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'Die Bibel und ihre philosophischen Feinde'

28. Jänner 2016 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Der bekannte Heidelberger Bibelwissenschaftler Klaus Berger untersucht in seinem Buch fünf einflussreiche Bibelexegeten und ihre Beeinflussung durch Philosophen. Gastbeitrag von Hans Jakob Bürger


Linz (kath.net) Der Titel des vorliegenden Buches „Die Bibel und ihre philosophischen Feinde“ klingt beinahe etwas reißerisch und lässt so nicht unbedingt vermuten, dass unter dem Buchdeckel ein wissenschaftlich auf sehr hohem Niveau verfasstes kleines Werk steckt. Bei dem Autor handelt es sich um den bekannten Heidelberger Bibelwissenschaftler Klaus Berger, der sein Buch erstmals 1986 unter dem Titel „Exegese und Philosophie“ veröffentlicht hatte. Die 2015 erschienene zweite Auflage wurde dann vom Patrimonium-Verlag besorgt.

Im Zentrum der 230 Seiten stehen fünf Kapitel, „in denen jeweils ein Exeget mit dem oder den Philosophen konfrontiert wird, zu dem/denen er in engem Kontakt gestanden hat“. Die entsprechenden fünf Exegeten sind Personen, so Berger, „die auch in der heutigen Exegese noch eine bedeutende Rolle spielen“. Über den Kreis derjenigen hinaus, die sich als Akademiker mit der Heiligen Schrift beschäftigen, dürften die Namen Baur, Strauß, Overbeck und Bousset wohl kaum bekannt sein. Lediglich Bultmann ist unter dem Stichwort „Entmythologisierung“ besonders auch für konservative und traditionelle Katholiken ein Begriff.


Was die von Klaus Berger mit jenen Exegeten verbundenen Philosophen betrifft, so muss man wohl vermuten, dass Namen wie Kant, Hegel, Nietzsche oder Heidegger durchaus bekannt sind, die von derartigen Personen vertretene und verbreitete Philosophie indes weniger. Sorgfältig arbeitet der Autor heraus, wie die diversen Exegeten von bestimmten philosophischen Ideen beeinflusst wurden, aber auch umgekehrt, inwiefern die Exegeten eventuell Einfluss auf „ihre“ Philosophen nehmen konnten.

Viele haarsträubende Positionen der modernen Exegeten und Philosophen werden vom Autor kurz und bündig dargestellt. Über die Position Bultmanns muss Berger beispielsweise schreiben: „Daher ist der Glaube unabhängig von der Historie, d. h. er muß sich nicht auf historische Einzeltatsachen der Vergangenheit stützen, besteht nicht in der Annahme, daß dieses oder jenes Ereignis sich so zugetragen habe, wie es die Schrift berichtet.“ Wer seinen gesunden Menschenverstand noch nicht verloren hat – und dabei handelt es sich wohl vornehmlich um Nicht-Akademiker – sehnt sich nach der Lektüre von „Die Bibel und ihre philosophischen Feinde“ nach einem erbaulichen Schriftkommentar, etwa des heiligen Johannes Chrysostomus, des heiligen Augustinus, oder des engelgleichen Lehrers St. Thomas von Aquin. Auf die Verdunkelung des Wortes Gottes durch die moderne Exegese kann er getrost verzichten.

Berger hat mit „Die Bibel und ihre philosophischen Feinde“ dem interessierten Leser durchaus einen guten Dienst erwiesen. Diejenigen hingegen, welche keine zumindest soliden Kenntnisse der modernen Philosophie sowie der modernen Exegese besitzen, dürften Schwierigkeiten haben, viel Gewinn aus dem Buch zu ziehen.

kath.net-Buchtipp
Die Bibel und ihre philosophischen Feinde
Von Klaus Berger
Taschenbuch, 230 Seiten
2015 Mainz Verlagshaus Aachen; Patrimonium
ISBN 978-3-86417-037-9
Preis 15.30 EUR

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Lesermeinungen

  28. Jänner 2016 
 

Der heilige Augustinus ist Vorbild

Wenn man Exeget ist neigt man schnell dazu aus seinem Fachgebiet einen Gott zu machen und die Bibel anzubeten.

Der Glaube ist im Ggensatz zum Protestantismus keine Buchreligion. Die Uebertreibung des Sola Scriptura hat im liberalen Protestantismus zu einer ebenso falchen Gegenbewegung geführt. Man muss dies als einen legitimen Streit innerhalb des Protestantismus begreifen, der uns Katholiken nicht berührt.

Schon der hl. Augustinus hat klar gestellt, dass nicht die Bibel, sondern die Tradition der Garant der hist. Wahrheit unseres Glaubens ist. Die Bibel fliesst aus der Tradition und ist ein Dokument, das festhält, dass die Tradition bis heute treu geblieben ist.

Glauben ohne hist. Fakten kann es nicht geben. Die Auferstehung und die Menschwerdung sind hist. Fakten. Viele Details sind aber nicht historisch. Das Lehramt sagt, worauf es ankommt.

Vom AT ist fast nicht histor., im NT sehr viel. Das AT enthält die Prophetien des Hl. Geistes. Der Literalsinn des AT ist das NT vor Gott.


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