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Talkshow: Schwule und Lesben dominieren Debatte

27. Jänner 2014 in Aktuelles, 42 Lesermeinungen
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Sieben Befürworter homosexueller Beziehungen kontra zwei Kritiker: Hartmut Steeb (Evangelische Allianz) und Gabriel Stängle (Initiator der Petition „Kein Bildungsplan 2015“


Stuttgart (kath.net/idea) Sieben Befürworter homosexueller Beziehungen und zwei, die sich für Ehe und Familie als gesellschaftliches Leitbild engagieren – das war die Zusammensetzung einer Talkshow im SWR-Fernsehen am Abend des 24. Januar. Zum „Nachtcafé“ mit dem Titel „Schwul, lesbisch, hetero – wirklich selbstverständlich?“ hatte Moderator Wieland Backes vor allem „Betroffene“ eingeladen: die Chefredakteurin der Tageszeitung „taz“, Ines Pohl, verpartnerte sich vor kurzem mit ihrer Freundin; Bent Vansbotter und Jan Küpperbusch, die ebenfalls in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben; der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann outete sich als 30-Jähriger als schwul; die Mutter einer lesbischen Tochter, Traudl Fuchs; ein Vater, dessen schwuler Sohn sich aus Verzweiflung das Leben nahm, und Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD), in dessen Haus der umstrittene Bildungsplan 2015 erstellt wird. Das Papier sieht vor, dass Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität im Schulunterricht intensiver und fächerübergreifend behandelt werden. Ihnen gegenüber saßen der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), und der Realschullehrer Gabriel Stängle (Nagold), der für eine Petition mit der Forderung nach Änderungen am Bildungsplan bisher rund 170.000 Unterschriften erhielt.


Argumente der Kritiker gingen unter

Ihre Argumente gegen die Absicht des Bildungsplans, Akzeptanz sexueller Vielfalt zum Schwerpunkt der Lehrpläne für die Klassen 1 bis 13 zu machen, blieben weitgehend undiskutiert. So gab Stoch auf die Frage, was „sexuelle Vielfalt“ meine und enthalte, die allgemeine Antwort, dass der Bildungsplan auf ein Klima der Offenheit und Toleranz hinwirken solle: „Niemand darf ausgegrenzt werden“, erklärte Stoch im Blick auf die von den anderen Diskutanten geschilderten Erfahrungen von Unverständnis, Diskriminierung und Ablehnung für homosexuelles Leben. Obwohl Stängle betonte, dass die Schule Toleranz einüben und zum Respekt vor anderen Lebensstilen erziehen solle, wurde ihm die Verbreitung von Unterstellungen und das Schüren von Ängsten vorgehalten.

Was darf die Kirche segnen?

Einen großen Raum in der Diskussion nahm die Haltung der Kirchen ein, als deren Repräsentant Steeb hingestellt wurde. Anlass war die Klage von Frau Fuchs, dass der württembergische Oberkirchenrat dem Ortspfarrer eine gottesdienstliche Segnung der lesbischen Beziehung ihrer Tochter untersagt hatte. Der Geistliche habe sich an das Verbot gehalten, indem er bei der „Hochzeit“ nicht selbst segnete, sondern alle Gäste einlud, dem Paar ein Segenswort zu sagen.

Daraufhin fragte Backes Steeb, ob auch er eine Segnung abgelehnt hätte. Steeb antwortete mit einem Zitat von Altlandesbischof Theo Sorg, dass die Kirche nicht segnen dürfe, was nicht unter dem Segen Gottes stehe.

Frau Fuchs warf der Kirchenleitung vor, von Lesben und Schwulen Kirchensteuer zu kassieren, ihnen aber den Segen Gottes vorzuenthalten. Es sei vermessen, wissen zu wollen, was Gott segne. Stoch äußerte, er glaube an einen Gott der Liebe, der niemanden wegschicke. Die Interpretation des Evangeliums, wie sie bei Steeb und in der Petition zum Ausdruck komme, sei „menschenverachtend“. Frau Pohl warf Steeb empört vor, er erachte seine Lebensform für besser als andere und nicht-eheliche Beziehungen als minderwertig. Bei diesen Aussagen applaudierte das Publikum heftig, während es Steebs und Stängles Beiträge weitgehend schweigend zur Kenntnis nahm.

Weitere Informationen: Baden-Württemberg: CDU-Kritik am Bildungsplan wächst

CDU-Fraktionsführer im Baden-Württemberger Landtag, Peter Hauk: Spaltet ein ideologisierter Bildungsplan unser Land? - Rede im Landtag: Hauk an Grünen-Politiker: „Ihr Umgang mit Kritikern ist eigentlich beschämend, nach eigenem Maßstab intolerant, vielleicht auch diskriminierend“


Hartmut Steeb über Lebensschutz (Oktober 2012)




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