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Historiker Wolffsohn beklagt 'deutschen Israelhass'

13. Juli 2014 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Medien vermitteln den Eindruck, Israel wäre der „schlimmste Unterdrückerstaat“


München (kath.net/idea) Einen „deutschen Israelhass“ hat der jüdische Historiker Prof. Michael Wolffsohn (München) beklagt. Anlass sind die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Schon am ersten Kriegstag sei ihm ein bekannter Nachrichtenmoderator im Fernsehen aufgefallen, der einen Korrespondentenbericht „mit einer Israel gegenüber geradezu hasserfüllten Mimik“ eingeleitet habe, schreibt Wolffsohn in einem Beitrag für „Focus Online“ (12. Juni). Laut Umfragen zähle Israel für die Deutschen zu den unbeliebtesten Staaten der Welt. In einigen Befragungen werde Deutschland im Israelhass nur noch von extremen arabisch-islamischen Staaten übertroffen.


Wolffsohn: „Ja, es gibt Gründe, Israel und die Politik Israels zu kritisieren. Aber warum erregt Israels Siedlungspolitik die Gemüter mehr als die eher brutalere chinesische in Xinjiang oder Tibet?“ Tägliche Menschenrechtsverletzungen im Iran, in Nordkorea, Simbabwe, Russland und woanders würden in Deutschland mehr oder weniger stillschweigend hingenommen. Zugleich gewinne man medial den Eindruck, „Israel wäre der weltweit schlimmste Unterdrückerstaat“. Wolffsohn bezeichnet den deutschen Israelhass als „total disproportional und irrational“. Er fragt abschließend: „Ist der Israelhass inzwischen so heftig, dass auch ich vielleicht den Begriff ‚Antisemitismus‘ verwenden müsste?“


Erstaunlicherweise hat auch die Berliner Wochenzeitung „taz“ einen nachdenklichen Kommentar zu diesem Themenbereich gebracht: „Kommentar Konflikt um Gaza – Böses, böses Israel – Wenn drei Jugendliche ermordet werden und aus Gaza Raketen abgeschossen werden, dann hat Israel einen Krieg angefangen. Geht's noch?“


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