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Die Heiligtümer der Apostolizität und Heiligkeit

18. Oktober 2013 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus-Perle des Tages: Apostel ist der, der sein Leben hingibt, damit der Herr wachse. Besucht die alten Priester und Schwestern in ihren Altenheimen! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Mose, Johannes der Täufer und der heilige Paulus standen im Mittelpunkt der Predigt von Papst Franziskus bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“. Franziskus unterstrich am Festtag des heiligen Lukas, dass keinem von ihnen Ängste erspart geblieben sind. Dennoch habe sie der Herr nie verlassen. Die Gedanken des Papstes richteten sich dann auf die vielen Priester und Schwestern in den Altenheimen und er lud die Gläubigen ein, diese zu besuchen, da sie „wahre Heiligtümer der Heiligkeit und der Apostolizität“ seien.

Der Anfang des apostolischen Lebens und das Ende des heiligen Paulus: der Papst ging, ausgehend von den Lesungen vom Tag, auf diese beiden Extreme eines christlichen Lebens ein. Zu Beginn des apostolischen Lebens seien die Jünger jung und stark gewesen. Auch die Dämonen seien vor ihrer Verkündigung gewichen (vgl. Lk 10,1-9). Die erste Lesung dagegen zeige Paulus am Ende seines Lebens (2 Tim 4,10-17b): „Es handelt sich um das Verlöschen eines Apostels“.

„Der Anfang des Apostels ist freudig, begeistert, begeistert mit Gott, der in ihm ist, nicht? Doch auch ihm bleibt das Verlöschen nicht erspart. Und es tut mir gut, an das Verlöschen des Apostels zu denken... Mir kommen drei Ikonen in den Sinn: Mose, Johannes der Täufer und Paulus. Mose ist das Oberhaupt des Volkes Gottes, er ist mutig, er kämpfte gegen die Feinde, und er rang auch mit Gott, um sein Volk zu retten: stark! Und am Ende ist er allein auf dem Berg Nebo, er schaut auf das Gelobte Land und kann es nicht betreten. Er konnte nicht in das Verheißene eintreten“.


Auch Johannes dem Täufer seien die Ängste nicht erspart geblieben. Er müsse auch einer „zweifelnden Angst“ entgegentreten, die ihn quäle. Er endete unter der Gewalt eines schwachen, betrunkenen und korrupten Herrschers, unter der Gewalt einer Ehebrecherin und der Willkür einer Tänzerin.

Ebenso spreche der heilige Paulus in der ersten Lesung von jenen, die ihn verlassen hätten, von denen, die ihm geschadet hätten, indem sie sich gegen seine Verkündigung wandten. Er erzähle, dass ihm bei einem Prozess keiner beigestanden hätte: „Alle haben ihn verlassen“. Doch Paulus sage: „Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören“.

„Das ist das Große an diesem Apostel“, so der Papst, „der mit seinem Leben das tut, was Johannes der Täufer sagte: ‚Er muss wachsen und ich abnehmen’. Apostel ist der, der sein Leben hingibt, damit der Herr wachse. Und am Ende verlischt er auf diese Weise... Auch Petrus mit der Verheißung: ‚Wenn du alt sein wirst, werden sie dich dorthin bringen, wohin du nicht gehen willst’. Und wenn ich an das Verlöschen des Apostels denke, kommt mir die Erinnerung an jene Heiligtümer der Apostolizität und Heiligkeit ins Herz, die die Altenheime der Priester und Schwestern sind: gute Priester, gut Schwestern, die alt geworden sind, mit der Last der Einsamkeit, in der Erwartung, dass der Herr kommt, um an die Tür ihrer Herzen zu klopfen. Das sind wahre Heiligtümer der Apostolizität und Heiligkeit, die wir in der Kirche haben. Vergessen wir sie nie, ja?“

Wenn man mehr in die Tiefe blicke, so seien diese Orte wunderschön: „Oft habe ich den Eindruck, dass man eine Pilgerreise zum Heiligtum der Gottesmutter, des Franziskus, des heiligen Benedikts macht, viele Pilgerreisen“.

„Doch ich frage mich“, so der Papst, „ob wir Christen bei diesen Heiligtümern der Apostolizität und Heiligkeit einen Besuch machen wollen – der eine richtige Pilgerreise sein wird! –, die die Altenheime der Priester und Schwestern sind. Einer von euch sagte mir vor ein paar Tagen: wenn er in ein Land auf Mission gegangen sei, so sei er zum Friedhof gegangen und habe sich alle Gräber der alten Missionare angeschaut, Priester und Schwestern, die dort seit 50, 100, 200 Jahren liegen, alle unbekannt. Und er sagte mir: ‚Sie alle können heiliggesprochen werden, denn am Ende zählt nur diese alltägliche Heiligkeit, diese Heiligkeit aller Tage’. In den Altenheimen warten diese Schwestern und Priester ein wenig, wie dies der heilige Paulus getan hatte: ein wenig traurig, wirklich, aber auch mit einem gewissen Frieden, mit einem heiteren Antlitz“.

„Es wird uns allen gut tun“, so Franziskus abschließend, „an diese Etappe des Lebens zu denken, die das Verlöschen des Apostels ist, und zum Herrn zu beten: ‚Behüte alle, die in jenem Moment der letzten Entäußerung stehen, um nur ein weiteres Mal noch zu sagen: ‚Ja, Herr, ich will dir folgen!’“.

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