07 November 2014, 13:00
Der heidnische Christ – die Korruption der Weltlichkeit
 
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Franziskus in Santa Marta: heidnische Christen sind die Feinde des Kreuzes Christi. Die Weltlichkeit führt in die Zerstörung. Diese ‚angestrichenen’ Christen werden ein schlimmes Ende nehmen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Christen, die im Glauben vorangehen, und Christen, die sich wie Feinde des Kreuzes benehmen. Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der 31. Woche im Jahreskreis von der ersten Lesung aus dem Brief an die Philipper aus (Phil 3,17 – 4, 1), um sich mit diesen beiden Gruppen von Christen auseinanderzusetzen, die es heute wie zur Zeit des Völkerapostels gebe.

„Beide Gruppen“, so der Papst, „waren in der Kirche, alle zusammen, sie gingen am Sonntag zur Messe, sie priesen den Herrn, sie nannten sich Christen“. Franziskus fragte sich, worin der Unterscheid zwischen ihnen bestehe. Die Christen der zweiten Gruppe „benehmen sich wie Feinde des Kreuzes Christi! Christen – Feinde des Kreuzes Christi“. Dabei handle es sich um die weltlichen Christen, Christen allein dem Namen nach, mit zwei oder drei christlichen Dingen, doch nichts mehr: „heidnische Christen! Dem Namen nach Christen, aber mit einem Leben als Heiden. Oder um es mit anderen Worten zusagen: Heiden mit ein paar Pinselstrichen von Christentum, so dass sie wie Christen ausschauen. Aber sie sind Heiden“.

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„Auch heute gibt es viele von diesen!“, so der Papst: „wir müssen aufpassen, nicht auf jenen Weg des heidnischen Christen abzugleiten, des Scheinchristen. Und die Versuchung, sich an die Mittelmäßigkeit zu gewöhnen, an die Mittelmäßigkeit der Christen, dieser Christen, ist gerade ihr Untergang, weil das Herz lau wird, weil sie lau werden. Und zu den Lauen sagt der Herr ein starkes Wort: ‚Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien’ (Offb 3,16). Das ist sehr stark! Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Sie nehmen den Namen an, doch sie folgen den Erfordernissen des christlichen Lebens nicht“.

Paulus spreche von der Bürgerschaft der Christen. Unsere Bürgerschaft „ist im Himmel. Die der anderen ist irdisch. Sie sind die Bürger der Welt, nicht des Himmels. Bürger der Welt. Und ihr Nachname lautet: ‚weltlich’! Hütet euch davor!“. Alle müssten sich fragen: „Habe ich etwas von diesen? Habe ich etwas von dieser Weltlichkeit in mir? Etwas vom Heidentum?“.

„Gefällt es mir, zu prahlen?“, so Franziskus: „Gefällt mir das Geld? Gefällt mir der Stolz, der Hochmut? Wo habe ich meine Wurzeln, das heißt: wo bin ich Bürger? Im Himmel oder auf Erden? In der Welt, im weltlichen Geist? Unsere Bürgerschaft ist im Himmel, und von dort aus erwarten wir Jesus Christus, den Herrn und Heiland. Und ihre Bürgerschaft? Ihr endgültiges Schicksal ist die Verlorenheit! Diese ‚angestrichenen’ Christen werden ein schlimmes Ende nehmen... Doch schaut auf das Ende: wohin bringt dich die Bürgerschaft, die du in deinem Herzen hast? Die weltliche zum Untergang, jene des Kreuzes Christi zur Begegnung mit ihm“.

Der Papst verwies auf einige Zeichen im Herzen, die offenbarten, dass man zur Weltlichkeit hin abrutsche: „Wenn du das Geld liebst und an ihm hängst, an der Eitelkeit und am Stolz, dann bist du auf diesem schlechten Weg. Wenn du dagegen danach trachtest, Gott zu lieben, den anderen zu dienen, wenn du sanftmütig bist, wenn du Diener der anderen bist, dann bist du auf dem guten Weg. Deine Bürgerschaft ist gut: sie ist die des Himmels“. Im Gegenteil hierzu bringe die andere Bürgerschaft Böses ein. Und Jesus bitte den Vater so sehr, seine Jünger „vor dem Geist der Welt, vor dieser Weltlichkeit zu retten, die in die Verlorenheit führt“.

Franziskus wandte seine Aufmerksamkeit dann dem Gleichnis vom unredlichen Verwalter zu, der seinen Herrn betrügt (vgl. Lk 16,1-8):

„Wie ist dieser Verwalter im Evangelium an den Punkt gekommen, dass er seinen Herrn betrügt, ihn bestiehlt? Wie ist er dazu gekommen - von einem Tag auf den anderen? Nein! Schritt für Schritt. An einem Tag ein Trinkgeld, am anderen ein Bestechungsgeld, und so gelangt man Schritt für Schritt zur Korruption. So ist der Weg der Weltlichkeit dieser Feinde des Kreuzes Christi, er bringt dich zur Korruption! Und dann endest du wie dieser Mann, nicht? In aller Offenheit stehlen...“.

Paulus fordere, fest im Herrn zu bleiben, ohne es zuzulassen, dass das Herz schwach werde „und im Nichts, in der Korruption endet“: „Das ist eine schöne Gnade, um die man bitten muss: fest im Herrn bleiben. Da ist das ganze Heil, da wird die Verklärung in Herrlichkeit sein“. „Fest im Herrn“, Franziskus abschließend, „und fest im Beispiel des Kreuzes Christi: Demut, Armut, Sanftmut, Dienst an den anderen, Anbetung, Gebet“.


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