Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  2. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  5. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  6. Kirche im Verfall
  7. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  8. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  9. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  10. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  11. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  12. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  13. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  14. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  15. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'

Die Messe ist kein soziales Event

3. Oktober 2013 in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Das Gedächtnis des Heils darf nicht zu einer Erinnerung an Fernes werden. Die Gnade des nahen Gedächtnisses, das Freude schenkt und Kraft gibt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Auch die heutige Frühmesse in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ konzelebrierte Papst Franziskus mit den Mitgliedern des Kardinalsrats, der vom 1. bis zum 3. Oktober zusammengetreten ist. In seiner Predigt betonte der Papst, dass das Kommen Gottes immer Anlass zum Fest ist. Das Gedächtnis des Heils dürfe nicht zu einer Erinnerung an Fernes oder zu einem gewohnheitsmäßigen Ereignis werden. Die heilige Messe sei somit kein „soziales Event“, sondern die Gegenwart des Herrn mitten unter den Menschen.

Franziskus ging bei seinen Betrachtungen von der ersten Lesung des Tages aus dem Buch Nehemia aus (Neh 8,1-4a.5-6.7b-12) und konzentrierte sich auf das Thema des Gedächtnisses. Der Schriftgelehrte Esra lese von der Kanzel aus dem Buch des Gesetzes, das als verloren gegolten habe: „Alle Leute weinten, als sie die Worte des Gesetzes hörten“ (V. 9).

Das Volk Gottes „hatte ein Gedächtnis des Gesetzes, doch es war dies eine ferne Erinnerung“. An jenem Tag dagegen sei das Gedächtnis nahe gekommen und habe an das Herz gerührt. Die Menschen hätten vor Freude und nicht vor Schmerz geweint, da sie in die Erfahrung der Nähe des Heils gekommen seien:


„Und das ist nicht nur bei den großen historischen Momenten wichtig, sondern auch in den Augenblicken unseres Lebens: wir alle haben das Gedächtnis des Heils, wir alle. Aber ich frage mich: ist dieses Gedächtnis nahe, oder ist es ein Gedächtnis, das ein wenig fern, zerstreut, archaisch ist, ein wenig wie bei einem Museum... es kann fern sein... Und wenn das Gedächtnis nicht nahe ist, wenn wir die Nähe des Gedächtnisses nicht erfahren, so tritt dieses in einen Prozess der Veränderung ein, und das Gedächtnis wird zu einer einfachen Erinnerung“.

Wenn sich das Gedächtnis in der Ferne verliere, „verwandelt es sich in Erinnerung. Wenn es aber nahe kommt, verwandelt es sich in Freude, und das ist die Freude des Volkes“. Darin liegt für Franziskus ein Prinzip unseres christlichen Lebens. Wenn das Gedächtnis nahe komme, so geschähen zwei Dinge: es wärme das Herz und schenke Freude.

„Und diese Freude ist unsere Kraft“, so der Papst: „Die Freude des nahen Gedächtnisses. Das gezähmte Gedächtnis dagegen, das sich entfernt und zu einer bloßen Erinnerung wird, wärmt das Herz nicht, es schenkt keine Freude und gibt uns keine Kraft. Diese Begegnung mit dem Gedächtnis ist ein Heilsgeschehen, sie ist eine Begegnung mit der Liebe Gottes, der mit uns Geschichte gemacht und uns gerettet hat. Es ist eine Begegnung des Heils. Und es ist so schön, gerettet worden zu sein, dass man ein Fest feiern muss“.

„Wenn Gott kommt und sich nähert, ist das immer ein Fest“, so Franziskus weiter. Oft hätten wir Christen Angst vor dem Fest, „vor diesem einfachen und brüderlichen Fest, das ein Geschenk der Nähe des Herrn ist“. Das Leben „bringt uns dazu, diese Nähe zur Ferne werden zu lassen, nur die Erinnerung an das Heil zu bewahren, nicht das Gedächtnis, das lebendig ist“. Die Kirche habe ihr Gedächtnis: das Gedächtnis des Leidens des Herrn. Auch uns jedoch geschehe es, so die Warnung des Papstes, dieses Gedächtnis in die Ferne zu rücken und es in eine Erinnerung zu verwandeln, in ein „gewohnheitsmäßiges Ereignis".

„Jede Woche gehen wir in die Kirche, oder es ist einer gestorben, dann gehen wir zur Beerdigung... und dieses Gedächtnis langweilt uns oft, weil es nicht nahe ist. Es ist traurig, aber die Messe wird oft zu einem sozialen Event und wir sind dem Gedächtnis der Kirche nicht nahe, das in der Gegenwart des Herrn vor uns besteht. Stellen wir uns diese schöne Szene aus dem Buch Nehemia vor: Esra, der das Buch des Gedächtnisses Israels bringt, und das Volk, das sich seinem Gedächtnis nähert und weint, das Herz ist erwärmt, es ist freudig, es spürt, dass die Freude des Herrn seine Kraft ist. Und es feiert ein Fest, ohne Angst, einfach so“.

„Bitten wir den Herrn um die Gnade“, so Franziskus abschließend, „dass wir sein Gedächtnis immer nahe bei uns haben, nicht gezähmt von der Gewohnheit, von vielen Dingen, und nicht in der Ferne einer einfachen Erinnerung“.

Dem Autor auf Twitter folgen!

Videoausschnitt der Predigt - man sieht auch die Kardinäle (italienisch)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Der Tod der Theologie in Deutschland
  5. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  6. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  7. Kirche im Verfall
  8. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  9. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  12. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  13. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  14. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  15. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz