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Wer hat hier die Hosen an?

19. Februar 2016 in Kommentar, 24 Lesermeinungen
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„Ich stolperte in einer katholischen Facebook-Gruppe in eine Diskussion über ‚anständige Kleidung‘ hinein, in deren Verlauf eine nicht mehr ganz junge Dame kundtat, sie habe alle Hosen verschenkt, trage nur noch Röcke.“ Gastbeitrag von Tobias Klein


Eschenbach (kath.net/The Cathwalk) „Ob ihr oder eure Frauen Hosen tragt oder keine Hosen tragt, hindert weder euer Heil noch vergrößert es eure Tugend.“ – Papst Nikolaus I. an den bulgarischen Fürsten Boris I.

Hin und wieder begegnet man – wenn nicht im wirklichen Leben, dann aber wenigstens im Internet – Christen (und ja, darunter auch Katholiken), die den Eindruck erwecken, sie könnten sich nicht so richtig auf den Himmel freuen, wenn sie dabei nicht die zusätzliche Genugtuung haben, dass möglichst viele andere Leute in die Hölle kommen.

Das ist traurig. Auch wenn es manchmal durchaus eine gewisse Komik hat.

Unlängst stolperte ich in einer katholischen Facebook-Gruppe in eine Diskussion über „anständige Kleidung“ hinein, in deren Verlauf eine nicht mehr ganz junge Dame kundtat, sie habe alle ihre Hosen verschenkt und trage nur noch Röcke – was sie mit dem Hinweis begründete: „Man stelle sich einmal die Jungfrau Maria in Hosen vor! Geht ja gar nicht!“ Ich fand diese Aussage zunächst eher belustigend und fragte scherzhaft an: „Wieso eigentlich nicht?“ – woraufhin ich belehrt wurde, nicht umsonst sei die Jungfrau Maria in Lourdes, Fátima usw. stets in langen Kleidern erschienen. Ah ja.

Wie ich seither feststellen konnte, handelt es sich bei der Ansicht dieser Dame keinesfalls um einen skurrilen Einzelfall. Insbesondere im englischsprachigen Raum gibt es diverse Facebook-Gruppen und sonstige Diskussionsforen, die sich ausschließlich der Frage widmen, wie fromme Katholiken sich zu kleiden hätten. Eine nicht hinterfragbare Grundüberzeugung in solchen Zirkeln ist es, dass Frauen keine Hosen tragen sollen. Hosen sind für Männer da, Röcke und Kleider für Frauen – wer diese schlichte Wahrheit nicht anerkennt, der sei anathema.

„Unsittliche Kleidung“, so liest man in einer einschlägigen Gruppenbeschreibung, „ist eins der größten Probleme, die die Katholische Kirche seit einigen Jahrzehnten plagen. Unser Klerus spricht zu selten von der Kanzel darüber.“

Aha. Nicht brutale Christenverfolgungen in Asien und Afrika sind das größte Problem der Kirche, auch nicht das Verdunsten von Glaubenswissen und Glaubenspraxis in weiten Teilen der westlichen Welt; nicht Mangel an Gottesfurcht, an Ehrerbietung gegenüber den Sakramenten der Kirche, nicht zu wenig Gebet und zu wenig Beichte, nicht Synkretismus und New-Age-Spiritualität, nicht Priestermangel, Ehescheidung, Abtreibung oder Euthanasie, nein: Frauen in Hosen sind das, worüber die Kirche sich wirklich Sorgen machen sollte. Okay, das ist nicht das einzige drängende Problem. Es gibt auch noch andere: Tattoos zum Beispiel, oder satanistische und sexualisierende Symbole in Disney-Filmen. Ja, wirklich. Bleiben wir aber zunächst einmal beim Hauptanliegen: Frauen sollen sich sittsam kleiden, und der ultimative Maßstab dafür, was sittsame Kleidung ist, ist – wer? Die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, selbstverständlich.


Christliche Frauen sollen sich kleiden wie die Jungfrau Maria – haben wir so etwas in letzter Zeit schon einmal irgendwo gehört oder gelesen? — In der Tat:

„Und weil viele Nichtmuslime ständig betonen, dass wir in einem christlichen Land leben, rufen wir dazu auf, dass Frauen hierzulande sich christlich kleiden sollten. Maria, die Mutter von Jesus, hat vorgelebt, wie eine christliche Frau sich zu kleiden hat. Es wäre also für einige Frauen sehr empfehlenswert Maria als Vorbildfunktion zu nehmen und nicht Lady Gaga.“

Auch das stand kürzlich auf Facebook – in einer Stellungnahme der Seite MuslimStern zu den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten. Nachdem der Text, aus dem dieser Auszug stammt, massive Empörung ausgelöst hatte, zog die Seite MuslimStern – die laut Selbstbeschreibung das Ziel verfolgt, „auf zunehmende Islam- und Muslimfeindlichkeit aufmerksam zu machen und diese zu dokumentieren“ – den Beitrag zurück; aber das Internet vergisst bekanntlich nichts. — Dass dieser „Ratschlag“ explizit im Rahmen einer Stellungnahme zu den Exzessen der Silvesternacht erteilt wurde, suggerierte recht eindeutig, die Opfer der sexuellen Übergriffe trügen eine Mitschuld an dem, was ihnen widerfahren ist, denn sie hätten die Täter provoziert. Der Shitstorm, den diese Äußerung zu Recht auslöste, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass derartige Auffassungen nicht nur unter Muslimen verbreitet sind. In den oben angesprochenen katholischen Facebook-Gruppen scheint man ja tendenziell ähnlich zu denken.

Ich sage „tendenziell“, weil ich explizite Aussagen dazu, dass „unsittliche Kleidung“ Sexualverbrechen provozieren würde, dort nicht gelesen habe. Wird aber beispielsweise aus der Aussage Jesu „Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Matthäus 5,28) der Schluss gezogen, eine Frau, die sich nicht ausreichend „sittsam“ kleide, verführe die Männer schon allein dadurch zur Sünde, dass sie deren lüsterne Blicke auf sich ziehe, dann ist im Prinzip derselbe Mechanismus der Schuldumkehr am Werk wie bei dem Vorwurf, Frauen würden durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten Vergewaltigungen provozieren. — Ich weiß: Es hat in der Geschichte des Christentums durchaus Tendenzen gegeben, den Vers „Die Frau […] hat mir vom Baum gegeben, und so habe ich gegessen“ aus der Sündenfallerzählung (Genesis 3,12) dahingehend zu interpretieren, dass es prinzipiell die Frau sei, die den Mann zur Sünde verführt. Ich hätte allerdings gedacht, diese Auslegung wäre allmählich mal passé. Zumal zur Verführung immer jemand gehört, der sich verführen lässt. So betont Jesus in Matthäus 15,19, „böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen“ kämen „aus dem Herzen“ des Menschen – und nicht von außen. Der Mensch ist also für sein Tun und Lassen selbst verantwortlich, und das gilt auch für Männer.

Ich will bei alledem nicht leugnen, dass es Kleidung gibt, die eindeutig darauf angelegt ist, sexuell aufreizend zu wirken. Die wird man aber im Alltag verhältnismäßig selten zu sehen bekommen. Welche Art der Bekleidung oder welcher Grad an Entblößung, unabhängig von der Intention der so gekleideten Person selbst, von Anderen als sexuell aufreizend empfunden wird, ist derweil sowohl vom kulturellen Kontext abhängig als auch individuell höchst unterschiedlich. Einer findet nackte Schultern anziehend, ein anderer nackte Fußknöchel. Eine radikale „Lösung“ dieses „Problems“ stellt die Burka dar. Aber auch hier muss man nicht unbedingt mit dem Finger auf den Islam zeigen. In der Viktorianischen Ära reichten in feinen Haushalten die Tischdecken bis zum Boden, damit nur ja niemand durch den Anblick nackter Tischbeine zu erotischen Phantasien angeregt wurde. Das mag aus heutiger Sicht abstrus wirken, zeigt aber, dass erotischer Reiz im Auge des Betrachters liegt. Ein bisschen ist das so wie in dem Witz mit dem Rorschach-Test:

Ein Psychotherapeut zeigt seinem Patienten Bilder von Tintenklecksen.

„Was sehen Sie auf diesem Bild?“
„Geschlechtsverkehr.“
„Und auf diesem?“
„Geschlechtsverkehr.“
„Und auf diesem?“
„Geschlechtsverkehr.“
„Sie scheinen übersteigerte sexuelle Phantasien zu haben.“
„Wieso ich? Sie zeigen mir doch die ganze Zeit diese versauten Bilder!“

Und, ich sag mal so: Wer, siehe oben, selbst in Disney-Filmen stets und überall sexuelle Symbole zu sehen meint, der hat offenbar ein gewisses Problem in dieser Hinsicht.

Aber bei der Frage, was „anständige Kleidung“ ist, geht es ja nicht nur um erotische Reize, sondern vielfach auch ganz schlicht um gesellschaftliche Konventionen. Was die Verfechter der „Marianischen Sittlichkeit“ offenbar nicht einsehen, ist, dass diese Konventionen kulturell unterschiedlich und historisch veränderbar sind. So lange ist es auch hierzulande noch nicht her, dass es für erwachsene Frauen verpönt war, ihre Haare offen zu tragen, und dass von Männern erwartet wurde, auf der Straße einen Hut zu tragen, diesen in geschlossenen Räumen jedoch abzunehmen. Wer für sich selbst einen konservativeren Kleidungsstil bevorzugt, als allgemein üblich ist, der mag das ja gerne tun; deswegen aber anderen Menschen vorzuwerfen, sie kleideten sich „unanständig“, ist, ahem, unanständig. Und wenn das dann auch noch als besonders christlich ausgegeben wird… Nun ja.

Was aber ist nun eigentlich so unanständig an Hosen, bzw. an Frauen, die Hosen tragen? Die Ansicht, christliche Frauen sollten bzw. dürften keine Hosen tragen, wird gern mit dem Hinweis auf Deuteronomium 22,5 untermauert: „Eine Frau soll nicht die Ausrüstung eines Mannes tragen und ein Mann soll kein Frauenkleid anziehen; denn jeder, der das tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel.“ Einmal ganz abgesehen davon, dass dasselbe Kapitel, in dem sich dieser Vers findet, auch Vorschriften für das Ausnehmen von Vogelnestern und den Bau von Dachterrassen enthält und Mischgewebe aus Flachs und Wolle verbietet, stellt sich hier doch wohl die Frage: Was genau ist Männer- und was Frauenkleidung? Ist nicht auch das vielleicht kulturell unterschiedlich und historisch veränderbar? Hosen jedenfalls wurden meines Wissens im Vorderen Orient in biblischer Zeit auch von Männern nicht getragen.

Aber um solche Details sollen sich meinetwegen evangelikale Fundamentalisten streiten; aus katholischer Sicht lässt sich die ganze Debatte zum Thema „Frauen und Hosen“ unschwer mit einem Verweis auf den Briefwechsel zwischen Papst Nikolaus I. und dem bulgarischen Fürsten Boris I. aus dem Jahr 866 niederschlagen. Auf eine diesbezügliche Frage des Bulgarenherrschers antwortete der Papst nämlich:

„Nam sive vos, sive feminae vestrae, sive deponatis, sive induatis femoralia, nec saluti officit, nec ad virtutum vestrarum proficit incrementum.”
(„Ob ihr oder eure Frauen Hosen tragt oder keine Hosen tragt, hindert weder euer Heil noch vergrößert es eure Tugend.“)

Ich denke mal, damit wäre alles zum Thema gesagt. Und wenn es in naher Zukunft wieder einmal eine Aufsehen erregende Marienerscheinung geben sollte – und ich meine nicht in Medjugorje! -, dann würde ich mir ja schon so ein bisschen wünschen, dass die Allerseligste Jungfrau diesmal in Hosen erschiene. Nur so aus Jux. Und weil sie es kann.

Dr. Tobias Klein, geboren 1976 in Nordenham/Niedersachsen, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und lebt seitdem in Berlin. Auf „Huhn meets Ei (hey hey, my my)“ bloggt er über Glaube, Kirche und Religion in Medien und Gesellschaft.

Dieser Beitrag erschien zuerst in dem katholischen Blog „The Cathwalk“.




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Lesermeinungen

 Nathaniel 25. Februar 2016 
 

Bewerbungsgespräch

@Stanley: nicht von sich auf andere schließen, manche Bewerbungsgespräche sind anders als andere

Zu b:

Ich habe schon in Jeans und Sakko in Bewerbungsgesprächen gesessen und sogar den Job bekommen.

Zu c:

Wenn ich zu Bewerbungsgesprächen gehe bin ich kein Bittsteller, sondern verhandele auf Augenhöhe. Manchmal sind auch die Arbeitgeber die Bittsteller.

Zu d:

Mit der Verwaltung habe ich ab einem gewissen Level keine Bewerbungsgespräche mehr geführt. Die können nämlich gar nicht beurteilen, was ich kann. Die können maximal verhindern, dass ich für das Unternehmen arbeiten will. Die Verwaltung kann dann den Arbeitsvertrag zusammenstöpseln, um irgendeine HR-Philosophie mit meinem Gehalt zu kombinieren.


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 Stanley 20. Februar 2016 
 

@SpatzInDerHand

Darf ich Sie mal über den aktuellen Stand der Bewerbungsetikette aufklären?
Zu b: Die Kleidung bei einem Vorstellungsgespräch muss vor allem zu dem Anlass passen. Wenn Sie in Ihrer Freizeit Jeans tragen, ist das in Ordnung, aber Sie sollten nicht in (dieser oder einer anderen) Freizeitkleidung zum Vorstellungsgespräch gehen, wenn Sie die Stelle wirklich wollen.
Um welche Stelle Sie sich beworben haben, ist nach neuestem Stand unerheblich, es sei denn, Sie haben Sich als Verkäufer in einem Jeans-Geschäft beworben.
Zu c: Welche Kleidung Ihr gegenüber bei einem Bewerbungsgespräch trägt, ist ebenfalls unerheblich. Krasses Beispiel: Der Personalchef oder die Personalchefin kann auch im Clownskostüm vor Ihnen sitzen. Sie sollten das aber nicht nachahmen, denn der Bittsteller sind Sie, nicht Ihr Gegenüber!
Zu d: Wenn Sie sich als Krankenpfleger bewerben, dann führen Sie das entscheidende Gespräch mit der Verwaltung und dort erwartet man i.d.R., dass Sie im feinen Anzug erscheinen.


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 SpatzInDerHand 20. Februar 2016 

@Stanley: Natürlich ist es mir möglich, in Jeans zum Bewerbungsgespräch zu gehen!

Ich habe das wahrscheinlich auch schon gemacht, aber es war mir zu unwichtig, um es mir zu merken.
Die Sache ist:
a) gibt es inzwischen auch gute Markenjeans, auch in schwarz - die kann man durchaus anziehen.
b) muss die Bekleidung bei einer Bewerbund zu einem passen, sonst kommt man nicht authentisch rüber und hat m.E. wenig Chancen
c) muss die Bekleidung bei einer Bewerbung auch zum Gegenüber passen - schon mal drüber nachgedacht?
d) nicht alle Katholiken bewerben sich ausschließlich als Banker oder Topmanager. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass mir eine gepflegte, möglichst neue Jeans zum Nachteil werden würde, wenn ich mich bsp. für den zutiefst ehrenwerten Beruf eines Krankenpflegers bewerben würde?


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 pfaffenheini 20. Februar 2016 

Ich verstehe nicht, warum das Thema schon wieder gebracht wird und schon wieder mit solch "starken"

"Argumenten" wie:
"Ich will bei alledem nicht leugnen, dass es Kleidung gibt, die eindeutig darauf angelegt ist, sexuell aufreizend zu wirken. Die wird man aber im Alltag verhältnismäßig selten zu sehen bekommen."

Ich war auch schon mal in Berlin, wo Herr Dr. Klein seinen Alltag erlebt.
Meine netteste Deutung seiner Fehleinschätzung lautet, dass er eine Sehstörung hat.


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 SpatzInDerHand 19. Februar 2016 

@Stanley

Ich verbinde mein Alltagsleben mit Gott und gehe deshalb auch in ganz normaler Kleidung in die Messe.
Ich bin auch fähig, mich zur Beichte in Jeans vor dem Priester hinzuknien.
Wenn SIE es gerne feierlicher mögen und das zu Ihnen passt, dann bitte, tun Sie sich keinen Zwang an. Zu MIR passt sowas jedenfalls nicht!


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 Stanley 19. Februar 2016 
 

Viel Lärm um Nichts

Besuchen Sie doch mal eine Spielbank und beobachten Sie, wie streng die Besucher auf korrekte Kleidung kontrolliert werden.
Werden Sie Zeuge, wie unnachgiebig die Türsteher alle Leute, die nicht den hauseigenen Kleidungsvorschriften entsprechen, abweisen.

Oder besuchen Sie mal eine Synagoge am Tag der offenen Tür und versuchen Sie mal ohne die vorgeschriebene Kopfbedeckung eingelassen zu werden.

Es gibt eine gesellschaftliche und eine religiöse Etikette und die bestimmt eben, zu bestimmten Zeiten und bestimmten Gelegenheiten eine bestimmte Kleidung zu tragen: z.B. beim Messbesuch einer christlichen Kirche keine Jeans, keine T-Shirts und Turnschuhe zu tragen oder hautenge Leggings und Hemden mit tiefem Ausschnitt. Der Herr wählt den feinen Sonntagsanzug (möglichst mit Schlips und Kragen), die Dame eben ein angemessenes Sonntagskleid ohne (tiefen) Ausschnitt und ohne freie Schultern.
Was bitte ist daran so schwierig?
Ich kenne Frauen, die in der Kirche sogar eine Kopftuch anlegen.


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 kmh 19. Februar 2016 
 

Hatte Jesus Hosen an?

Ist Jeszs schon einmal Jemandem in Hosen erschienen?

Unser indischer Nachbar trägt oft so eine Art Rock, das finde ich superanständig.


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 Herbstlicht 19. Februar 2016 
 

@serafina und @dottrina

Frauen sollen sich schön anziehen dürfen, ob in Hosen oder Röcken. Entscheidend ist wohl, dass sie sich damit wohlfühlt.
Was ich aber nicht verstehen kann ist, wie modisch fragwürdig sich manche Frau in der Öffentlichkeit zeigt. Sie sendet damit Signale aus, über die sie sich womöglich gar nicht im Klaren ist.
Oder etwa doch?
Ob wir, die Frauen und jungen Mädchen erfreulich oder aber ordinär aussehen, hängt von unserem Gespür ab. Diesbezüglich würde ich mich nicht von der gerade herrschenden Mode einwickeln lassen und ich vermute, Sie beide auch nicht.


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 Sandrose 19. Februar 2016 
 

Interessante Beiträge

Ich persönlich würde mal andersherum fragen: Was gewinnen wir Frauen, wenn wir Röcke/Kleider tragen? Ein völlig neues Lebensgefühl - könnte sein. Außerdem eine riesige Auswahl von schöner Mode.
Könnte nicht auch hier das Schöne auch wahr und gut sein?


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 Dottrina 19. Februar 2016 
 

Liebe @Serafina,

ich denke, das muß jeder für sich entscheiden. Ich habe mich in Röcken/Kleidern schon als Kind nie wohlgefühlt; besitze nicht mal welche. Ich fühle mich aber auch nicht als männliche Emanze, sondern als ganz normale Frau, auch mit Kurzhaarfrisur (war als Jugendliche praktischer, vor allem beim Sport/danach Duschen). Wer Röcke mag, soll sie anziehen und eben Hosen, wer sie lieber mag. Nichts für ungut. :-)


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 serafina 19. Februar 2016 
 

@Dottrina

"Man kann sich einfach anders darin bewegen als mit Röcken/Kleidern"

Stimmt! Man/Frau bewegt sich in Hosen anders als in Röcken, nämlich maskuliner. Das Feminine geht in Hosen verloren. Und wenn dann noch eine kurze Herrenfrisur dazu kommt, kann man Männlein und Weiblein manchmal kaum noch voneinander unterscheiden – ganz im Sinne von Emanzipation und Gender-Mainstreaming.
Ich jedenfalls trage schon sehr viele Jahre ausschließlich Röcke und fühle mich darin sehr wohl - keine Spur von Bewegungseinschränkung! Inzwischen habe ich sogar erfreulicherweise schon einige Nachahmerinnen gefunden.
@Faustyna-Maria:
nein, es sind keine langen "Nachthemden" mit Toga sondern modische knieumspielte bzw. wadenlange Röcke - auch in Jeansstoff).


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 Fink 19. Februar 2016 
 

W e l c h e Hosen, das ist doch die Frage !

Viele Frauen tragen- das ist die Mode- maximal enge Jeanshosen, maximal eng an den Oberschenkeln, maximal eng am Hintern, maximal eng im Schritt. Das ist sexuell aufreizend ! Ist das gut? -Nein !
Der Tonfall des Autors ist nicht angemessen !


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 Elster 19. Februar 2016 

nur mal angenommen ...

Maria hätte schon in der Steinzeit gelebt - was dann?


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 Hausfrau und Mutter 19. Februar 2016 
 

besser eine anstandige Hose

als einen kurzen Rock!

Vielleicht ein Blick werfen vor einem Gymnasium (Röcke= breite Gürtel).

M.E. alles eine Frage der Erziehung...

H&M


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 athanasius1957 19. Februar 2016 
 

Rock-Soutane

Es gibt ein altes Sprichwort:

Verschwindet die Soutane, verschwindet der Rock!

Verschwindet der Rock, verschwindet die Soutane!

Das alles hat mit einer einzigen Frage zu tun:

Was hat die Frau mit dem Priester gemeinsam, was Mann nie erreichen kann?

Beide können Leben schaffen. Sie durch die Empfängnis, er kraft seines Amtes bei der Wandlung von Brot zu Fleisch und Wein zu Blut.

Deswegen saß Frau auch früher links und Mann rechts mit Blick auf den Hochaltar.
Die linke Seite ist die Evangelienseite. Im Umkehrschluß ist also Frau dem fleischgewordenen Logos näher als der Mann.

Woher dies kommt?

Schaut auf die Sündenfallbilder: Adam meist links vom Baum der Erkenntnis und Eva rechts davon (aus der Blickrichtung des Betrachters).

Bei Hochzeiten sitzt die Frau links vom Mann mit Blick auf den Altar.

Also nix Zufall!!!!!!

Nur im Zivilleben geht Frau rechts vom Mann, da er links Schwert und Schild trägt und sie, die Frau, sofort verteidigen kann.


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 Herbstlicht 19. Februar 2016 
 

Mich stört der etwas abfällige Ton in obigem Beitrag.
Dr. Tobias Klein hat es zwar erwähnt, näher darauf eingegangen ist er aber leider nicht. Nämlich die Tatsache, dass Mode oftmals nicht nur sexy, sondern oftmals regelrecht vulgär daherkommt. Ich glaube nicht, dass sich die Frauen damit einen Gefallen tun.

In den letzten Jahrzehnten trug ich ausschließlich Hosen.
Vor kurzem habe ich mir einen Rock zugelegt und stellte beim Tragen fest: Es fühlt sich gut an, auch die Eigenwahrnehmung hat sich dadurch geändert.
Als die Hosenmode für Frauen aufkam, wurde es als eine Art Befreiung empfunden.
Wäre es nicht denkbar, dass in Wirklichkeit damals schon die wahre Absicht bestand, Frauen und Männer gleichzumachen?
Nicht im Sinne der Gleichberechtigung, die war wirklich notwendig und überfällig, sondern im Sinne einer Art Gleichschaltung bzw. einer Aufhebung beider Geschlechter?
Und die Mode als Mittel dazu, denn auf sie sprechen die Frauen immer an.


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 Dottrina 19. Februar 2016 
 

Anständig gekleidet?

Meines Erachtens ist es völlig egal, ob Frau Hosen oder Kleider/Röcke trägt, solange sie nicht zu aufreizend sind. Als weibliches Wesen bevorzuge ich Hosen, weil es einfach bequemer ist. Man kann sich einfach anders darin bewegen als mit Röcken/Kleidern. Davon abgesehen, daß im Nahen Osten, wo Jesus nun einmal beheimatet war, durch die Wärme natürlich die Kaftane die angenehmere Kleidung waren. Ich glaube nicht, daß die Kleidung irgendetwas mit dem persönlichen Glauben zu tun hat.


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 Seramis 19. Februar 2016 
 

Wenn man unbedingt die modische Entwicklung der letzten zweitausend Jahre und das feuchtwarme Klima in Israel ignorieren will, ist es viel naheliegender, Christus zu folgen und in langen Röcken zu wandeln.


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 Elija-Paul 19. Februar 2016 
 

Nicht besonders gut getroffen!

Das Thema scheint mir nicht so richtig getroffen zu sein. Es gibt nun einmal Frauen, die unangenehm aufreizend gekleidet sind und es sind nicht sooo wenige, besonders in der warmen Zeit. Frauen in westlichen Ländern, in Asien und in Amerika haben meistens Hosen an - überwiegend übrigens unformierte Jeans. Praktisch vielleicht, aber sonst?
Ob das nun dem Erscheinungsbild der Frau mehr entspricht als Kleider?
Sicher kann man keine Frau deshalb nach ihrer Tugend oder ihrer Stellung zum Herrn beurteilen. Wohl aber kann man sich die Frage stellen, ob nicht hier doch subtil einem Vermännlichungsprozeß der Frau Vorschub geleistet wird. Auch auf die Gefahr der Ablehnung sage ich es gerne: Die Kleidung der Frauen in Indien, in Afrika, die Kleidung der gläubigen Jüdinnen und gläubigen russischen Frauen erweckt in mir Freude und ich schaue sie gerne an, ohne sie zu begehren!


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 Stefan Fleischer 19. Februar 2016 

Ich habe nichts gegen Hosen von Frauen

aber ich ärgere mich immer wieder an stark sexbetonender Kleidung. Solche habe ich auch schon bei Männern gesehen und - was meines Erachtens noch schlimmer ist - an Kindern bis in Kleinkinderalter. Und da beklagt man sich dann über sexuelle Übergriffe im Allgemeinen und über Pädophilie im Besonderen. Die Sexualisierung unserer Gesellschaft ist eine Folge des grassierenden Egozentrismus (der Gott zu Seite scheibt). Die Folgen sind Gedankenlosigkeit bis hin zur Rücksichtslosigkeit.


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 H. Camara 19. Februar 2016 
 

Guter Artikel!
Und ja, es soll sich jeder so kleiden dürfen wie er mag. Ob Christ oder Nichtchrist spielt dabei keine Rolle.


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 Faustyna-Maria 19. Februar 2016 
 

Ein Artikel, der mich zum Lachen bringt, schön :-)

Am besten wir laufen ab heute alle in langen "Nachthemden" herum, mit einer Toga - war das nicht mal die Kleidung von Männlein und Weiblein in Israel?

Gut ist bestimmt auch, wenn Frauen am Arbeitsplatz, bspw. in Fabriken, mit Rock über Gittertreppen & so gehen, kommt dem ein oder anderem Herrn sicher gelegen und ist ja sooo anständig ;-)


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 Holunder 19. Februar 2016 
 

Kleine Dinge verweisen oft auf große

Wenn wir Frauen uns so kleiden würden, wie die Gottesmutter Maria, kämen wir den muslimischen Bekleidungsvorstellungen sehr nahe. Vielleicht wäre das ja der Schlüssel zur interreligiösen Verständigung... (Ironie!) Natürlich sind Dinge wie Kleidung oder Tattoos nicht die eigentlichen Probleme der Menschheit, aber das sind die Dinge, mit denen "Otto Normalverbraucher" in seinem Alltag konfrontiert wird. Die kleinen Dinge des Alltags sind es, die den Charakter eines Menschen formen und seine Einstellung zu den Dingen. Ich möchte ein Beispiel herausgreifen: Den Priestermangel. Wo gibt es vergleichsweise viele Priesterberufungen? Dort, wo der Glaube noch ernst genommen wird, und wo auf solche "Nebensächlichkeiten" wie Kleidung geachtet wird. Das Kleine hat eine Wirkung auf das Große.


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 gebsy 19. Februar 2016 

Wird vom Hl. Benedikt

berichtet, dass er Rom verlassen musste, weil ihm die allgegenwärtige Verführung einfach zu viel wurde?
Wenn wir in unserer Zeit bereits so "abgestumpft" sind, dass uns aufreizende Kleidung nicht mehr berührt, hat das mit allgemeiner Versklavung zu tun ...


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