08 Oktober 2016, 07:00
Der Rosenkranz: Biblisches und ganz auf Christus ausgerichtetes Gebet!
 
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Die Jungfrau und Gottesmutter Maria zeigt uns Jesus, ihren Sohn, und darf ihn uns schenken. Sonntagspredigt über den Rosenkranz. Von Prof. Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/St. Josef) Predigt zum 28. Sonntag im Jahreskreis C (09.10.2016) L1: 2 Kön 5,14-17; L2: 2 Tim 2,8-13; Ev: Lk 17,11-19

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im nächsten Jahr – 2017 – begeht die Kirche das 100-Jahr-Jubiliäum der Erscheinungen der Gottesmutter Maria in Fatima an die drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto. Papst Franziskus hat angekündigt, nach Portugal zu fliegen und dort die Feierlichkeiten zu leiten.

Was erbittet die heilige Jungfrau Maria in den kirchlich anerkannten Erscheinungen in Fatima? Vor allem das Gebet des Rosenkranzes als Weg zur Bekehrung der Herzen und um den Frieden in der Welt zu erlangen.

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In den letzten 100 Jahren hat sich viel getan in der Welt: Angesichts so mancher weltpolitischer Vorgänge und Entwicklungen haben sich die Worte der Gottesmutter in Fatima als prophetisch erwiesen. Tatsächlich hat Russland, wie vorhergesagt, durch den Kommunismus seine Irrtümer in der ganzen Welt verbreitet, und dass das System des Kommunismus um das Jahr 1989 in vielen Ländern wieder zusammengebrochen ist und überwunden wurde, kann auch als Frucht des Gebets vieler Menschen gesehen werden. In Österreich wird der Staatsvertrag und der Abzug der Besatzungsmächte im Jahr 1955 mit dem Rosenkranzgebet in Verbindung gebracht.

Ist es schwer, den Rosenkranz zu beten? Nein! Denn wer die christlichen Grundgebete kennt (Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Ave Maria, Ehre sei dem Vater), der ist dazu in der Lage. Eigentlich ist der Rosenkranz ein ganz und gar biblisches Gebet. Wir preisen die Gnade Gottes, die er uns Menschen in der Geburt seines Sohnes aus der Jungfrau Maria erwiesen hat. So werden wir im ruhigen Beten des Rosenkranzes zu innerer Einkehr hingeführt; wir empfehlen unser Leben dem gütigen und barmherzigen Gott und tun dies, indem wir an der Hand der Gottesmutter Maria und in ihrem Geist die Heilsgeheimnisse betrachten.

Zu Beginn des heiligen Rosenkranzes beten wir darum, dass Gott der Herr unseren Glauben stärke, dass er unsere Hoffnung vermehre und die Liebe entzünde. Tatsächlich sind es die göttlichen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe, die unser christliches Leben prägen. Der Glaube an Gott und an sein Werk der Schöpfung, Erlösung und Heiligung ist grundlegend. Indem wir uns im Rosenkranzgebet die wichtigen Ereignisse der Menschwerdung Christi, seines Leidens und Sterbens am Kreuz sowie seiner Auferstehung und Himmelfahrt vergegenwärtigen, wird dieser Glaube auch im Herzen und in unserer Vorstellung anschaulich und wirksam. Der Glaube an Jesus Christus erweist sich in ähnlicher Weise für unser Leben als heilsam wie bei den zehn Aussätzigen, von denen das Evangelium dieses Sonntages (Lk 17,11–19) berichtet. Doch nur einer davon erachtete es für nötig, Jesus für die Heilung vom Aussatz zu danken.

Der Blick auf Maria, die bereits bei Gott vollendet ist, erweckt unsere Hoffnung, dass Gott auch mit uns einen Plan der Liebe hat und uns in der Anschauung seiner Herrlichkeit im Himmel vollenden will. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten ist eine Antwort auf das Geschenk jener Liebe, die Gott uns zuerst erwiesen hat. Wie groß diese Liebe ist, wird uns bewusst, wenn wir über die Machttaten Gottes nachdenken und sie betend erwägen!

Unser Leben ist ein großes Geschenk Gottes; es ist wertvoll und kostbar. Zugleich sind wir immer wieder auch bedroht durch Gefahren für Leib und Seele. Daher ist es wichtig, unser Vertrauen auf Gott zu setzen, der uns rettet. Gott ist immer auf unserer Seite, denn wie es in der zweiten Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus heißt: „Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ (2 Tim 2,13)

Entscheidend ist die Verwandlung unseres Herzens durch die im Gebet erfahrene Gegenwart Gottes! Wenn wir der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria unser Leben anvertrauen und uns in ihrem Unbefleckten Herzen bergen, dann brauchen wir nichts zu fürchten. Sie zeigt uns Jesus, ihren Sohn, und darf ihn uns schenken. Auf diese Weise erfahren wir die bleibende Neuheit eines mit Gott verbundenen Lebens.

Ob wir den Rosenkranz alleine beten oder in der Familie oder einer Gebetsgruppe oder auch – wie hier in der Pfarrkirche von Mühldorf – vor der Sonntagsmesse in der Kirche: wichtig ist, dass wir es überhaupt tun! Wenn wir in Treue ausharren, dann werden wir die guten Früchte dieses wunderbaren Gebets bestimmt erfahren dürfen. Amen.

Link zu allen Beiträgen des St. Pöltner Moraltheologen Prof. Spindelböck auf kath.net

Lied: ´Rosenkranzkönigin´ - In der Neumünsterkirche Würzburg




Foto oben: Symbolbild









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