Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  9. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  10. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  11. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  12. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  13. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  14. Irland: Messerangriff auf Messbesucherin
  15. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber

Homophobie-Vorwurf: Eine Zeitung knickt ein

27. Mai 2015 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Diplom-Soziologin kritisiert Westfalen-Blatt für das Ende der Zusammenarbeit


Bielefeld (kath.net/idea) Die Diplom-Soziologin Barbara Eggert hat die Entscheidung des Westfalen-Blatts (Bielefeld), die Zusammenarbeit mit ihr zu beenden, im Gespräch mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea als Angriff auf die Meinungsvielfalt in Deutschland kritisiert: „Ich hätte mir mehr Courage gewünscht. Das Westfalen-Blatt ist eingeknickt und hat einer pöbelnden Gruppe die Hand gereicht.“ Zum Hintergrund: Am 17. Mai erschien in dem Anzeigenblatt „OWL am Sonntag“, das zur Unternehmensgruppe Westfalen-Blatt gehört, Eggerts Kolumne „Guter Rat am Sonntag“. Dort berichtete ein 43-jähriger Vater, dass er und seine Ehefrau nicht wollen, dass ihre sechs und acht Jahre alten Töchter an der „Hochzeit“ seines homosexuellen Bruders teilnehmen. Die Kinder würden den Bruder und seinen Freund zwar gut kennen, wüssten aber nicht, dass die beiden schwul seien. Er wolle nicht, dass sich die Kinder in ihrem Alter mit dem Thema der sexuellen Orientierung befassen. Eggert antwortete: „Ich gebe Ihnen Recht, Ihre Töchter würden durcheinander gebracht und können die Situation Erwachsener nicht richtig einschätzen.“ Und weiter: „Andere Kinder mögen vielleicht liberaler aufgewachsen sein, Ihre Töchter sind anders erzogen. Sagen Sie Ihrem Bruder ehrlich, wie Sie denken, und dass Ihre Kinder nicht an der Feierlichkeit teilnehmen, weil Sie nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden.“ Daraufhin war Eggert in vielen Medien als homophob bezeichnet worden und in sozialen Netzwerken unter anderem als „Faschistenschwein“ oder „Schlampe“ beschimpft worden.


In sozialen Netzwerken „fertiggemacht”

Das Westfalen-Blatt hatte in einer ersten Stellungnahme am 20. Mai erst um Entschuldigung gebeten. Es habe, so der Chefredakteur, die Erklärung gefehlt, woraus die Verwirrung der Kinder resultiere – nämlich nicht aus dem Besuch einer „Hochzeit“ zweier Männer an sich, sondern dadurch, dass den beiden Töchtern bisher jegliche Aufklärung über Homosexualität fehle. Auf die Veröffentlichung reagierten viele in den Netzwerken wiederum mit Kritik und warfen dem Westfalen-Blatt vor, es streite seine „homophobe Entgleisung“ ab.

Noch am selben Tag beendete das Westfalen-Blatt dann die siebenjährige Zusammenarbeit mit der Soziologin. Eggert erfuhr davon nach eigenen Angaben aus den Medien.

Eggert: „Ich bin mit meinem Rat auf die konkrete Situation eingegangen. Die Eltern hatten die Kinder weder über Sexualität im allgemeinen noch über Homosexualität aufgeklärt, so dass der Ratschlag, sie nicht mit auf die Hochzeit zu nehmen, legitim war. Daran ist nichts homophob. Ich habe damit auch nicht gesagt, dass der Kontakt zu dem Onkel abgebrochen werden soll.“ Eggert, die auch bis Ende 2014 insgesamt elf Jahre für die Evangelische Zeitung (vorher Nordelbische Zeitung) geschrieben hat, sagte, viele Menschen in den sozialen Netzwerken neigten dazu, andere vorschnell „fertigzumachen“. Schlimm sei, dass Medien voneinander abschreiben und Vorwürfe ungeprüft übernehmen: „Das war in der jüngeren Vergangenheit schon bei bekannten Persönlichkeiten der Fall.“

Unter den öffentlichen Anfeindungen leide sie sehr: „Ich dachte, ich kann so ziemlich alles ertragen. Aber das ist zu viel.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Homosexualität

  1. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  2. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  3. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  4. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  5. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  6. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  7. Zehn Jahre ‚Sehnsucht der ewigen Hügel‘
  8. Bistum Fulda – stark engagiert beim ‚Christopher Street Day‘
  9. Erzdiözese Salzburg veranstaltet Fortbildungsveranstaltung mit Homo-Aktivisten
  10. Dieses Jahr keine LGBT-‚Pride‘ Parade in Budapest






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  13. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  14. Irrtümer über den Jakobsweg
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz