Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  8. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

Gegen die Diktatur des Einheitsdenkens

10. April 2014 in Aktuelles, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Das Einheitsdenken steinigt die Freiheit der Völker, die Freiheit der Menschen, die Freiheit des Gewissens, die Beziehung der Menschen zu Gott. Die Freiheit des für die Neuheit Gottes offenen Herzens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die erste Lesung vom Tag aus dem Buch Genesis (Gen 17,1a.3-9) bot Papst Franziskus am Donnerstag der fünften Woche der Fastenzeit den Ausgangspunkt für seine Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“. Gott verheißt Abraham: „Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern ... Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein ... Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation“ (V. 4.7.9).

Von dieser Verheißung Gottes ausgehend erklärte der Papst die Verschlossenheit der Pharisäer gegenüber der Botschaft Jesu (vgl. Joh 8,51-59). Ihr Fehler habe darin bestanden, „die Gebote vom Herzen Gottes loszulösen“. Sie hätten gedacht, dass sich alles darin erschöpfe, die Gebote zu beachten. Doch „die Gebote sind kein kaltes Gesetz“, denn sie entstammten einer Liebesbeziehung und seien „Weisungen“, die helfen würden, auf dem Weg zur Begegnung mit Jesus keine Fehler zu machen.

Die Pharisäer verschlössen Herz und Sinn jeder Neuheit und verstünden „den Weg der Hoffnung“ nicht. „Das ist das Drama des verschlossenen Herzens“, so der Papst, „das Drama des verschlossenen Sinns, und wenn ein Herz verschlossen ist, verschließt dieses Herz den Sinn, und wenn Herz und Sinn verschlossen sind, gibt es keinen Platz mehr für Gott“, sondern nur mehr für jene Dinge, von denen man glaube, dass sie getan werden müssten.


Die Gebote dagegen „tragen eine Verheißung in sich und die Propheten erwecken diese Verheißung“. Wer ein verschlossenes Herz und einen verschlossenen Sinn habe, sei nicht imstande, „die von Jesus gebrachte Botschaft der Neuheit“ anzunehmen, die in dem bestehe, was die Treue Gottes und die Propheten verheißen hätten.

„Ein verschlossenes Einheitsdenken, das nicht für den Dialog offen ist“, so Franziskus, „für die Möglichkeit, dass Gott zu uns spricht, dass er uns sagt, wie sein Weg ist, wie er dies mit den Propheten getan hatte. Diese Leute hatten nicht auf die Propheten gehört und sie hörten nicht auf Jesus. Das ist etwas mehr als eine einfache Halsstarrigkeit. Nein, es ist mehr: es ist dies die Vergötzung des eigenen Denkens. ‚Ich denke so, das muss so sein und nichts mehr’. Diese Leute hatten ein Einheitsdenken und wollten dieses Denken dem Volk Gottes auferlegen. Deshalb tadelte sie Jesus: ‚Ihr schnürt schwere Lasten zusammen und legt sie den Menschen auf die Schultern, wollt selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen’ (vgl. Mt 23,4)“.

Jesus tadle ihre mangelnde Kohärenz. Die Theologie dieser Leute werde so zur Sklavin des Denkschemas des Einheitsdenkens: „Es gibt keine Möglichkeit für den Dialog, es gibt keine Möglichkeit dafür, sich den Neuheiten zu öffnen, die Gott mit den Propheten bringt. Sie haben die Propheten getötet, diese Leute. Sie verschließen der Verheißung Gottes die Tür. Und immer wenn sich in der Menschheitsgeschichte dieses Phänomen des Einheitsdenkens einstellt – wie viel Unglück! Im vergangenen Jahrhundert haben wir alle die Diktaturen des Einheitsdenkens gesehen, die dabei endeten, viele Menschen zu töten. Doch in dem Moment, als sie sich als die Herren fühlten, konnte man nicht anders denken. Man denkt so“.

Der Papst warnte davor, dass es auch heute die Vergötzung des Einheitsdenkens gebe: „Heute muss man so denken, und wenn du nicht so denkst, dann bist du nicht ‚modern’, dann bis du nicht ‚offen’, oder schlimmer. Viele Male sagen einige Regierende: ‚Ich bitte um eine Hilfe, um eine finanzielle Hilfe für das...’, und es wird ihnen erwidert: ‚Wenn du Hilfe willst, dann musst du so denken, und dieses Gesetz erlassen, jenes andere und das andere auch noch...’. Auch heute gibt es die Diktatur des Einheitsdenkens, und diese Diktatur ist dieselbe wie jene dieser Leute: Steine nehmen, um die Freiheit der Völker zu steinigen, die Freiheit der Menschen, die Freiheit des Gewissens, die Beziehung der Menschen zu Gott. Und heute wird Jesus ein zweites Mal gekreuzigt“.

Die Mahnung des Herrn gegenüber dieser Diktatur sei immer dieselbe, so Franziskus abschließend: „Wachsam sein und beten, nicht dumm sein, keine Dinge kaufen, die zu nichts nützen, demütig sein und beten, dass uns der Herr immer die Freiheit des offenen Herzens schenke, um sein Wort zu empfangen, das Verheißung und Freude und Bund ist! Und mit diesem Bund vorwärtsgehen“.

Dem Autor auf Twitter folgen!



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz