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Christen bei der Aufnahme bevorzugen!

7. August 2015 in Kommentar, 35 Lesermeinungen
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Zur Debatte um den Zuzug von Flüchtlingen - Ein Gastkommentar von Günther Beckstein


München (kath.net/idea.de)
Bei der Aufnahme von Flüchtlingen gilt bei uns der Grundsatz, dass zwischen den unterschiedlichen Religionen nicht unterschieden wird. Ich halte das für falsch. Christen sind die meistverfolgte Glaubensgemeinschaft. Und gerade im Nahen Osten – dem Ausgangspunkt des Christentums – werden Christen derzeit in besonderem Maße Opfer von Verfolgung. In Palästina ist die Zahl der Christen stark zurückgegangen, im Irak sind von weit über 1 Million Christen vor den Kriegen nur ca. 100.000 geblieben, von denen viele keine Zukunft mehr für sich sehen. Die Lage in Syrien hat sich für Christen dramatisch verschlechtert. Während Assad – bei aller sonstigen berechtigten Kritik an seiner Herrschaft – die christliche Minderheit geschützt hat, sind jetzt viele Christen im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten geraten. Die islamistische Terrorgruppe IS geht rigoros gegen Christen in den von ihr eroberten Gebieten vor. Wer nicht seinem Glauben abschwört, wird oft getötet oder als Sklave verkauft. Es ist deshalb allzu verständlich, dass Christen in großer Zahl vor dem IS fliehen. Aber auch bei den Kämpfen zwischen anderen islamischen Gruppen, insbesondere der Hisbollah und dem Militär Assads, verlieren Christen in vielen Fällen ihre Lebensgrundlage und müssen ihre Heimat verlassen.


In den Lagern geht die Diskriminierung weiter

Sofern ihnen die Flucht in den Libanon oder in die Türkei gelungen ist und sie in Lagern sind, ist die Diskriminierung nicht vorbei: Nach vielen glaubhaften, erschütternden Berichten werden auch in Lagern Christen von der islamischen Mehrheit schlimm diskriminiert. Dies ist naheliegend im Libanon, wo die Hisbollah eine große Rolle bei der Versorgung der Flüchtlingslager spielt, zumal die UNO-Flüchtlingshilfe zu wenig Geldmittel zur Verfügung hat, um für eine ausreichende
Versorgung zu sorgen. Dabei ist es besonders ärgerlich, dass gerade auch die reichen arabischen Länder ihre Finanzzusagen bei weitem nicht eingehalten haben.

Türkei: Wenn Christen nicht aufgenommen werden

Und selbst aus der Türkei wird berichtet, dass Christen in den Lagern so diskriminiert werden, dass sie meist gar nicht aufgenommen werden unter dem Vorwand, dass sie keine Papiere haben, oder so unter einer oft sehr aggressiven Mehrheit von Muslimen zu leiden haben, dass sie die Lager schnell wieder verlassen. Lediglich in Tur Abdin, einer kleinen christlichen Exklave, können sich etliche Christen aufhalten. Ich halte es deshalb für ein zwingendes Gebot, dass wir uns um verfolgte Christen in besonderer Weise kümmern.

Kirche und Staat müssen etwas tun

Das gilt zunächst für die Kirchen: Für verfolgte Glaubensgeschwister einzutreten, ist eine klare Pflicht! Aber auch der Staat kann ein eigenes Programm zur Aufnahme von Christen auflegen, ohne gegen den Gleichheitsgrundsatz zu verstoßen. Denn bei der Aufstellung von Kontingenten gibt es ein weites Ermessen. Wir haben ein Kontingent für syrische Flüchtlinge, nicht aber für
irakische oder solche aus einem afrikanischen Land. Und darüber hinaus gibt es einen leider in
den Verhältnissen liegenden Differenzierungsgrund: die Diskriminierung durch eine islamische
Mehrheitsgesellschaft.

Ein eigenes Kontingent für Christen

Ich trete deshalb dafür ein, dass Deutschland ein eigenes Kontingent für Christen aus Syrien und dem Irak aufstellt. Dabei sollten dann auch in besonderer Weise die Kirchen Mitverantwortung übernehmen. Ich bin mir sicher, dass viele Gemeinden sich in ganz besonderer Weise dabei engagieren würden. Wer schon in Deutschland ist, erhält Asyl, wenn er Verfolgung erleidet. Aber bei der Aufnahme aus dem Ausland sollten Christen bevorzugt werden.

Der Autor, Günther Beckstein (Nürnberg, CSU), war bayerischer Ministerpräsident sowie
bayerischer Staatsminister des Innern. Bis Anfang Mai war er auch Vizepräses der Synode der
EKD.)


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Lesermeinungen

 ottokar 18. August 2015 
 

Nicht durchsetzbar

Beckstein natürlich völlig Recht.Aber eine derartige Selektion wird die vorhandene politische Landschaft nicht zulassen. Man stelle sich das Geschrei der Grünen und Linken vor, die besonders in solchen Fragen dann auch noch die volle Unterstützung unserer durch und durch antiklerikalen Presse hätten.Die Polen haben schon vor Wochen verfügt nur christliche Flüchtlinge , aufzunehmen.Eine sehr kluge Entscheidung!


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 Stiller 12. August 2015 
 

@ e.g.o.38

Wie wahr!

Aber die sind gar nicht notwendig, denn die Menschenrechte stehen in unserem Grundgesetz in den Grundrechten.
- Zu den Grundrechten, die im Grundgesetz niedergelegt sind, gehören einerseits Bürgerrechte, auf die nur Deutsche Anspruch haben, und andererseits allgemeine Menschenrechte, auf die alle Menschen pochen können, die in Deutschland leben.

So einfach ist das. :-)


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 e.g.o.38 12. August 2015 
 

Zur Präambel des GG

@ Stiller
Für neu angekommene Asylbewerber gilt erst einmal die Genfer Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, nicht das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.


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 Labrador 10. August 2015 
 

Liebes Nordlicht3 - "Jeder ... hat Recht auf Hilfe" (2)

brachte ihn zu SICH NACH HAUSE, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie.
Und Vers 35 lautet bei diesen:
Am anderen Morgen sagte er zu dem Mann: Bleib hier, iss und trink und lass es dir gut ergehen in meinem Haus dein Leben lang (Mindestsicherung/Harz4), mein Sohn soll schuften für Dich (zB Betreuungsprogramme).

In meiner Einheitsübersetzung steht aber noch immer Folgendes: ... brachte ihn zu einer Herberge (z.B ein Flüchtlingslager in Jordanien), und sorgte für ihn. Am anderen Morgen holte er 2 Denare hervor, gab sie dem Wirt (das könnte das UNHCR sein, dass diese Lager führt) und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wieder komme (im nächsten Jahr gibt es neues Geld liebes UNHCR).


Mir jedenfalls scheinen beide Bibelstellen ungeeignet, die Gefühlsduselei die manche (nicht notwendigerweise Sie, liebes Nordlicht) ein "Recht auf Hilfe" nennen, zu begründen.


2

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 Labrador 10. August 2015 
 

Liebes Nordlicht3 - "Jeder ... hat Recht auf Hilfe" (1)

Ja (solange sie nicht "unbeschränkte Hilfe damit meinen"

Als es zur Aussöhnung von USA und China kam, hat Nixon 1972 China besucht.

Falls folgende Geschichte nicht so passiert ist, so zeigt sie dennoch auf, wo der wunde Punkt liegt:

Der Kongress hat, wie in solchen Fällen üblich, Nixon verpflichtet, auch die Frage der politischen Gefangenen anzusprechen. Als er diesem Auftrag nach kam, hat Zhou Enlai ihn einfach gefragt: Wollen Sie 100.000.000 politische Flüchtlinge aufnehmen? Das wäre damals etwa die Hälfte der Bevölkerung der USA gewesen. Nixon hat das Problem erkannt und fortan dazu geschwiegen.

Oder biblisch:
Manch wohlmeinende Christen zitieren dazu gerne Mt 2,13. Sie verschweigen aber Mt 2,19-22. Die Heilige Familie hat nicht an humanitäres Bleiberecht appeliert um sich an den "Fleischtöpfen Ägyptens" (Ex 16, 3) zu laben.
Andere verweisen auf Lk 10,30-35 und vermitteln den Eindruck dort würde Vers 34 folgendes beschreiben: ".. hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, ... brachte


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 Nachgedacht 10. August 2015 
 

@wedlerg: Was kann ich noch tun,

dass ich von Ihnen verstanden werde. Nein, ich habe nicht gesagt, dass man sich nicht primär für jemanden einsetzten soll, wenn es noch andere Opfer gibt. Stattdessen bin ich der Meinung, dass man sich dann, wenn man nicht allen gleich helfen kann zumindest entschieden muss, in welcher Abfolge man Hilfe leistet. Und da würde ich nicht die Religionszugehörigkeit als eines der ersten Kriterien sehen. Übrigens anders als in ihrem Beispiel, als man genau wegen der Religionszugehörigkeit nicht geholfen hat (auch wenn das jetzt von mir sehr vereinfacht ist). Das ist jetzt aber auch mein letzter Beitrag zu unserem Disput.


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 Stiller 8. August 2015 
 

@e.g.o.38

Sind wir in eimem Frage-Antwort-Spiel?
Nöö!

Teile Sie doch mit, was Sie sagen/schreiben möchten.


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 e.g.o.38 8. August 2015 
 

Präambel lesen!

@ Stiller
Herr Beckstein kennt das Gundgesetz sehr wohl, vor allem seine Präambel, die dem Grundgesetz vorangestellt ist:

"Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.

Fällt Ihnen da was auf, Stiller?


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 PhraLuang 8. August 2015 
 

@Stiller

Sie sprechen mir aus dem Herzen!Vielen dank für ihren guten, aufrichtigen Kommentar.


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 Stefan Fleischer 8. August 2015 

@ Fels

Es zeigt sich immer wieder: Gerechtigkeit, Menschenrechte und Humanität sind absolute Begriffe. Eine ideale Welt hier und jetzt ist und bleibt eine Illusion. "Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann." Uns Menschen mit unserem beschränkten Wissen und unseren beschränkten Kräften bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen aus der gegebenen Situation das Beste für möglichst alle zu machen und die Nachteile unserer Entscheide für alle möglichst klein zu halten. Dabei dürfen wir ruhig auch unser Herz sprechen lassen, und jene Gemeinschaften nicht vergessen, in die Gott uns gestellt hat, Familie, Gemeinde, Staat und Kirche. Je besser die Mitmenschlichkeit dort funktioniert, desto leichter fällt sie uns auch gegenüber den Fremden. Der Herr hat uns gemahnt: "Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben." Ein schier unmöglicher Spagat, an dem wir nur mit viel Gottvertrauen nicht scheitern.


3

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 Beckmann 7. August 2015 

Aufteilung nach Kultur

Ich möchte Herrn Beckmann beipflichten, aber in eingeschränktem Sinne. Es wäre sinnvoll, wenn muslimische Flüchtlinge in muslimisch geprägten Ländern aufgenommen würden, z.B. der Türkei, während christliche Flüchtlinge bei uns Zuflucht finden könnten. So käme es in Flüchtlingslagern zu weniger Zusammenstößen, und wir hätten nicht das Problem der Integration einer immer größer werdenden muslimischen Bevölkerung. Muslimische Flüchtlinge werden sich in muslimischen Ländern viel heimischer fühlen als in unseren christlich geprägten Ländern Westeuropas. Und wir fühlen uns unseren christlichen Brüdern und Schwestern viel näher und können sie verstehen.


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 Kleine Blume 7. August 2015 
 

Wir sollten unsere verfolgten christlichen Schwestern und Brüder nicht alleinlassen

Wir sollten unsere verfolgten christlichen Schwestern und Brüder, die in der täglichen Medienberichterstattung kaum Erwähnung finden, nicht alleinlassen. Unterstützen wir sie durch Gebet und Tat!


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 Theodor69 7. August 2015 
 

Wie hat Mutter Teresa gehandelt?

Sie hat im nächsten Christus gesehen (egal welche Religion er hatte). Eine selektierte Nächstenliebe ist zwar menschlich, aber nicht christlich.


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 Holger R 7. August 2015 
 

Fragen

Wie die Beiträge hier zeigen, hat Herr Beckstein durchaus einen Nerv getroffen.
Menschenrechte stehen allen Menschen zu. aber Fragen darf man haben.
Ist es akzeptabel, dass reiche moslemische Staaten keine Flüchtlinge aufnehmen, nicht einmal ihre Glaubensbrüder? (siehe z.B. http://www.kath.net/news/51579)
Können wir als Deutschland alle aufnehmen, die Hilfe brauchen?
Dürfen wir Prioritäten setzen, z.B. die Verfolgungssituation von Christen im Nahen Osten als Asylgrund anerkennen? (siehe z.B. http://www.kath.net/news/51585)
Müssen wir blind alle aufnehmen und uns ggf. statt der Verfolgten die Verfolger ins Land holen?


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 MarinaH 7. August 2015 
 

"Ich glaube an die Tat"

Genau zu dieser Problematik habe ich gestern ein gutes Buch gelesen:
ICH GLAUBE AN DIE TAT von HATUNE DOGAN.
Diese Ordensschwester aus Tur Abdin hilft in den Flüchtlingslagern und schildert die Zustände dort und insbesondere die Verfolgung der Christen, auch in den Lagern. Und SIE TUT ETWAS!
http://brunnen-verlag.de/ich-glaube-an-die-tat.html#


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 Stiller 7. August 2015 
 

Herr Beckstein kennt das Gundgesetz wohl nicht...

"Art 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Naja, mit Alpe-Adria verstieß er ja wohl auch gegen Recht und Gesetz.


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 Charles X. 7. August 2015 
 

@ Stefan Fleischer

Paulus richtet sich an die Christinnen und Christen, nicht an den Staat. Zwischen Staat und Christentum gibt es in Deutschland - gottlob - einen Unterschied. Im Übrigen hat Kleutgen völlig recht: "Humanität ist nicht teilbar, und die Menschenrechte sind es auch nicht. Und christlich ist dieser Vorschlag auch nicht. Schutz genießt ein jeder Mensch, weil er ein Ebenbild Gottes ist."


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 Fels 7. August 2015 

Das wäre richtig und angemessen

Wer würde seinen Vater, seinen Bruder,seine Schwester, sein Kind nicht zuerst aufnehmen aus einem brennenden Haus, müsste er jemals entscheiden zwischen ihnen und fremden Menschen in derselben Situation? Könnte er es sich je verzeihen, wenn es ihm gleichgültig gewesen wäre, oder er absichtlich andere Menschen aufgenommen hätte? Becksteins Vorschlag ist nur gerecht und eigentlich eine Selbstverständlichkeit für Christen. Selbst der hl. Paulus ermahnt die Christen in Gal 6,10 allen Gutes zu tun, vornehmlich aber den Glaubensgenossen.


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 wedlerg 7. August 2015 
 

@Nachgedacht: Naivität ist keine Lösung

Sie würden also den Juden im dritten Reich sagen: Ich kann mich nicht primär für Euch einsetzen, weil es auch potenziell noch andere Opfer gibt? Ich bin für Menschlichkeit und Hilfe für alle.

Genauso haben die Relativisten zur Zeit des Dritten Reichs auch agiert: Es mag ja Opfer geben, aber nicht nur Juden etc. Und so wurden die Relativisten eben auch mitschuldig am Holocaust.

Kirche in Not belegt in diesen Tagen eindeutig, dass das Christentum im nahen Osten im Namen des Islam ausgerottet werden soll. Da nutzt eine relativierende Position (andere werden auch diskriminiert et al) gar nichts. Da muss einer klaren Analyse eine klare Sprache und eine klare Hilfe folgen. Alles andere ist doch realitätsfern, naiv oder (wie bei so manchem Gutmenschen der sich klamm heimlich darüber freut, dass Christen keine öffentliche Stimme haben) einfach zynisch.


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 Nordlicht3 7. August 2015 
 

Jeder Verfolgte hat das Recht auf Hilfe,

völlig unabhängig von seinem Glauben, seinem Geschlecht, seiner Hautfarbe, etc, etc. Alles andere halte ich für tief unchristlich.


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 Kleutgen 7. August 2015 

falsch!

Der Vorschlag von Herrn Beckstein ist problematisch. Asyl genießt, wer verfolgt wird. Humanität ist nicht teilbar, und die Menschenrechte sind es auch nicht.
Und christlich ist dieser Vorschlag auch nicht. Schutz genießt ein jeder Mensch, weil er ein Ebenbild Gottes ist.


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 Silvio 7. August 2015 
 

Herr Beckstein hat recht,

das ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema, aber was soll ich weiterdiskutieren. In Deutschland sind Christen (noch) nicht an Leib und Leben bedroht, jedoch sind wir auf "bestem Wege", eine Minderheit zu werden. Was sollen also christliche Zuwanderer denken, wenn sie in ein vermeintlich freies Land kommen und feststellen, dass sich eine gleichgeschaltete breite linke Medienlandschaft fast gegenseitig überbietet in den Hetzkampagnen insbesondere gegen die Katholiken?


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 Nachgedacht 7. August 2015 
 

Man kann @wedlerg auch ohne Ideologie-Handbuch

denken und diskutieren. Ich bestreite in keiner Weise die Verfolgung von Christen und die Notwendigkeit der Hilfe. Ich halte das 'Christsein' als erstes Kriterium jedoch für Fragwürdig. Schade, dass Sie auf diese Argumentation noch nicht eingegangen sind.
Falls Sie ich mit Tabuisieren meinen, dann würde mich interessieren, warum Sie mir das vorwerfen. Ich bin dafür, dass man besonders schwierige Situationen beim Namen nennt und entsprechende Hilfen gestaltet. Ich glaube aber nicht, dass es polarisierend weiterhilft, wenn alle, die das differenzierter betrachten in die rechte Ecke gestellt werden. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung zur Linderung der existentiellen Not vieler Menschen. Haben ich mit Ihnen überhaupt eine Chance der Verständigung?


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 Stefan Fleischer 7. August 2015 

@ Charles X

Röm 12,13 "Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft!" (1 Petr 4,9; Hebr 13,2)
Hat sogar Paulus Mt 25 nicht begriffen?


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 wedlerg 7. August 2015 
 

Ach @Nachgedacht: lassen Sie doch die Ideologie-Analyse weg

Die Einleitung mit der Klassifizierung nach Bildung, etc. haben Sie gut aus einem Ideologieführer für Gutmenschen abgeschrieben. Hat leider mit der Situation im Irak und Syrien nix zu tun. Der IS schriebt an "N" für Nazarener an christliche Häuser - Funktion: ganz genau wie im dritten Reich" der Judenstern. Muslime plündern dann die Häuser ihrer ehemals christlichen Nachbarn. Einfach mal die Berichte bei Kirche in Not nachlesen. Und ob in einem Türkischen Lager von Muslimen Christen wirklich geholfen wird, sollten Sie dann schon belegen. Kirche in Not schildert das Gegenteil: Kein Christ wird in die Türkei in ein Flüchtlingslager gehen. Im Libanon und Jordanien schaut es etwas anders aus. Ich bleibe dabei: wer Christen - als die am meisten verfolgte Religionsgruppe der Kriege im Irak und Syrien nicht als solche charakterisieren will und deren Benennung tabuisiert, gehört ins Lager der Verfolger, zumindest in die Kategorie Holocaust-Leugner oder Leugner des Völkermords an den Armeniern.


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 wladimir 7. August 2015 
 

Natürlich hat Herr Beckstein mit seiner Aussage der bevorzugten Aufnahme christlicher Flüchtlinge Recht.Ihnen muss angesichts der Drangsale,die sie erleiden,in erster Linie unsere Aufmerksamkeit gelten.Wir können doch nicht blauäugig die Augen davor verschließen,dass Christen die am meisten verfolgte Minderheit der Welt sind.Auch Papst Franziskus hat an das Leid der neuen Märtyrer erinnert und verstärkte Hilfe angemahnt.Die Türkei verwehrt seit langem Christen den Grenzübertritt aus Syrien und dem Irak.Und wo bleibt die Solidarität der reichen Saudis oder der Golfstaaten,in denen keiner Zuflucht sucht?Die mogeln sich geschickt an ihrer Verantwortung vorbei und überlassen es den Europäern,die Probleme der Welt zu lösen.Noch besteht auch sprachlich ein gewaltiger Unterschied zwischen Flüchtlingen und Einwanderern,der nicht im Interesse einer falschen politischen Korrektheit vermischt werden darf.


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 Herbert Klupp 7. August 2015 
 

Danke !

Mein ganz großer Dank geht an Herrn Beckstein. Wie wohltuend hebt er sich ab, auch durch wahrhaftige Formulierungen, von dem Gutmenschsprech anderer Politiker. Und er beweist, daß "man" nicht nur feige vor dem (relativistischen) Zeitgeist kuschen muß, sondern Farbe bekannen kann. DANKE, HERR BECKSTEIN !


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 Selene 7. August 2015 
 

Besonders verfolgte ...

... Minderheiten sollten grundsätzlich Vorrang haben, und das sind im Nahen und Mittleren Osten nun mal die Christen.

es ist im übrigen geradezu kollektiver kultureller Selbstmord, immer mehr Muslime aufzunehmen.

Christen sind hier nicht nur problemlos integrierbar, die aus den arabischen Ländern stammende Christen haben mehrheitlich einen hohen Bildungsstand u. entsprechende Berufe.

Das wären dann die hier fehlenden Fachkräfte.


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 Nachgedacht 7. August 2015 
 

@wedlerg: Zum Glück geht es differenzierter

In Ihrer Argumentation begegne ich einem sehr pauschaliertes Urteil über Menschen muslimischen und christlichen Glaubens, einem Dualismus der sich an der Religion festmacht. Zum Glück kann man die Welt auch differenzierter betrachten: dazu gehören kulturelle Unterschiede, Bildungsunterschiede und die Verschiedenheit von Menschen an sich. Sie machen viel an der Zughörigkeit zu einer Religion fest. Sicher wissen Sie aber auch, dass es ebenso säkulare Muslime gibt. Ich weiß auch nicht, was Sie zu dem Schluss bringt, dass nur nicht-muslimische Minderheiten verfolgt werden.Zumindest bin ich da anders informiert. Religionszugehörigkeit ist nur ein Aspekt von Minderheit. Ebenso wird natürlich auch in der Türkei oder im Libanon christlichen Flüchtlingen geholfen. und ich bleibe dabei: Unsere Pflicht als Christen ist es Menschen zu helfen die in Not sind und denen besonders zu helfen, die besonders in Not sind.


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 Christin16 7. August 2015 

Herr Beckstein spricht doch nur aus,

was im Grunde doch bekannt ist. Die Christen, die in den überfüllten Booten über Bord geworfen wurden und ertranken, durch Moslems. Hier in den Heimen, wo sie in verschiedenen Berichten ebenfalls bereits darauf aufmerksam gemacht haben, dass hier die Schikanen weitergehen - Moslems und Christen auf einem Flur, in einem Haus, die Verlierer sind die Christen. Ist aber wieder wohlweislich in Vergessenheit geraten, nach kurzer öffentlicher Betroffenheit über diese Tatsachen.
Wie sieht denn die Berichterstattung über die Flüchtlingssituation im Nahen Osten aus? Da werden die Christen doch oftmals regelrecht "vergessen", und es wird über Jesiden etc. berichtet, zumindest war es zu Beginn des Jahres noch so. Ich will kein Leid gegen das andere ausspielen - aber als Christin fühle ich mich meinen Glaubensgeschwistern näher und kann ihnen besser helfen als Moslems.
Zumal ich bestimmt kein Interesse daran habe, mir unter dem Deckmantel der Not u.U. IS-Leute ins Haus zu holen.


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 wedlerg 7. August 2015 
 

@Nachgedacht: Christen werden verfolgt, Muslime nicht

Im Gegensatz zum Bosnienkrieg in den 90ern, wo Muslime von den Serbischen Aggressoren verfolgt wurden, werden in den Krisengebieten Syrien und Irak ausnahmslos nicht-muslimische Minderheiten, v.a. Christen verfolgt. Allein deshalb ist es unsere Pflicht, Christen zu helfen, weil sie Christen sind. Kriegsflüchtlingen aller Ethnien wird von Christen doch sowieso geholfen. Aber Christlichen Flüchtlingen wird in der Türkei und in anderen muslimischen Ländern eben nicht geholfen. Sie werden dort weiter drangsaliert. Und unsere LINKEN, GRÜNEN und Sozialisten verhindern, dass Christen als besonders verfolgte Gruppe im EU-Parlament genannt wird. Wer so handelt und den verfolgten Christen die Würde nimmt, diskriminiert sie noch einmal. Es ist, als ob man den Juden im dritten Reich nicht bevorzugt hätte helfen sollen: mit einem Wort zynisch!


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 wedlerg 7. August 2015 
 

Das wäre eine Aufgabe für abendländische Staaten aber auch Caritas und Rotes Kreuz

Nicht nur Christliche Grundsätze sprechen für Beckstein, auch praktische Erwägungen sollten nicht ignoriert werden: Christen lassen sich problemlos in christlichen Gemeinden integrieren. Christen akzeptieren auch unser politisches System. Muslime lassen sich hingegen nicht einmal in staatlichen Einrichtungen integrieren. Muslime streben - praktisch überall - nach Parallelgesellschaften. Das heißt nicht, dass sie nicht gut in gesellschaftlichen Institutionen integrierbar sind (v.a. Sportvereine haben oft von Türkischen Sportlern profitiert - menschlich, wie sportlich). Aber es ist klar, dass Muslime nie eine westliche Staatsform akzeptieren oder dessen Gesetze befolgen werden. Zuerst kommen immer Koran und Clan.


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 Nachgedacht 7. August 2015 
 

Da musste ich zunächst einigmale durchatmen

bevor ich das kommentieren konnte. Auch wenn es wenig Grund zur Annahme gibt, dann hoffe ich dennoch, dass sich Herr Beckstein nur ungeschickt ausgedrückt hat. Wenn es in diesen unsäglichen Krisen Gruppierungen gibt, die besonders davon betroffen sind oder besonders darunter leiden müssen, dann ist diesen entsprechend zu helfen. Wenn das in diesem Fall besonders Mitglieder von christlichen Religionsgemeinschaften sind, dann ist diesen besonders zu helfen. Wenn aber der erste Fokus auf der Religionszugehörigkeit liegen sollte und erst der zweite auf der Situation, dann halte ich die Argumentation für nicht haltbar. Dass sich die Kirchen engagieren (müssen) geschieht längst und ist unabhängig von der Religionszugehörigkeit diakonische/ caritative Pflicht.


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 Kleine Blume 7. August 2015 
 

Gal 6,10: "[...] besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind."

"Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind."

(Hl. Apostel Paulus, Brief an die Galater 6,10; Einheitsübersetzung.)


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 Charles X. 7. August 2015 
 

Ich schätze...

Ministerpräsident Beckstein sehr. Er ist ein verlässlicher und versierter theologischer Diskussionspartner. Aber sein Vorschlag: "bei der Aufnahme aus dem Ausland sollten Christen bevorzugt werden" steht nicht im Einklang mit Mt 25.


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