhalbkugel der Erde ab. Das wäre aber keine schicksalhaft vorgegebene oder von Gott gewollte Entwicklung.

Denn Umkehr ist auch heute möglich.

Professor Hubert Gindert lehrte bis zu seiner Emeritierung Betriebswirtschaft und Marketing. Als Vorsitzender des Diözesanrates des Bistums Augsburg war er von 1990 bis 1994 Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 1996 ist Hubert Gindert Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Am 30. September 2000 gründete er zusammen mit anderen Persönlichkeiten das „Forum Deutscher Katholiken“ und leitet es seither als erster Vorsitzender.
Siehe auch den Eintrag in kathpedia:
Hubert Gindert


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Lesermeinungen

 willibald reichert 20. April 2013 
 

Herbert Klupp

Den Menschen muß wieder bewußt werden,
daß die Medien ideologisch orientiert
nicht mehr informieren, sondern vorher
sortieren, was ihr Weltbild bestätigt.
Über diesen Mißbrauch der Pressefreiheit
regt sich niemand auf, weil sie am län-
geren Hebel sitzen und anderer-
seits darauf bauen, daß die Masse
nicht mit der Wahrheit konfrontiert wer-
den will. Wer dennoch gegen die gewoll-
te Verdummung der Medien reagiert, der
wird ganz schnell ins gesellschaftliche
Abseits gedrängt und steht dann als
Schmuddelkind da. Ich erinnere nur an
Bischof Mixa, den man mit den perfide-
sten Vorwürfen konfrontiert hat und für
den kein Amtsbruder in die Bresche ge-
sprungen ist. Das erinnert an das alte
Sprichwort:Freunde in der Not, gehen
hundert auf ein Lot!


1

0
 
 H.Kraft 20. April 2013 
 

Papst Franziskus - eine Chance

Ja, Papst Franziskus könnte für unsere
Kirche in Deutschland eine echte Chance
sein. Auch hier gilt es einmal die
Kirche vom Staub und Frust zu befreien
und einen frohmachenden neuen Anfang zu
setzen. Aber dies mit Hoffnung und Mut.
Kirche sein heißt auch, Christus richtig
zu bezeugen und nicht immer nur als
Kirche neuen Streit suchen. Ich denke nur hier an das ewige Theater um den
Zölibat und jetzt dieses gewünschte
,Frauenpriestertum`in unserer kath.
Kirche. Diese Forderung ist ein Unsinn, denn ich finde man könnte auch den Beruf des Diakons wieder neu beleben. Auch Pastoralreferenten sind doch hier
auch gefragt, um Lücken zu schliessen.
Man muss als ,Kirche` nur wollen und auch die Laien könnten sich mehr in der Kirche einsetzen. Aufgaben gibt es da mehr als genug. Wir benötigen also eine neue innerlich frische und frohmachende Kirche und keine Kirche, die langsam aber sicher einschläft. So geht es nicht weiter.
Papst Franziskus ist daher eine große
Chance für uns.
H. Kraft


0

2
 
 H.Kraft 20. April 2013 
 

Papst Franziskus - und Kirche in Europa bei uns

Es wäre schön (doch zu schön), wenn
langsam einmal bei uns in Deutschland
und in Europa die Intentionen des neuen
Papstes Franziskus Realität würden.
Und wenn es nur mal einen Zentimeter mit
unserer Kirche und uns selber in unserem
Denken zu einem wirklichen Umdenken im
positiven Sinn vorangehen würde.
Papst Franziskus hat seit seiner Wahl
einige gute Akzente gesetzt. Wenn die
Kirche hier in Deutschland und in
Europa zu einem neuen Leben kommen
will, so braucht es uns als bessere
Zeugen für Christus und einen
lebendigen Glauben. Wir dürfen als
Kirche nicht langsam einschlafen,
sondern mutig und mit Vertrauen den
Weg der Hoffnung im Glauben als
lebendige Zeugen den Weg vorangehen.
Geben wir deshalb unserem trockenen
und doch traurigen Dasein wieder mehr
Sinn und dies mit Christus.
Papst Franziskus lebt sein mutiges
Leben als Zeuge des Glaubens vor.
Bewegen wir uns für Christus und machen
wir wieder eine frohmachende Kirche, die
auf andere Menschen ausstrahlt.
H. Kraft


1

1
 
 H.Kraft 20. April 2013 
 

Müdigkeit im Glauben in Deutschland und Europa

Genau dies ist es: Kein wirkliches
Interesse an einem lebendigen Glauben
und kein frohes Mittun am Leben in den
Pfarreien. So sehen in vielen Städten die
Ortskirchen in Deutschland und in Europa
leider aus. - Papst Franziskus ist da
eine andere aufbrechende Kirche gewohnt.
Doch bei uns schläft die Kirche langsam
ein. Und junge Christen meckern nur
immer fleißig an der Kirche herum und
dann dieses perverse Geschrei nach dem
,Frauenpriestertum` in Deutschland.
Schon dies wirkt sich sehr negativ auf
das gesamte kirchliche Leben aus. Die
Feinde der Kirche in Deutschland haben
leider nichts anderes im Sinn, als die
Strukturen der Kirche auszuhöhlen und
Christen weiterhin zum Schweigen zu
bringen. Wir brauchen innerhalb der
gesamten Kirche in Deutschland und
Europa einen Ruck von Christen, die ein
ganzes ,Ja` zu Gott sagen und dieses ,Ja` in unsere Zeit rufen. Ohne ein
gemeinsames Zeugnis der Kirche für
Christus gelingt kein Überleben des
Glaubens.
H. Kraft


1

1
 
 Scotus 19. April 2013 

Europas Armut ist der Durst nach Glauben

Auch wenn es in unserer westlichen Welt materielle Armut (leider sogar wieder zunehmend) gibt: in erster Linie leiden die Menschen Europa aber an einer geistigen und geistlichen Armut.

Um diese geistige Armut zu lindern, hilft weder das Argumentieren, noch das Predigen, und schon gar nicht das Moralisieren. Um diese Armut zu beseitigen, braucht es viel Liebe und ein hoffnungsvolles Zeugnis von uns allen Gläubigen. Vielleicht klingt es daher auch verrückt, wenn ich meine, dass ein Liturgie-Fasten helfen könnte, zuerst das große Elend der Menschen und erst dann einmal die Unmoral zu sehen.

Das Eintauchen in die Welt der Gottlosen mit allen Konsequenzen könnte uns helfen, die große Not zu verstehen, und am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, keine Hoffnung zu haben. Vielleicht würden wir dann in unserem Urteil milder werden, und besser sehen lernen, dass unsere Welt nicht in erster Linie böse ist, sondern Durst hat. Und zwar nach Gott, nach dem lebendigen Gott.


0

1
 
 Herbert Klupp 19. April 2013 
 

Berechtigte Skepsis

Prof. Gindert sieht messerscharf und richtig daß der Widersacher nicht schläft, daß die Gegner der Kirche sich bald wieder sammeln werden, und daß "Armut" bei uns hauptsächlich in einer schlimmen geistlichen Unwissenheit großer Teile der Bevölkerung besteht. Diese Misere heute ist großenteils unseren Medien geschuldet: Kirche ist vor allem dann interessant, wenn sie skandalisiert werden kann. Kirchenleute bekommen Mikrofon und Kamera (fast nur) wenn sie Kritik äußern. Konservative (echte) Katholiken kommen kaum vor in den Medien, sie werden "tot"geschwiegen. Oder man lädt sie ein, um sie "zerreißen" zu lassen vom "vortemperierten" Studiopublikum. Wir müssen den heutigen kampf vor allem gegen die Medien führen: nicht haßerfüllt, aber mit Ernst immer wieder den Finger hineinlegen in die Wunde, die öffentlich-rechtliche Medien sich selber schlagen, indem sie ihren Auftrag verraten, und einseitig "linksgrün" (und antikatholisch) sind.


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0
 
 prof.schieser 19. April 2013 

Gindert's Stimme

Die Stimme von Prof.Gindert (FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN) sollten vor allem unsere Bischöfe hören! DA ist die Umkehr nötig -- und die Hin-kehr zu den wirklichen Problemen in der Kirche:
* Die "Abwanderung" vieler Katholiken zu den "Traditionalisten" mit deren "Ausgrenzung" und Diffamierung als "erzkonservative Fundamentalisten" wäre ein vorrangiger Grund zur "Umkehr"!
* Nicht zuletzt wäre die längst fällige Rücknahme der "Königsteiner Erklärung" (oft genug vom Papst angemahnt!)ein Zeichen der "Umkehr"!


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