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Priestermangel 'gewollt'? Hr. Kissler verwechselt Ursache und Wirkung!

22. August 2016 in Kommentar, 47 Lesermeinungen
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"Die wirkliche innere Ursache der Verdunstung des Glaubens ist m.E. die Überbewertung der Theologie vor dem Gebet, der Reduzierung des Glaubens auf das Glaubens- und Ritualwissen." Eine Antwort auf Kissler. Gastkommentar von P. Adrian Kunert SJ


Bonn (kath.net) Zum Artikel: Alexander Kissler, „Der Priestermangel ist gewollt. Die Zahl der Neupriester sinkt beständig. Dahinter steckt Methode. Priester stehen einem von vielen Bistumsleitungen gewünschten neuen Kirchentyp im Weg“, in „Cicero“ 18. August 2016, kath.net hat berichtet.

Folgt man der Interpretation im Artikel von Alexander Kissler, machte sich der damalige Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, Gedanken darüber, wie er wohl die Kirche total ändern könnte. Dann hätten auch die anderen Bischöfe unter der Hand gesagt, das ist toll. Und nun würde man seither von einer verborgenen Agenda beglückt, um die PNT, die „Pfarrei Neuen Typs“, zu installieren gegen den Willen und ohne Wissen der Gläubigen und der Gesamtkirche, analog wohl zu dem gedacht, was man heute beim Gender-Brainwashing auf der politischen Bühne beobachten könne.

Ich finde: Herr Kissler verwechselt hier Ursache und Wirkung. Was meine ich damit?

Der Rückgang bei den Priesterweihen ist – mit wenigen Ausreißern – ein recht linearer Prozess. Die meisten der jetzt tätigen über 70jährigen Priester kennt aus ihrer Zeit wohl noch, dass in jedem Jahr so viele in ihrem Bistum geweiht worden sind wie jetzt in ganz Deutschland (immer ohne Berücksichtigung der Orden).

Dem war vorausgegangen, dass es nach dem Krieg bis zum Beginn der siebziger Jahre eine riesige Menge von Ordens- und Priesterberufungen gegeben hatte. Man hatte auch den binnenkirchlichen Apparat entsprechend aufgebläht mit neuen Bistümern und neuen Stellen.

In den Wirren der Konzilszeit und der 68er-Verunsicherung gab es dann bereits einen ersten gewaltigen Einbruch. Es gibt Weihejahrgänge, in denen finden sich nur noch ganz wenige Priester.

Damals kam – aus unterschiedlicher und meist nicht geäußerter Motivationslage – die Idee der Pastoralassistenten auf. Frauen und Männer, die dieselbe theologische Ausbildung wie Priester haben, sollten in den Pfarreien mitarbeiten. Sicher gehörte Limburg damals schon zu den Vorreitern dieser Entwicklung. Aber es war insgesamt eine Zeit, in der es insgesamt eine massive Verhauptamtlichung der Kirche gab. Das „Professionalisieren“ bzw. Verhauptamtlichen fand in der EKD übrigens mindestens genauso statt, wenn es nicht noch stärker der Fall war.

Schon damals gab es warnende Stimmen, die sagten: 'Leute, passt auf. Kirchenleitung war immer mit der Weihe verknüpft. Jetzt schafft ihr hier Strukturen einer Kirchenleitung, die zwar dem Weiheamt untergeordnet scheinen, aber wofür es eigentlich in der Kirchengeschichte keine Parallele gibt.' Das war jedoch damals für die meisten Kirchenleitungen viel zu praktisch, als dass man den warnenden Stimmen mehr Gehör schenkte, denn schon damals musste der „Priestermangel“ abgefedert werden.

Wie die Entwicklung weiterging, hing jetzt sehr vom Bistum ab, in welchem man tätig war. Von Limburg bis Fulda gab es alle möglichen Nuancen. Ich war Anfang der 90er in Limburg tätig. Da spürte man schon eine gewisse Spannung im Bistum zwischen der „Laienleitung“ im Ordinariat und vielen Priestern. Ich hatte keine extrem tiefen Einblicke in diese Konfliktlage zu Limburg, hatte aber eher den Eindruck, dass sie nicht aufgrund einer starken Agenda und Präsenz des Bischofs erfolgte, sondern eher aufgrund ihres Fehlens; wohl auch wegen einer beim Bischof empfundenen „Alternativlosigkeit“. Hinzu kommt, dass es ja auch sehr viele positive Entwicklungen gab, wie sie sich z.B. auch in der Würzburger Synode geäußert hatten, wo man wieder stärker auf die Charismen im Gottesvolk zurückgreifen wollte. Das schien sich alles zu ergänzen; solange man nicht ansprach, was die Motivationen der Beteiligten für das Mitmachen bei diesem Prozess war; das würde in der Zukunft noch zu großen Frustrationen und Kämpfen führen.


Viele dieser Wege sind aber sicher gegangen worden, weil man die Eintrittszahlen in die Seminare sah. Mancherorts konnte man dann hochrechnen, dass selten mehr geweiht werden als eintreten. Von denen, die das Amt verlassen, mal ganz zu schweigen. Das zugrundeliegende, grundsätzliche Problem und seine nur zum Teil von der Kirche zu beeinflussenden Ursachen rückte damals nicht ins Blickfeld – konnte es vielleicht auch nicht. Ich sah es jedenfalls damals nicht.

Es gibt natürlich viele äußere Gründe, die sind aber anderenorts schon genügend beschrieben worden, wie der Zerfall der Milieus, der gewaltige Umbruch, den die 68er-Zeit mit sich brachte gerade im Verhältnis zu Autoritäten... Das spielt für diese Erörterung an dieser Stelle aber keine Rolle; denn der Einfluss der Kirche darauf ist marginal und oft nicht immer glücklich gewesen.

Heute wird m.E. zu Recht oft die Glaubensverdunstung im Gottesvolk als Hauptursache der Problematik der fehlenden Berufungen gesehen. Immer weniger wird zuhause gebetet, noch seltener betet die Familie gemeinsam. Wo aber Christus nicht mehr als Gegenüber erfahren wird, entleert man auch die Liturgie zum leeren Ritual.

Und hier liegt m.E. die von der Kirche in Deutschland beeinflussbare und in seiner Wirkung wirklich falsch benutzte Stellschraube in dem ganzen Prozess. Die wirkliche innere Ursache der Verdunstung des Glaubens ist m.E. die Überbewertung der Theologie vor dem Gebet, der Reduzierung des Glaubens auf das Glaubens- und Ritualwissen. Wo aber der Glaube schwach wird, wird sein Gegenteil stark, die Angst. Und die regiert mittlerweile auf vielen Ebenen in der Kirche. Es ist, als wäre in der deutschen Kirche der Text zwischen den letzten beiden Kommas in Mk 12,30 verschollen.

Vielleicht zwei Beispielfelder aus der Vergangenheit und Gegenwart, wo sich diese Angst auswirkt. Was sich bei der Ausbildung von Priestern und Pastoralassistenten zumindest damals sehr unterschied, war der Stellenwert der spirituellen Formung.

Während Priesterkandidaten hier normalerweise eine gute oder wenigsten hinreichende Hinführung und Begleitung haben, lag das bei der Ausbildung von Pastoralassistenten oft eher im Ermessen der einzelnen Auszubildenden. Ich weiß nicht genau, ob dieser Mangel heute noch so existiert. Meines Erachtens lag das auch darin begründet, weil man von Seiten der Bistumsleitung eben nicht den Plan hatte, Kirche ganz umzugestalten, sondern weil man im Gegenteil die Pastoralassistenten de facto als Zwischenlösung ansah, bis es halt wieder genügend Priesterberufungen geben würde.

Wenn man aber die spirituelle Komponente in der Ausbildung vergisst und die Einzelnen sich das nicht selber nachträglich erkämpft haben, geschieht es nur zu leicht, dass man auf einmal Kirche mehr und mehr nur als Institution wahrnimmt und nicht mehr als Leib Christi. Da geschieht es auch von selbst mehr und mehr, dass man bei Strukturen aus der Welt Lösungen für kirchliche Fragestellungen sucht und sich mehr und mehr der Welt angleicht; denn es fehlt mittlerweile immer öfter der eigentliche Maßstab für das, was gut integrierbar ist und das, was eher überhaupt nicht passt, die persönliche Beziehung zu Jesus.

Dieser Verweltlichung von Methoden auf der einen Seite steht aber oft eine Ahnungslosigkeit der Entscheidungsträger aufgrund eines „immer weiter so“ auf der anderen Seite gegenüber mit entsprechend verheerenden Auswirkungen. Man sehe sich nur die oft katastrophalen Organisationsstrukturen an, die zu den Beinahe-Crashs mancher Diözesen geführt hatten und die das Problem mit dem verschleiernden Umgang in Orden und Diözesen mit den Missbrauchsfällen überhaupt erst ermöglicht haben. (Ich lasse die anderen wichtigen Aspekte hier außen vor.)

Ein zweites Feld sind die jetzigen Umstrukturierungen der Diözesen. Ich weiß jetzt nicht, ob das überall so katastrophal anlief wie hier in Berlin. Da wurde von einem geistlichen Prozess der Schaffung neuer Strukturen geredet – und in der Tat muss sich hier was tun. Aber wie macht man so was gleich von Anfang an kaputt bzw. bestenfalls zu einer Strukturreform mit religiösem Anstrich? Richtig, indem man am Anfang schon weiß, was hinten rauskommen soll. Im Berliner Fall 30 Pfarreien.

Auch hier ist es wieder die Angst, die das eigentliche Problem darstellt. Wenn ich wirklich einen geistlichen Prozess will – und das bräuchten wir dringend – dann müsste man doch offen genug sein, mit Gebet und Hören auf Gott anzufangen, dann muss ich doch auch dem Heiligen Geist zutrauen, nicht nur in mir auf ein hörendes Herz zu treffen; Hören meint, das Wahrnehmen des dreifachen Wortes Gottes in der Schrift, im Gebet und in der Lebenswelt der Menschen unserer Kirche. Da kann ich nicht am Anfang schon wissen, wohin Gott lenken wird. Aber jetzt wird wieder etwas rauskommen, wozu man das Kirchenrecht nicht ändern muss – aus Angst davor, was Rom oder auch die anderen sagen könnten. Was wird das Ergebnis sein? 30 Pfarreien, wo auch wieder der Pfarrer in allem das letzte Wort hat, genau wie das Kirchenrecht es vorsieht – ohne Rücksicht darauf, dass damals eine Pfarrei von der Komplexität und Größe etwas anderes war als heute.

Und hier wirkt sich dann die Angst der Leitung auf die Berufung des Einzelnen aus. Wenn ich als junger Mann heute eine Berufung zum Priestertum verspüre, würde ich es mir wahrscheinlich trotzdem dreimal überlegen, dem auch nachzukommen oder auf einen Orden ausweichen, ohne wirklich dazu berufen zu sein. Denn ich bin heute als Priester nicht mehr zuerst als Seelsorger gefragt; ich werde in Berlin in zwanzig Jahren eine von dreißig Pfarreien leiten müssen, die katholikenmäßig (Berlin Stadt) oder flächenmäßig (Umgebung) doppelt manchmal dreimal so groß ist wie das Bistum Görlitz.

Ich habe in meiner Jugend noch Priester erlebt, die Zeit hatten für die Seelsorge. Ein Pfarrer war nur für 5.000 Gläubige zuständig und hatte auch noch zwei Kapläne und eine Seelsorgehelferin. Aber auch damals mussten sie schon ziemlich rumgurken, um alle Außenstellen zu besuchen. Es gab aber auch schon damals Lösungsansätze dafür. Mit Pfarreigrößen von angepeilten 50.000 Gläubigen wird das zunehmen ein Problem, zumal der Pfarrer ja auch oft Arbeitgeber ist, was auch kein konstitutiver Teil der Priesterausbildung ist.

Ich glaube nicht, dass die Berufungen heute so viel seltener sind als früher. Ich glaube auch nicht, dass der Zölibat oder all die anderen „modernen Probleme“ in der veröffentlichten Meinung wirklich die Probleme der Kirche sind. Aber ich glaube eben auch nicht, dass eine geheime Agenda der deutschen Bischöfe zur Zerstörung der alten Kirchenstrukturen dahinter steckt. Alle Bischöfe, denen ich bisher begegnen durfte, auch die, die unglückliche Entscheidungen getroffen haben, habe ich erlebt als Menschen, die die Kirche wirklich lieben und ihr Bestes wollen.

Wenn man den deutschen Bischöfen in der Vergangenheit etwas vorwerfen will, dann meines Erachtens höchstens ein zu großes Vertrauen in die liebgewordenen Strukturen, die manchmal nicht mehr offen waren für die Frage nach Gottes Willen aus Sorge davor, dass alles den Bach runtergeht oder vor einer möglichen Verletzung des Kirchenrechts oder davor, was Rom denken könnte. Diese Angstgetriebenheit aber gilt nicht nur für die Bischöfe in Deutschland.

Symbolbild: Allein zum Gebet in einer Kirche



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Lesermeinungen

 Konrad Georg 15. September 2016 
 

Der Priestermangel ist mir seit meiner Erstkommunion

1953 bewußt. Als unser Pfarrer starb, wurden die zwei Dörfer je einer Nachbarpfarrei zugewiesen. Jeder Pfarrer hielt am Sonntag drei Messen, 7.30 - 8.45 - 10.00.

Wo hält heute ein Priester drei Messen?


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 Claudia Sperlich 29. August 2016 

Grund

für den Priestermangel ist ganz sicher nicht das Zölibat, denn genau gleichzeitig und meines Wissens in ähnlichem Maße erlebt die evangelische Kirche einen Mangel an Pfarrern.
Ein Grund mag sein, daß berufene Menschen vor der Geburt umgebracht werden.
Mit ziemlicher Sicherheit ist ein Grund, daß, wer als Priester dem Herrn dienen will und sonst nichts, erst einmal ein ewig langes Studium über sich bringen muss, in dem er mit hierfür ziemlich irrelevanten Dingen gequält wird. Ich rede dabei nicht gegen die Theologie, die gut und wichtig ist, sondern gegen den ganzen zeitgeistigen Krempel dabei. (Ich habe das von einem Priesteramtskandidaten, der sich mir gegenüber wirklich traurig und resigniert äußerte - ich hoffe sehr, er ist doch Priester geworden, denn wir brauchen solche, die einfach nur dienen wollen.)
Und schließlich ist denkbar, daß der Priestermangel eine auferlegte Prüfung ist. Auch das habe ich nicht aus mir selbst, sondern von einem Priester - der gerne Priester ist.


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 Gipsy 27. August 2016 

@ Amanda 1975

" Und all das deshalb, weil die wirklich durch und durch katholischen, frommen Priester so dünn gesät sind."
----------------------------------------

Dies sind vielleicht die wahren Berufenen.

Die Spreu trennt sich vom Weizen und oft hat der Weizen eine grosse Menge Spreu.
Jemand, der den Ruf Gottes vernommen hat und daraufhin Priester wird , der wird sich der Welt nicht andienen und ein solcher hat auch keine Angst vor den Konsequenzen seiner "Frömmigkeit" .Ein solcher Priester weiss den Herrn neben sich.
Solche Priester gibt es nicht in rauhen Mengen, sie sind keine Fliessbandproduktion. Man muss sich nur die Mühe machen, sie zu finden.
Das ist nicht leicht.


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 Wuna 25. August 2016 
 

Druck

@Johannes B.
Sie haben völlig recht. Der Druck auf die jungen Männer war oft enorm, wenn z.B. die Tante sich jeden Pfennig vom Mund absparte, um den Neffen Priester werden zu lassen. Ich kenne so einen Fall. Die wagten den Absprung nicht, obwohl sie erkannten, dass dies eigentlich nicht ihr Weg ist.


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 jabberwocky 25. August 2016 

@M.Schn-Fl

Am Ende ist der Direktor einer derjenigen, die gute Arbeit leisten, darum will ich hier ausdrücklich nicht eine Person kritisieren, die ich nicht kenne. Es gibt in jedem Ordinariat auch ein paar wirklich gute Leute (die es deshalb auch recht schwer haben).
Gleichwohl hat mein Berufsleben 1980 begonnen, ich kann also auch schon auf ein paar Jährchen zurückblicken. Ich habe viele gestandene Christen kennengelernt, die mitten in der Welt stehen und sich nicht wegducken, wenn es gilt, Kante zu zeigen. Wenn hingegen dem Wegducker mal ein etwas schärferer Gegenwind ins Gesicht bläst, dann hält er nicht dagegen, sondern hängt sein Fähnchen in diesen Wind hinein.
Darum muß ich rückblickend sagen, daß wir sowohl in der Kirche als auch in der Wirtschaft als auch in der Politik in den letzten Jahrzehnten noch nie so schlechte Leiter hatten wie aktuell, und ich bin davon überzeugt, daß die vielen Probleme, die wir in Deutschland haben, im Kern ein Leiterproblem ist:
Man duckt sich weg.


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 M.Schn-Fl 25. August 2016 
 

@jabbberwocky

Vielleicht überschätzen Sie die Möglichkeiten eines einzelnen Ordinariatsdirektors. Dieser muss sich wie viele Bischöfe selber wegducken auch unter seinen "Kollegen". Und er fand diese Situation, die ja schon Jahrzehnte besteht, vor. Ausserdem ist er nicht im Personalbereich tätig. Auch gibt es viele Mitarbeiter, die gut starten wie Bischof Marx in Trier und später resignieren und sich anpasssen oder bei denen der Glaube einfach verdunstet.


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 Scribus 24. August 2016 
 

Linkskatholiken

Den EKD-Katholiken, zu denen auch der Frankfurter Stadtdekan gehört, schwebt eine Art evangelisches Priestertum vor - wie es dem Verein "wir sind Kirche" vorschwebt.

Mit Glauben hat das nichts zutun, sondern mit Besitzstanderhaltung. Weniger Priester bedeutet weniger Kosten, die Einkommen der mittleren und höheren Klerikern bleiben erhalten.

Im Interview mit der ZEIT sagte der Stadtdekan: Hier in Frankfurt lebe ich herrlich und in Freuden. Außerdem, dass man im Restaurants im HAUS AM DOM gut und preiswert speisen kann.


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 Johannes B. 24. August 2016 
 

Priestermangel

Der Rückgang des Priesternachwuchses hängt aus meinen (altersbedingten)Erfahrungen mit Veränderungen zusammen, die unsere Zeit mit sich brachten. Früher waren Menschen in den ländlichen Gegenden relativ arm aber sehr kinderreich. Hinzu kommt dass weiterführende Schulen am Land fehlten. Nur wenige konnten es sich leisten, eines ihrer Kinder „studieren“ zu lassen. Jeder Vater war daher damit einverstanden, wenn mit finanzieller Unterstützung des Bischofs eines seiner Kinder das bischöfliche Knabenseminar und später das bischöfliche Studien-seminar besuchen konnte. Für die Familie war es eine große Ehre, wenn der Sohn das Studium schaffte und somit letztlich auch „gut versorgt“ war. Von der gesellschaftlichen Stellung eines Pfarrers im Dorf ganz zu schweigen. (Und es war damals eine Schande, wenn der Sohn „wieder abgesprungen“ ist - vom Gespött ganz zu schweigen.) So entstanden zahlreiche "Berufungen" (und nicht nur in Deutschland). Und diese "Basis" ist nun weggebrochen.


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 Rolando 24. August 2016 
 

Johann Martin

Stimme Ihnen zu, der Herr hat die zukünftigen Priester erschaffen und berufen, doch der Mensch lässt sie nicht zur Welt kommen. Ist auch ein Grund, warum die Abtreibungslobby so aggressiv vorgeht, Ziel des Teufels ist es, die Hl. Messe zu unterbinden, denn er will nicht, daß Jesus gegenwärtig ist.


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 agnese 23. August 2016 
 

Engelsburg @ Bitte wenden Sie sich anKloster und Priester in Heiligenkreuz um Rat und Stärkung.


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 Johann Martin 23. August 2016 
 

Warum immer weniger Priester?

Ein Grund, warum wir heute so wenig Priester haben, sind unsere künstlich, durch Verhütung klein gehaltenen Familien. Nachweislich stammen selbst heute noch die meisten Priester aus großen, kinderreichen Familien. Seit wir immer weniger dieser kinderreichen Familien haben, nimmt die Zahl der Priesterberufungen dramatisch ab. Uns Laien trifft also eine wesentliche Schuld am Priestermangel.


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 Wynfried 23. August 2016 

Ursache und Wirkung

Ich verstehe nicht, warum und inwiefern Herr Kissler nach Auffassung von Pater Kunert bei der Ursachenforschung für den dramatischen Rückgang der Priesterweihen Ursache und Wirkung verwechseln soll. Herr Kissler hat mit seiner vortrefflichen Analyse recht!

Ich kann auch nicht nachvollziehen, wo und inwiefern der Glaube heute angeblich auf das "Glaubens- und Ritualwissen" reduziert wird.

Und wodie Überbewertung der Theologie vor dem Gebet,der Reduzierung des Glaubens auf das Glaubens- und Ritualwissen."


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 ThomasMoore 23. August 2016 

@Corinquietum

Das von Ihnen geschilderte ist offensichtlich kein Einzelfall. Ich kenne auch einen Ruhestandpriester, dessen modernistisch angehauchter Pfarrer lässt ihn nicht in der Kirche zelebrieren, so dass er dies in seiner Wohnung tun muss. Gelegentlich zelebriert er in meiner Münchner Heimatpfarrei als Aushilfe. Unser Pfarrer feiert die Messe gottseidank so, dass man ruhigen Gewissens hingehen kann, ohne sich ärgern zu müssen. 2 Lesungen an Sonntag, Antwortpsalm, Texte nach dem Messbuch (auch wenn er ausschließlich das 3. Hochgebet liest und niemals das 1.)


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 Bernhard Joseph 23. August 2016 
 

Man kann nicht zwei Herren dienen

Zwar steht katholischer Glaube nicht gegen die Vernunft, sondern schließt sie ein, aber ein verabsolutierter Säkularismus, wie er sich in der Aufklärung artikuliert, zersetzt den Glauben, wenn er in ihn aufgenommen wird. Der Versuch, dem Weltlichen im Glauben unbegrenzten Raum zu geben, also den Zeitgeist dem Heiligen Geist an die Seite stellen zu wollen, führt zur Schizophrenie eines Glaubens, der sich dauernd infragestellt und sein Heil im Unbestimmten sucht. Wer kann aber auf solch schwankenden Boden sein Leben (und Sterben) stellen?

Die Aufklärung (nicht identisch mit Vernunft)kann ihren nihilistischen Charakter heute kaum noch verbergen, so offensichtlich ist er für den, der genau hinschaut. Nihilismus und Glaube geht aber nicht zusammen, das eine schließt das andere aus. Das haben aber die progressiven "Katholiken" noch nicht verstanden, nicht zuletzt, weil sie so tief in Ihrer Ideologie gefangen sind, dass sie tatsächlich glauben, sie könnten zwei Herren zugleich dienen.


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 ThomasMoore 23. August 2016 

@Engelsburg

So wie Sie das schreiben besteht ja kaum Hoffnung auf eine Besserung Ihrer Situation. Haben Sie schon mal mit Gemeinschaften wie Legionäre Christi oder dem Opus Dei gesprochen, ob es möglich wäre dorthin zu wechseln? Oder - wenn Sie gerne in der AO Form Messe feiern würden - mit der FSSP? Dort gibt man Ihnen sicher eine priesterliche Aufgabe.


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 chiarajohanna 22. August 2016 
 

Gebsy sagt etwas Wichtiges + bekommt NUR 2 Empfehlungen ?

Mir fällt schon länger auf,
das Kritik immer viele Empfehlungen bekommt.

Gebsy schreibt:

das wir Jesus
nicht vergessen dürfen.

Ist dieser Hinweis nichts wert?
Er hat dafür nur 2 Punkte bekommen?
Andere Kommentare, die sich auf das Weltliche beziehen, bekommen vielfach Punkte, nicht aber die Wahrheit.


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 chiarajohanna 22. August 2016 
 

Wir reden + reden ! Schaut auch mal jemand "ANS KREUZ" ?

Von dort aus, ergibt sich
wie Kirche sein soll !

@Hortensius
Derzeit leitende Pastoral-Referenten
sollten sich für ihre Worte SCHÄMEN,
bevor sie zu einem Priester sagen,
er sei zu fromm + zu konservativ.
Ein Blick aufs Kreuz öffnet Augen!

@nurmut
Der Priester, in Stellvertretung Christ, ist eigentlich als Seelsorger gedacht.

Alles andere, wie Organisation und administrative Aufgaben können dem Pastoral-Referenten anvertraut werden, der dem Priester zuarbeitet.
So hat der Priester Freiraum,
sein Hirtenamt kraftvoll zu erledigen,
ohne Burnout.
Bürodienst raubt die Kraft,
die eigentlich für die Seelen
vorgesehen ist.

@sttn
Alles wird sekundär verwaltet,
daher der Kraft-Verlust,
statt primär gelebt,
das wäre Kraft-Gewinn.

@bernhard_K
Ich empfinde ebenso!
Man schaut nicht mehr auf Jesus,
dem Gekreuzigten.
Und damit hat man AUCH die Quelle
verloren, aus welcher die richtigen
ANTWORTEN fließen könnten.


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 Herbstlicht 22. August 2016 
 

@Engelsburg

Haben Sie eigentlich schon einmal um ein klärendes Gespräch beim zuständigen Bischof ersucht?
Und falls solch in Gespräch schon stattgefunden haben sollte, hat er Sie denn nicht ermutigt und gestärkt, wie es seine Pflicht wäre?
Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihren weiteren Weg als Arbeiter im Weinberg des Herrn.
Verlieren Sie nicht den Mut!


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 Tisserant 22. August 2016 

@Engelsburg
Herzlich willkommen in der alt 68 ziger Kirche!
Man predigt gern den linken Zeitgeist, der ja sooo messianisch sei, weil man ja alle Menschen ganz doll lieb hat!

Tja, mein lieber confrater, was Sie jetzt nach der Weiher erleben habe ich vor Jahren im Studium und im Pfarrpraktikum durchlitten!

Und es waren immer diese Gutmenschen Tanten, die mir da besonders übel aufgefallen sind!
Vonrherum fruendlich hinterherum die Bosheit in person!

Die Batik und lila Stola Damen nicht zu vergessen und alle total hipp und mächtig stolz auf die "Feministische Theologie" und das alt 68 ziger Gequarke, von der Freiheit und gegen Unterdrückung!

Diese Leute, die Sie nun ruinieren, Sie mürbe machen und Sie kaltstellen, würden keine Woche in der Mission in Afrika überleben!

Ich bete für Sie! Bleiben Sie standhaft und klug! Geben Sie denen nie, einen Grund, sondern heulen Sie ab und an mit den Wölfen!
Das klingt furchtbar, weil wir die Kirche lieben!


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 Michmas 22. August 2016 
 

Priesterferien

Wenn Ferienzeit ist kommen viele Osteuropäische und Priester aus Indien und Afrika zu uns .Einfach erhebend wie diese Priester die hl. Messe feiern.Die nächsten Sommerferien kommen bestimmt.


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 M.Schn-Fl 22. August 2016 
 

Pater Adrian Kunert weist auf den wichtigsten Mangel hin,

nämlich auf das fehlende persönliche Verhältnis zu Jesus Christus, das sich aus dem Gebet und der täglichen Kontemplation und dem täglichen Leben aus der Hl Schrift ergibt.
"Ohne mich könnt ihr nichts tun." (Joh.15,5)
Was geschieht nicht alles in unserem Leben und besonders in der Kirche ohne IHN?
Das iat für mich das Wichtigste auch in der Priesterausbildung.
Kissler hat in einer wichtigen Frage Recht, als er indirekt auf den kirchlichen Apparat hinweist,der nach Aussage eines Ordinariatsdirektors einer der großen deutschen Diözesen an mich zu 70 % aus Leuten besteht, die mit Jesus Christus nichts mehr am Hut haben und die in ihrer alles bestimmenden Mehrheit die deutschen Bischöfe fest im Griff haben, von denen sich nur noch ganz wenige trauen, wider deren Stachel zu löcken.
P.Adrian Kunert bin ich sehr dankbar, dass er hier wieder aufzeigt, dass bei uns Strukturen und auch Theologie weit vor der persönlichen tiefen Christusbeziehung stehen. Das muss sich ändern!


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 Stefan Fleischer 22. August 2016 

@ Psalm1

Herzlichen Dank für die Korrektur. Ich habe wieder einmal schneller geschrieben als im Detail überlegt. Entschuldigung!


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 Psalm1 22. August 2016 
 

@Stefan Fleischer

"Ich glaubte bisher, nur die Petrusbrüder würden Teile des Konzils ablehnen."

Sie meinen wohl die Piusbrüder. Die Petrusbruderschaft steht, soweit mir bekannt, voll hinter dem Konzil.


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  22. August 2016 
 

Die DBK will eine Laienkirche

dies sagte mir vor wenigen Jahren ein stellvertretender Dekan im Bistum Rot./Stgt.

Worin deren Motivation liegt war nicht zu erfahren.

Die antikirchlichen Kräfte innerhalb der Kirche in Deutschland tun wirklich alles um mit der Behinderung von Priestern (s. @Engelburg) das Heilige Meßopfer zum Erliegen zu bringen.
Eher fällt eine Hl. Messe aus als dass ein 'pensionierter' Priester zum Einsatz käme, dabei hört ein Priester nie auf Priester zu sein.

Auch dass sich so viele
Frauen um den Altar tummeln ist wohl gewollte Desakralisierung. Die Priesterkommunion ist quasi abgeschafft, die Laien kommunizieren zuerst. WoGo m. Ka. wird bereits als Hl. Messe wahrgenommen, der Priester wird gar nicht mehr vermißt und das bereits in ländlichen urkatholischen Gegenden.
Welcher Hirte gebietet denn diesen Mietlingen Einhalt, auch um deren Seelenheil Willen?


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 Adamo 22. August 2016 
 

@Engelsburg

Ich bin tief erschüttert über Ihren Bericht, lieber Engelsburg, wie die dafür verantwortlichen sog. "Hirten" in D. unseren Glauben deformieren lassen. Ihnen kann ich nur raten: Verlassen Sie schleunigst Deutschland und bitten um Aufnahme im österreichischen Kloster Heiligenkreuz, dort können Sie als Priester viel besser Gott dienen.


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 Stefan Fleischer 22. August 2016 

@Corinquietum

Sagte nicht das vor nicht so langer Zeit so viel beschworene Konzil: (Lit 22,3) „Deshalb darf niemand sonst (als der apostolische Stuhl und nach Massgabe des Rechtes der Bischof), auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern“. Ich glaubte bisher, nur die Petrusbrüder würden Teile des Konzils ablehnen.


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 Corinquietum 22. August 2016 
 

@ Engelsburg

Was Sie da schreiben ist wie der "Griff ins volle Menschenleben"
Ich bin jetzt ein 80-jähriger Pfarrpensionär.
Was ich in der Pfarrgemeinde, -in der ich vor ca. 40 Jahren noch Kaplan war - heute als Pensionär unter den Mitbrüdern erlebe, spottet jeder Beschreibung: da zelebriert jeder nach eigenem, weil vom Bischof nicht korrigiertem - Ritus nur nicht nach katholischem.
Eigenmächtigkeiten und Hinzufügungen, oft viel leeres Geschwätz langweilen die Gläubigen. Kinder und Jugendliche sind kaum am Sonntag zu sehen.
Aber der Lif ist wichtig, da dürfen in der gesamten Seelsorgseinheit auch die Pensionäre nicht zelebrieren, tun sies versteckt doch, werden sie am gleichen Tag noch telefonisch zurückgepfiffen!
Und da sollen sich Ju8ngen auf den Ruf Gottes einlassen?

Ich bin froh, dass ich schon netwas älter bin!
Werner Wolff. Pfr.i.R.


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 Adamo 22. August 2016 
 

Glaubensverdunstung

Über Priesternachwuchs wird allenthalben in Deutschland lamentiert. Alle sind nach ungeheuer vielen Aktivitäten und Vorschlägen durch mangelnden Erfolg völlig ratlos. Ich frage mich schon lange weshalb blicken diese erfolglosen Strukturenerfinder nicht einmal nach Österreich, zum Kloster Heiligenkreuz oder zu den Orden nach Polen, die bei uns Pfarreien übernehmen, die sich vor Priesteranwärtern in ihren eigenen Klöstern kaum noch zu retten wissen. Frage: Wie machen die denn das? Fragt sich das bei uns denn keiner?


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 Rolando 22. August 2016 
 

Die Vision von Papst Leo XIII ist zu bedenken,

doch der Herr wird eingreifen, "damit sie erkennen, das ich der Herr bin", über das Erklären der Glaubenswahrheiten geht nicht mehr viel, es braucht viel Gebet und Opfer. @Karlmaria hat ja den Zustand eines Seminares beschrieben, doch es gibt auch Heilgenkreuz und Wigratzbad.


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 Genesis 22. August 2016 

Es wird versucht, die Sakramente die unser Heiland zu unserem Seelenheil eingesetzt hat, zu zerstören.

Das Beichtsakrament - da gibt es einen Priester, der ging vor Jahren in verschiedene Ortschaften um Vorträge zu halten, dass man nicht mehr zur Beichte muss...

Das Sakrament des Altares - da setzt man eine Wort-Gottes-Feier gleich, Reduzierung der hl. Messe usw...

Das Sakrament der Priesterweihe - verbindliche Nachfolge: man möchte alles unverbindlich, am besten abschaffen und so werden wie die Protestanten...

Das Sakrament der Ehe - da ist man auch gerade dabei es "auszuhebeln"...

Doch wie sagte Katha. Emmerich: "wartet nur ihr deutschen Spitzbuben, euch wird es nicht gelingen!"
Und unser Heiland hat es uns auch versprochen, dass die Pforten der Hölle unsere Kirche (das ist die röm/kath Kirche) sie nicht überwältigen wird.


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 jabberwocky 22. August 2016 

Wenn man den deutschen Bischöfen in der Gegenwart etwas vorwerfen will, dann dies:

Sie werden es natürlich nicht verhindern können, daß bisweilen Katholiken sich öffentlich gegen die Lehre der Kirche und die Aussagen der Hl. Schrift äußern. Doch eine Frage drängt sich auf: Warum dürfen solche Leute den pastoralen Nachwuchs ausbilden? Mich schmerzt ungemein, daß den Hirten der Nachwuchs (Priester, Religionslehrer, Gemeindereferenten) so wenig zu bedeuten scheint, daß man diese oft noch recht jungen Menschen Irrlehrern aussetzt. Es müßte doch Ehrensache sein, für diese Heilige Aufgabe nur die besten Professoren zu rufen, mit echter katholischer Identität, die katholisches Wissen mit Frömmigkeit und einer lebendigen Jesusbeziehung verbindet. Das müßte einem Hirten doch auf dem Herzen brennen. Aber echte katholische Identität ist in der deutschen Apparatekirche nicht angesagt. Darum haben es ja auch nicht nur die frommen Kandidaten schwer, sondern auch die schon geweihten.


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 Karlmaria 22. August 2016 

Die spirituelle Komponente

Ich habe mal einen jungen Priester gerade danach gefragt. Der hat mich angesehen als ob ich vom anderen Stern komme. Das ist ja auch kein Wunder im Priesterseminar Wilhelmstift in Tübingen das zahlenmäßig total von Frauen dominiert wird. Ich habe ja nicht grundsätzlich etwas gegen Frauen im Altarraum. Aber wenn dann die spirituelle Komponente total verdunstet das ist auch nicht gut. Vielleicht ist das ein Zikelschluss: Spirituelle Frauen würden nicht so sehr nach Führungspositionen in der Gemeinde drängen. Ich kenne ja solche spirituellen Frauen die zum Beispiel sich selbst sehr zurückhaltend eine Maiandacht gestalten dass es eine wahre Freude ist!


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 bernhard_k 22. August 2016 
 

@MontiRa

Danke auch. :)


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 Engelsburg 22. August 2016 
 

Aus eigenem Erleben …

Kissler trifft mit wenigen Worten den Nagel auf den Kopf, P. Kunert schreibt als Antwort einen Roman. Ich kann aus eigenem Erleben Kisslers Argumente nur bestätigen. Ich bin ein junger Priester in einer deutschen Diözese. Wenn man als Priester noch seinem Weihversprechen treu bleiben will, den Glauben der Kirche unverkürzt verkündet, die Liturgie nach der Ordnung der Kirche feiert, ist Ärger fast vorprogrammiert; Ärger mit "Liturgieräten", Ärger mit Vorgesetzten, die narzisstische Laien mehr fürchten, als das jüngste Gericht. So wurde auch ich vor einigen Jahren ohne Begründung (kann ich durch Dokumente beweisen) aus der Pfarrseelsorge "entfernt". Bekam dann eine Aufgabe, die sonst Pensionäre übernehmen. Seit einigen Monaten wurde mir auch diese Aufgabe entzogen und ich hänge ohne Aufgabe, Kirche, Altar in der Luft. Kissler hat Recht: hier soll künstlich ein Priestermangel erzeugt werden, um den Weg zu einer möglichst priesterfreien Kirch zu ebnen. Dennoch: Deus semper major!


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 gebsy 22. August 2016 

Die Liebe zum blutschwitzenden Jesus

stellt vor Augen, was unser Erlöser seelisch gelitten hat.
Sein unüberbietbar größtes Liebesgeschenk wird als notwendiges Heilsmittel auch zum Verderben missbraucht.
Selbst das Beispiel des Patrons der Pfarrer bewirkt kein Umdenken; es wird "vorwärts" gedacht ...


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 MontiRa 22. August 2016 
 

bernhard_k

Ihr vorstehender Beitrag hätte von mir sein können. Danke .


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 Amanda1975 22. August 2016 
 

Wenn ich zu meinem Seelenführer und Hirten gelangen will,

muss ich fast 120 Kilometer (einfache Strecke) zurücklegen - mit ÖPNV, da ich keinen Führerschein habe. Da geht locker fast ein ganzer Tag drauf für ein Gespräch von etwa 90 Minuten (mit Beichte). Und all das deshalb, weil die wirklich durch und durch katholischen, frommen Priester so dünn gesät sind.


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 bernhard_k 22. August 2016 
 

Was ist der Grund?

Der Grund dürfte darin liegen, dass sich die Kirche zunehmend am Menschen, und leider nicht mehr nur an Jesus Christus orientiert.

Die Kirche will "Beifall" ernten von Menschen, die ihren Glauben gar nicht mehr kennen. Und das ist der garantiert sichere Weg in den Untergang.

Denn ein Mensch, der seinen Glauben nicht mehr kennt, "applaudiert" immer an der falschen Stelle.

Diese "Gläubigen" "applaudieren":

* wenn Fegefeuer und Hölle totgeschwiegen werden

* wenn die wahre Sexualethik der Kirche totgeschwiegen wird

* wenn die Hl. Messe zu einem Laien-Event verkasperlt wird

* wenn die Beichte nicht mehr empfohlen wird

* wenn nicht mehr von Sünde gepredigt wird

Und was passiert nun: Eine solche "Kirche" verliert an Attraktivität, weil sie banal wird. So eine Kirche - ohne Jesus Christus im Zentrum - wird zu einem bloßen Sozialverein.

Wenn man den Menschen nicht mehr sagt, wie man in den Himmel kommt, ist die Kirche überflüssig geworden.

Da kann ich auch zu den Grünen gehen.


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 hortensius 22. August 2016 
 

Mir haben mehrere Ruhestandspriester erzählt, dass sie von den "leitenden" Referentinnen nicht mehr zur Aushilfe eingeplant werden, weil sie zu fromm oder zu konservativ sind. Das ist bitter ist bitter.


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 sttn 22. August 2016 
 

Glaubwürdiger Glaube kann nicht verwaltet werden

sondern muss gelebt werden.
Im Artikel steht viel richtiges, wir müssen an uns arbeiten, damit es besser wird.


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 Liwindo 22. August 2016 
 

Unzureichend

Da schreibt offensichtlich jemand, der sich nicht mit der diözesanen Priesterausbildung auskennt. Einfach mal in die Seminare gehen und sich erzählen lassen wie mit den Seminaristen umgegangen wird, dann wird einem viel über den angeblichen Mangel an Kandidaten klar.


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 tuennes 22. August 2016 
 

Jain

Ich denke, dass man sich sehr wohl Gedanken macht, die in Richtung Priesterlose Gemeinden geht und das sicher auch mangels Berufungen...
Der Fehler liegt m.E. darin, dass man seitens so mancher Bistumsleitungen zu sehr in Strukturen gedacht hat-
Hier findet, Gott sei Dank, hier und da ein Umdenken statt. Das lässt mich hoffen.
Was wir brauchen sind geistl. Familien in denen Menschen auf der Suche eine Heimat finden..... Aber geistl. Familien mit einem guten Hirten!


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 doda 22. August 2016 

Nichts genaues weiß auch P. Adrian Kunert SJ nicht

"Damals kam – aus unterschiedlicher und meist nicht geäußerter Motivationslage – die Idee der Pastoralassistenten auf.
Das schien sich alles zu ergänzen;"
und
"solange man nicht ansprach (und anspricht), was die Motivationen der Beteiligten für das Mitmachen bei diesem Prozess war (ist)", muss man eben auch nicht korrigieren.
Weiß P. Adrian Kunert SJ denn, welche Motivationen damals und heute zugrunde liegen?
Ich vermag nicht zu glauben, daß eine geheime Agenda der deutschen Bischöfe zur Zerstörung der alten Kirchenstrukturen dahinter steckt, sondern vermute, daß diese Agenda so oder ähnlich "die Motivation zuvieler anderer Beteiligter für das Mitmachen bei diesem Prozess war."
Es fehlte und fehlt den meisten unserer Bischöfe der intensive Kontakt zu uns Laien, um diese Motivationen zu erfahren.
Vielleicht finden sie es so angenehmer?


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 Fink 22. August 2016 
 

Kann man dem Evangelium trauen ? Ist Jesus "wahrer Mensch und wahrer Gott" ?

Diese Fragen verneint die liberale Theologie. Das halte ich (langfristig) für die Hauptursache der "Verdunstung des Glaubens".
P.S. Man sollte "Glauben" und "Glaubenswissen" nicht gegeneinander ausspielen, wie es der Autor tut.


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 Michmas 22. August 2016 
 

Modernismus!!

Den Deutschen Bischöfen war seid Kard. Lehmann kein Papst willkommen.Sie waren und sind zu sehr von ihrem Modernismus und Anbieterung an die EV.( bitte unterscheiden zwischen Anbieterung und Ökumene) und Welt übrzeugt!!


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 nurmut 22. August 2016 
 

Verweltlichung ist passiert.

Der Priester (Pfarrer) muss mehr Manager als eine Seelsorger sein. Abertausend Kirchenangehörige (ich sage nicht "Gläubige") sind zu bedienen. Die Finanzen der Pfarre, die Kirchengüter, Infrastruktur - die erhalten und renoviert werden muss, die Angestellten etc. sind zu "managen".
Es ist also praktisch ein "Betrieb" zu führen. was hat das mit einem Sakramente spendenden , betenden Seelsorger zu tun?


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 Chris2 22. August 2016 
 

Interessante Gedanken

Widersprochen werden muss allerdings der "Überbewertung der Theologie vor dem Gebet, der Reduzierung des Glaubens auf das Glaubens- und Ritualwissen." Natürlich beten wir (fast) alle zu wenig, aber gerade an "Glaubens- und Ritualwissen" ist doch kaum noch etwas vorhanden. Wenn viele Gläubige keine Hl. Messe mehr von einem Wortgottesdienst unterscheiden können (ist die offensichtliche Ähnlichkeit etwa Absicht?), fehlen wohl auch sonst zentrale Fundamente des Glaubens...


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