Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  11. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  12. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  13. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

'Was soll aus diesem Kind bloß werden?'

25. März 2014 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Holm Schneider, Professor für Kinderheilkunde, über Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom - Ist das Kind einmal auf der Welt, gewinne es oft die Herzen der Familienmitglieder, die mit dem Kind „mitwachsen“ – Ein Gastbeitrag von Norman Gutschow


Berlin (kath.net) Professor Dr. Holm Schneider war bei den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) Berlin zu Gast für eine Lesung aus seinem Buch „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“, in dem anhand von sieben Lebensläufen die gelungene Inklusion von Menschen mit Down-Syndrom dargestellt wird.

Die Kooperationsveranstaltung der Christdemokraten für das Leben Berlin mit Kaleb e. V. fand Mitte März in der Pfarrei Herz-Jesu statt. Der bekannte Kinderarzt und Genforscher Professor Dr. Holm Schneider von der Universität Erlangen-Nürnberg ist nicht nur Bundesvorstandsmitglied der Aktion Lebensrecht für Alle e. V. und Mitglied des Forums deutscher Katholiken, sondern auch Vater von fünf Kindern. In seinem neuesten Buch, das anlässlich des diesjährigen Welt-Down-Syndrom-Tages im Neufeld-Verlag erschienen ist, schildert Schneider, wie Menschen mit Down-Syndrom in der Welt zurechtkommen und ihr Umfeld durch ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit bereichern, sowohl im Familien- und Freundeskreis, aber auch gerade im Berufsalltag mit sogenannten „normalen“ Menschen.

Holm Schneider las stellvertretend zwei der sieben Lebensgeschichten vor und sprach anschließend mit dem Publikum über die Protagonisten von „Was soll aus diesem Kind bloß werden?“ und über das Down-Syndrom im Allgemeinen.

Die beiden Geschichten handelten von Jan und Magdalena, die in Deutschland und Österreich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten, deren Eltern aber durchsetzen konnten, dass beide jeweils zur Regelschule gehen konnten und nicht nur zurechtkamen, sondern auch aktiv dazugehörten. Jan, der aufgeweckte Junge, der im Fußballverein aktiv war und dann das Theater für sich entdeckte, ist heute als Schauspieler engagiert und festes Mitglied in einem Ensemble. Magdalena hat nach Grund- und Volkschule eine Ausbildung in der Kreisverwaltung ihrer Gemeinde absolviert und ist nun „auf dem Amt“ tätig, wo sie allen Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat zur Seite steht.


„Eltern können mehr, als sie sich zutrauen“

Im Gespräch mit dem Publikum kam auch noch Simon zur Sprache, der als erster Mensch mit Down-Syndrom seinen Mopedführerschein in seiner Schweizer Heimat gemacht hat und nun selbst zu seinem Job als Hausmeister einer Schule fährt. Überhaupt fiel an diesem Abend vielfach der Begriff „der oder die Erste“. Der erste Mensch mit Down-Syndrom an der Regelschule, mit Führerschein, Universitätsabschluss … und, und, und. Teilweise gegen die bis dahin herrschende medizinische Meinung, was aus dem Publikum mit der Bemerkung quittiert wurde: „ja, alles ist unmöglich – bis es einer macht!“

Dies griff Professor Schneider bei der Frage zu den Eltern von Kindern mit Down-Syndrom auf. In Untersuchungen zeige sich, dass Ehen, wenn sie denn auseinander gehen, dies meistens vor der Geburt des Kindes tun. Ist das Kind einmal auf der Welt, gewinne es oft die Herzen der Familienmitglieder, die ihren Alltag dann meistern, weil sie "mit dem Kind mitwachsen".

Schneider verwies darauf, dass Kinder immer Unerwartetes mit sich bringen, egal ob mit oder ohne Behinderung. Angehende Eltern seien heute allgemein verzagt vor der Aufgabe der Elternschaft, doch es zeige sich immer, das nicht nur die Kinder mehr könnten, als man ihnen zutraue, auch gerade Eltern können mehr als sie sich zutrauen.

Im Zusammenhang mit dem Down-Syndrom sieht man zudem, so Holm Schneider, dass diese Kinder sehr oft durch ihre Empathiefähigkeit, die stärker ausgeprägt ist als bei „normalen“ Menschen, eine Familie enger zusammenbringen und die Familienbande stärken. Beispielhaft nannte er die Geschichte eines Paares, die bereits ein „normales“ Kind, eine Jungen, hatten und ein Mädchen mit Down-Syndrom adoptierten. Die Großeltern reagierten mit Unverständnis und selbst in der Kirchengemeinde wurde das Paar gefragt, wie sie dies ihren Eltern antun könnten! Heute ist das Mädchen die "Seele" der Familie, hat positiv auf die Entwicklung ihres Bruders eingewirkt und wird auch von den Großeltern geliebt.

Diese und andere Beispiele zeigen, dass der Einschluss, die Inklusion von Menschen mit Down-Syndrom in die Familie, Schule, den Beruf, die Gesellschaft eine Bereicherung für alle sein kann. Der Begriff Inklusion wird in unserer Gesellschaft zwar immer bekannter, aber erst persönliche Geschichten, wie sie Schneider in seinem Buch vorstellt, zeigen, was es konkret bedeutet, seinen eigenen Weg zu gehen, und geben einen Begriff davon, was Inklusion ist: das gelebte Miteinander verschiedener Menschen.

Diese Geschichten machen Mut, die Schubladen in unserem Denken zu öffnen. Hoffentlich können damit Lehrer, Schulen und auch Arbeitgeber dazu gebracht werden, über neue Wege im Umgang, der Erziehung und der Anstellung von Menschen mit Down-Syndrom nachzudenken und diese auch umzusetzen. Inklusion ist möglich - nicht immer, aber immer öfter.

"Was soll aus diesem Kind bloß werden?"
7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom. Nachwort: Cora Halder
Von Holm Schneider
127 Seiten; m. 7 Farbfotos; 201 mm x 146 mm
2014 Neufeld Verlag
ISBN 978-3-86256-047-9
Preis 15.40 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]
Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Prof. Holm Schneider: ´Qualitätsbabys mit Prüfsiegel?´



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Behinderte

  1. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  2. Die erste Rechtsanwältin mit Down-Syndrom weltweit: Ana Victoria Espino de Santiago
  3. Mutter lehnt Abtreibung ab: ‚Er ist ein Geschenk Gottes’
  4. Die Realität aufzeigen
  5. Amsel Donata
  6. Eltern haben kein Risiko, Eltern haben die Chance
  7. Münchner Rollstuhlfahrerin wurde Baby weggenommen – Behördenversagen?
  8. Trisomie-Test als Kassenleistung - weitere Aushöhlung des Lebensrechts
  9. Behinderung wird zum Todesurteil
  10. Vatikan fordert offiziell Weiterversorgung von Komapatient







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  3. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  4. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  5. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  6. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  7. Rom: "Krippe von Bethlehem" zu sehen
  8. Der Heilige und das Tier
  9. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  10. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  11. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  12. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  13. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  14. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  15. Überraschung im Vatikan - Kardinal Tagle ist neuer Dekan des Kardinalskollegiums

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz