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"Kritik der Medien und vieler Wissenschaftler unglaubwürdig"

1. Dezember 2018 in Prolife, keine Lesermeinung
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Prof. med. Paul Cullen/Ärzte für das Leben: "Hier ist der Sündenfall bereits vor langer Zeit geschehen, als im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik das Konzept akzeptiert wurde, dass es Menschen verschiedener Güteklasse gibt."


Münster (kath.net/pm) Laut diversen Medienberichten wurden in China Zwillingsmädchen geboren, deren Erbsubstanz mittels der sogenannten „Genschere“ angeblich geändert worden war. Da diese Veränderung auch die Keimbahn dieser Kinder erfasst, werden diese Genveränderungen von Ihren Kindern und Kindeskindern geerbt. Es ist die erste solche Manipulation bei geborenen Menschen weltweit. Der chinesische Forscher He Jiankui aus der Boom-Region Shenzhen, die direkt an Hong Kong grenzt, behauptet, im Rahmen einer Fertilitätsbehandlung die Embryonen von sieben Paaren dergestalt geändert zu haben, dass die Kinder gegenüber einer HIV-Infektion resistent sind. Diese Versuche wurden nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht und konnten bisher nicht bestätigt werden, sondern wurden den Organisatoren einer Konferenz über Geneditierung in Hong Kong mitgeteilt.

„Das interessante an diesem Bericht“, sagte Prof. Paul Cullen, erster Vorsitzender des Vereins Ärzte für das Leben e.V., „ist nicht die Tatsache an sich, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Technologie beim Menschen angewendet wird, auch wenn der vorliegende Bericht sich nicht bestätigen lässt. Viel interessanter ist die Kritik, die von den meisten Medien und vielen Wissenschaftler geäußert wurde. Denn hier ist der Sündenfall bereits vor langer Zeit geschehen, als im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik das Konzept akzeptiert wurde, dass es Menschen verschiedener Güteklasse gibt und dass es sogar akzeptabel ist, Menschen die bestimmten Standards nicht erfüllen, vor ihrer Geburt zu entsorgen. Wer diese Logik akzeptiert, muss auch mit der Vorstellung leben, dass Versuche, das Erbgut des Menschen gezielt zu „verbessern“ moralisch nicht zu beanstanden sind. So wirkt die Empörung vieler Kritiker etwas heuchlerisch. Diese Einschätzung ist übrigens unabhängig davon, ob solche „Verbesserungsversuche“ sich nicht am Ende als utopisch erweisen.

Entweder ist der Mensch vom ersten Moment an prinzipiell unverfügbar, oder er ist Spielball solcher Optimierungsversuche, entweder durch Selektion oder durch Genschere. Alles andere ist inkonsequent und mit der Würde nicht vereinbar.“


Archivvideo: Prof. Dr. Paul Cullen wendet sich gegen aktive Sterbehilfe - Marsch für das Leben



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