Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Liegt ein Schisma in der Luft?
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  5. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  6. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  7. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  8. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  9. Wahrheit ist heilsrelevant
  10. Adios Toni!
  11. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  12. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  13. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  14. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  15. „Nach der päpstlichen Erklärung brach in der Konzilsaula langanhaltender Applaus aus“

Cohn-Bendit wird von Missbrauchsbeauftragten scharf kritisiert

17. Mai 2013 in Deutschland, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, vermisst bei Cohn-Bendit die «reflektierte Auseinandersetzung» mit den pädophilen Äußerungen sowie mangelnde Distanzierung vom pädokriminellen früheren Leiter der Odenwaldschule


München (kath.net/KNA/red) Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat Daniel Cohn-Bendit (Foto) scharf angegriffen. Er vermisse bei dem 68-jährigen Grünen-Politiker eine «reflektierte Auseinandersetzung» mit dessen pädophilen Äußerungen in den 70er- und 80er- Jahren, sagte Rörig dem Münchner Magazin «Focus».

Zugleich lobte der Missbrauchsbeauftragte den Bundesvorstand der Grünen. Dieser hatte Anfang Mai beschlossen, den Einfluss der Befürworter von Pädophilie auf die Partei in deren Anfangsjahren wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Dies müsse «umfassend und systematisch» geschehen, erklärte Rörig. Alle Akten und Archive müssten frei zugänglich gemacht und die Ergebnisse vollständig veröffentlicht werden.

Spitzenkandidat Jürgen Trittin hatte unlängst «Fehlbeschlüsse» der Grünen zu dem Thema eingeräumt. So habe ein NRW-Landesparteitag noch 1985 für die Straffreiheit von Sex mit Kindern plädiert. Bis etwa zu dieser Zeit gab es bei den Grünen auch eine Bundesarbeitsgemeinschaft «Schwule, Päderasten und Transsexuelle».


Cohn-Bendits bisherige Erklärungen wertete Rörig als «Bagatellisierung». Es sei ein Problem, dass der Politiker seine damaligen Äußerungen nur als Provokationen verstanden wissen wolle. Vor dem Hintergrund des aktuellen Kenntnisstandes zu den Folgen von Kindesmissbrauch sei dies «unangemessen und für viele Betroffene äußerst verletzend». Cohn-Bendit habe «der damaligen Pädophilen-Szene viel Futter und Rechtfertigungsgründe» gegeben. Es wäre angemessen, das zu benennen und zu bedauern, so Rörig.

Als «wirklich enttäuschend» bezeichnete der Missbrauchsbeauftragte, dass Cohn-Bendit «nicht auf die große Zahl der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule» eingehe, deren Schüler er in den 50er- und 60er- Jahren war. «Für die vielen Betroffenen wäre es sicher ein wichtiges Signal, wenn er sich von dem ehemaligen und inzwischen verstorbenen Schulleiter und Pädokriminellen Gerold Becker distanzieren und Solidarität gegenüber den missbrauchten Schülern und Schülerinnen bekunden würde.»

Noch im April 2013 hatte Cohn-Bendit trotz seiner öffentlich bekannt gewesenen Äußerungen den Theodor-Heuss-Preis überreicht bekommen. Nachdem der Preisträger feststand, hatte der vorgesehene Festredner, Andreas Voßkuhle (Präsident des Bundesverfassungsgerichts), öffentlich seine Bereitschaft zurückgezogen, die Laudatio zu halten, kath.net hat berichtet. Doch dies sowie heftige Kritik im Vorfeld der Preisverleihung hielt den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschman (Bündnis 90/Die Grünen) nicht davon ab, seinerseits eine Laudatio zu halten.

Cohn-Bendit hatte in den 70er- und 80er- Jahren fragwürdige Texte veröffentlicht. So schrieb er 1975 in dem Buch «Der große Basar» über seine Zeit als Erzieher in einem antiautoritären Frankfurter Kinderladen u.a. wörtlich folgendes: „Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet.“… „Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ‚Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?‘ Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.“

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Cohn-Bendit: © Wikipedia/ Marie-Lan Nguyen
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  5. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  6. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  7. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  8. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  9. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  10. Adios Toni!
  11. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  12. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  13. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  14. Abtreibung mit Holocaust verglichen? Geistlicher vom Religionsunterricht freigestellt
  15. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz