22 Januar 2015, 12:31
21. Jänner 2015: Ein schwarzer Tag für Österreich und die Demokratie
 
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ÖVP ist in der Zwischenzeit alles Mögliche, bloß keine christliche Partei mehr, zumindest auf Bundesebene - Alle Abgeordneten automatisch exkommuniziert, sobald das erste Kind durch PID getötet wird - Gastkommentar von Bischofsvikar Helmut Prader

St. Pölten (kath.net) Der 21. Jänner 2015 ist ein schwarzer Tag in der Geschichte Österreichs und für die Demokratie. Eine Demokratie lebt nicht nur von Mehrheitsbeschlüssen, sondern auch von „richtigen“ Gesetzen im moralischen Sinne. Papst Benedikt XVI. hat bei seiner Rede im Deutschen Bundestag sinngemäß gesagt, dass es Gesetze gibt, die die Dimension des richtig oder falsch in sich tragen. Falsche Gesetze werden auch dann nicht richtiger, selbst wenn sich eine große Mehrheit dafür findet.

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Genau so ein Gesetz wurde im österreichischen Parlament beschlossen. Dabei ging es um die PID, die Präimplantationsdiagnostik. Damit wird – vorerst unter strengen Auflagen – erlaubt, dass nach künstlicher Befruchtung ein Kind im frühesten Stadium daraufhin untersucht werden darf, ob es bestimmte genetische Merkmale hat, die zu schweren und schwersten Behinderungen führen würden. Es werden dabei dem Kind im Acht-Zell-Stadium zwei Zellen entnommen und dadurch wird ein künstlicher Zwilling geschaffen. Dieser Zwilling wird untersucht (und dabei getötet) und dann wird entschieden, ob das ursprüngliche Kind leben darf oder nicht. Auf ein Kind, das PID überlebte, sich in der Gebärmutter einnisten konnte, nicht abgetrieben wurde und lebend zur Welt kommt, sterben 30 andere Kinder. Diese Zahlen liefern jene Kliniken weltweit, die PID schon länger praktizieren.

Es maßt sich bei der PID jemand an, darüber zu bestimmen, ob jemand die Voraussetzungen hat, um leben zu dürfen oder nicht. Es wird unterschieden zwischen lebenswert und lebensunwert. Damit hat der Mensch bei weitem eine Grenze überschritten. Diese Grenzüberschreitung hatten wir in der jüngeren Geschichte schon einmal. Damals war es ein Diktator, der solche Gesetze erließ, jetzt passiert dies demokratisch legitimiert.

Es ist dabei kein Trost, dass es (vorerst) auf ganz begrenzte Fälle eingeschränkt ist. Der gelernte Österreicher weiß nur allzu gut, wie schnell diese Grenzen verschoben werden. Wir brauchen dazu nur in jene Länder schauen, wo die PID schon länger praktiziert wird. Man braucht kein Prophet sein, um zu wissen, wie schnell wir dann beim Designerbaby sind, auch wenn es jetzt noch von allen Befürwortern vehement bestritten wird.

Das Schlimme daran ist, dass die Initiative dafür von einer Partei ausgeht, die sich bisher als christlich und sozial bezeichnete. Damit kann sie sich einreihen in die Gruppe jener Parteien, die für die Abtreibung eintreten. Genau das ist nämlich die PID: Abtreibung im frühesten Stadium eines Menschen, wenn er bestimmten Kriterien nicht entspricht oder bestimmte Gendefekte in sich trägt.

Im kirchlichen Gesetzbuch steht im Can. 1398 — Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu.

Das bedeutet, dass diese Strafe von selbst durch Begehen der Straftat eintritt und nicht explizit ausgesprochen werden braucht. In der Enzyklika Evangelium vitae vom 25. März 1995 heißt es ergänzend: „Die Exkommunikation trifft alle, die diese Straftat in Kenntnis der Strafe begehen, somit auch jene Mittäter, ohne deren Handeln sie nicht begangen worden wäre.“ (Nr. 62)

Dieses Handeln trifft nach verschiedenen Interpretationen auch für jene zu, die die Abtreibung durch entsprechende Gesetzgebung ermöglichen. Demnach wären auch alle Abgeordneten automatisch exkommuniziert, sobald das erste Kind durch PID getötet wird.

Nach Aussage ihres Parteiobmannes ist die ÖVP mehr als eine christliche Partei. In der Realität ist sie in der Zwischenzeit alles Mögliche, bloß keine christliche Partei mehr – zumindest auf Bundesebene.

Dr. Helmut Prader ist Bischofsvikar der Diözese St. Pölten.









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