Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  6. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  7. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  8. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  9. Beschließen ohne zu entscheiden?
  10. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  11. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Die heilige Messe — eine Theophanie, kein Theater oder Event

10. Februar 2014 in Aktuelles, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Die Liturgie — Zeit Gottes und Raum Gottes. Die Messe ist keine Darstellung des Letzten Abendmahls. Der Herr wird auf dem Altar gegenwärtig, um dem Vater für das Heil der Welt aufgeopfert zu werden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In seinen Betrachtungen bei der heiligen Messe am Montag der fünften Woche im Jahreskreis im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ ging Papst Franziskus von der ersten Lesung aus dem Alten Testament aus (1 Kön 8,1-7.9-13), die von der Erscheinung Gottes zur Zeit des Königs Salomon spricht. Der Herr kam in einer Wolke über den Tempel herab: „Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn“ (9,11).

Der Herr spreche zu seinem Volk auf viele Weisen, so der Papst: durch die Propheten, durch die Priester, durch die Heilige Schrift. Doch bei seiner Erscheinung, bei der „Theophanie“ spreche er auf andere Weise: nicht durch das Wort, sondern durch eine andere Gegenwart, die näher und unvermittelt sei.

Dies geschehe ebenso bei der liturgischen Feier. Die Liturgie „ist kein gesellschaftliches Event, kein guter sozialer Akt. Sie ist keine Versammlung der Gläubigen, um miteinander zu beten. Sie ist etwas anderes. In der Liturgie ist Gott gegenwärtig“, nicht aus der Ferne, sondern in der Form einer nahen Gegenwart. In der heiligen Messe „ist die Gegenwart des Herrn real, wirklich real“:


„Wenn wir Messe feiern, machen wir keine Darstellung des Letzten Abendmahls: nein, das ist keine Darstellung. Es ist etwas anderes: es ist gerade das Letzte Abendmahl selbst. Es werden im eigentlichen Sinne ein weiteres Mal das Leiden und der Erlösungstod des Herrn gelebt. Sie ist eine Theophanie. Der Herr wird auf dem Altar gegenwärtig, um dem Vater für das Heil der Welt aufgeopfert zu werden. Wir hören oder sagen: ‚Aber nein, ich kann jetzt nicht, ich muss zur Messe gehen, ich muss die Messe besuchen’. Die Messe ‚besucht’ man nicht einfach, man nimmt an ihr teil, und so nimmt man an dieser Theophanie teil, an diesem Geheimnis der Gegenwart des Herrn unter uns“.

Die Krippe, der Kreuzweg: das seien Darstellungen. Die Messe dagegen „ist ein reales Gedächtnis, das heißt eine Theophanie: Gott nähert sich uns und ist mit uns, und wir haben Anteil am Geheimnis der Erlösung“. Franziskus unterstrich, dass wir leider bei der Messe oft auf die Uhr blickten und die Minuten zählten: „Das aber ist nicht die richtige Haltung, die uns die Liturgie abfordert: die Liturgie ist Zeit Gottes und Raum Gottes, und wir müssen und dorthinein begeben, in die Zeit Gottes, in den Raum Gottes, und dabei nicht auf die Uhr schauen“:

„Liturgie heißt, in das Geheimnis Gottes eintreten, sich zum Geheimnis tragen lassen und im Geheimnis sein. Zum Beispiel: ich bin sicher, dass ihr alle hierher kommt, um in das Geheimnis einzutreten. Aber vielleicht sagt einer: ‚Ah, ich muss zur Messe nach Santa Marta gehen, weil zum Touristenrundgang durch Rom jeden Morgen gehört, den Papst in Santa Marta zu besuchen. Das ist ein wenig touristisch, nicht wahr?“, so der Papst mit einem Lachen: „Ihr alle kommt hierher, wir versammeln uns hier, um in das Geheimnis einzutreten: das ist die Liturgie. Sie ist die Zeit Gottes, der Raum Gottes, sie ist die Wolke Gottes, die alle umfasst“

Franziskus erinnerte sich an einen Gesang bei seiner Vorbereitung als Kind auf die Erstkommunion. Dieser Gesang habe darauf verwiesen, dass der Altar von Engeln behütet werde, um so den Sinn für die Herrlichkeit Gottes, für den Raum Gottes, die Zeit Gottes zu geben. Und als während der vorbereitenden Proben in der Kirche die Hostien gebracht worden seien, habe man den Kindern gesagt: „Schaut her, das sind nicht die Hostien, die ihr empfangen werdet: die hier sind nichts wert, weil sie erst noch konsekriert werden müssen!“. So bedeute die Feier der Liturgie, die Bereitschaft zu haben, in das Geheimnis Gottes einzutreten, in seinen Raum, in seine Zeit, und sich diesem Geheimnis anzuvertrauen.

„Es wird uns heute gut tun“, so der Papst abschließend, „den Herrn zu bitten, dass er allen diesen ‚Sinn für das Heilige’ schenke, diesen Sinn, der uns begreifen lässt: eines ist es, zuhause zu beten, in der Kirche, den Rosenkranz, viele andere Gebete, den Kreuzweg zu beten, viele andere schöne Dinge, die Bibel zu lesen… Und etwas ganz anderes ist die Feier der Eucharistie. In der Messfeier treten wir in das Geheimnis Gottes ein, wir betreten jenen Weg, den wir nicht kontrollieren können: allein Er ist der Eine, Er ist die Herrlichkeit, Er ist die Kraft, Er ist alles. Bitten wir um diese Gnade: dass der Herr uns lehre, in das Geheimnis Gottes einzutreten“.

Dem Autor auf Twitter folgen!






Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  6. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  15. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz