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Wahre Freiheit gegen falsche strenge Starrheit

24. Oktober 2016 in Aktuelles, 44 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: starre Strenge ist Ausdruck der Schlechtigkeit, der Heuchelei, des Doppellebens oder Anzeichen für Krankheit, die leiden lässt. Gott schenkt dagegen die wahre Freiheit seiner Kinder. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Das Gesetz des Herrn wurde geschaffen, um uns zu befreien, um uns zu Kindern zu machen“: das Tagesevangelium (Lk 13,10-17) stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der 30. Woche im Jahreskreis.

Jesus lehrte an einem Sabbat in der Synagoge: „Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott“. Diese Heilung am Sabbat provozierte die Empörung des Synagogenvorstehers, da das Gesetz des Herrn verletzt worden sei.

„Es ist nicht leicht“, so der Papst, „im Gesetz des Herrn zu gehen“. Es sei dies eine Gnade, um die wir bitten müssten. Jesus beschuldige den Synagogenvorsteher, ein Heuchler zu sein. Es sei dies ein Wort, das er viele Male gegenüber den Starren und Strengen wiederhole, gegenüber jenen, die die Erfüllung des Gesetzes in einer Haltung der Strenge betrieben, denen so die Freiheit der Kinder fehle und die Sklaven des Gesetzes seien. Jesus dagegen unterstreiche, dass das Gesetz nicht geschaffen worden sei, um uns zu Sklaven zu machen, sondern um uns zu befreien: als Kinder. Hinter der Starrheit und Strenge stehe immer etwas anderes. Aus diesem Grund spreche Jesus von Heuchelei:


„Hinter der Strenge verbirgt sich etwas im Leben einer Person. Die Starrheit und Strenge sind kein Geschenk Gottes. Die Milde: ja. Die Güte: ja. Das Wohlwollen: ja. Die Vergebung: ja. Aber die Starrheit: nein! Hinter der starren Strenge verbirgt sich immer etwas, in vielen Fällen ein Doppelleben. Aber da ist auch etwas Krankes. Wie sehr leiden doch die Starren: wenn sie ehrlich sind und es bemerken, dann leiden sie! Denn sie schaffen es nicht, die Freiheit der Kinder Gottes zu haben. Sie wissen nicht, wie man im Gesetz des Herren geht, und sie sind nicht glückselig. Und sie leiden viel! Es hat den Anschein, als seien sie stark, weil sie das Gesetz befolgen. Aber dahinter liegt etwas, das sie nicht gut macht: entweder sind sie schlecht, das heißt Heuchler, oder sie sind krank. Sie leiden“.

Der Papst rief das Gleichnis vom verlorenen Sohn in Erinnerung, in dem sich der ältere Sohn, der sich immer gut benommen hatte, über den Vater empört, weil dieser voll Freude den zwar ausschweifenden und lasterhaften, aber dann reuigen jüngeren Sohn aufnimmt. Diese Haltung lasse erkennen, was hinter einer gewissen Form von Güte stecke: der Hochmut, sich für gerecht zu halten:

„Hinter diesem Gutsein steckt der Hochmut. Jener wusste, dass er einen Vater hatte, und im finstersten Augenblick seines Lebens ist er zum Vater gegangen. Der andere dagegen verstand vom Vater nur, dass er der Herr war, doch nie hatte er ihn als Vater empfunden. Er war starr und streng: er ging im Gesetz mit Strenge. Der andere hatte das Gesetz beiseite gelassen, er war ohne das Gesetz und gegen das Gesetz gegangen. Doch an einem gewissen Punkt hat er sich des Vaters entsinnt und ist zurückgekehrt. Und ihm wurde Vergebung zuteil. Es ist nicht leicht, im Gesetz des Herrn zu gehen, ohne der starren Strenge zu verfallen“.

„Wir wollen zum Herrn beten“, so Franziskus abschließend, „wir wollen für unsere Brüder und Schwestern beten, die meinen, das Einhergehen im Gesetz des Herrn bedeute, starr und streng zu werden. Der Herr lasse sie spüren, dass er Vater ist und er an Barmherzigkeit, Zärtlichkeit, Güte, Milde, Demut Gefallen hat. Und uns alle lehre er, im Gesetz des Herrn mit dieser Haltung zu gehen“.

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Lesermeinungen

 Tonika 26. Oktober 2016 
 

Jesus geht es immer um Barmhherzigkeit als Antwort auf Reue und Umkehr

Der Sohn bekennt seine Schuld. Er ist wirklich zerknirscht, doch bevor er noch wie geplant um Arbeit als Tagelöhner bitten kann, wird er schon von der Liebe Gottes weggeschwemmt, die ihn wieder voll in all seine Stellung als Kind des Hauses einsetzt, vgl. 1.Johannes 1,9: wenn wir unsere Sünde bekennen, dann vergibt Gott. Wenn wir hingegen meinen, daß wir nicht gesündigt haben, dann machen wir Gott zum Lügner und es ist keine Vergebung da. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn den älteren Bruder nicht als hochmütig oder hartherzig beschimpft, sondern in seinem Erbarmen ging der Vater auch auf dem älteren Bruder zu. Und er redet ihm gut zu. Das ist ein Zeichen, wie Gott auch auf die gesetzestreuen Gläubigen zugeht! In diesem Gleichnis wird klar; Gott wirbt um jede Seele nicht nur um die verlorenen Söhne sondern auch um die älteren Brüder, die ihm treu dienen! Gott zeigt den treuen älteren Sohn, dass seine Treue bislang immer belohnt worden ist und auch weiterhin belohnt werden wird.


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 Israel 26. Oktober 2016 

Hmmm...manchmal kommt es mir vor, als könnte ich Papst Franziskus sehr gut begreifen...dann wieder frage ich mich: verstehe ich alles richtig? Im Zweifelsfall greife ich zum Katechismus...
Eine wunderbare Bitte: "Der Herr lasse uns spüren, das er Vater ist und er an Barmherzigkeit, Zärtlichkeit, Güte, Milde, Demut Gefallen hat."
Wir sollen IM GESETZ DES HERRN mit dieser Haltung gehen. Wo, bitte, ist da das Problem?


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 Helena_WW 26. Oktober 2016 
 

Streng? severus bedeutet auch ernst, ernsthaft

Das lateinische Adjektiv severus, -a, -um
heißt auf deutsch übersetzt :
streng, ernst, genau, gesetzt, ernsthaft

Das möchte ich zum Nachdenken anfügen.


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 Helena_WW 25. Oktober 2016 
 

Wie Barmherzig ist es denn dem einem Sohn Hochmut zu unterstellen?

Schließlich hat dieser Sohn der dabei geblieben ist auch sichergestellt durch sein treues wirken, dass der verlorene Sohn überhaupt eine Heimstatt erhalten bekommen hat zu der er reumütig zurückkehren konnte.
Was wäre denn gewesen, wenn sich Sohn der treu geblieben ist genauso gehandelt hätte wie der verlorene Sohn?
Mir scheinen auch einige Aspekte bei dem Gleichnis vom verlorenen Sohn zu wenig beachtet. Da ist der Rückweg des Verlorenen im Ringen und in tiefer Reue, der selbst keine Ansprüche stellt. Das hat der Vater nach meinen Verständnis gesehen und seine Erleichterung, Freude gezeigt, aber dieser Vater hat dem anderen Sohn keine Hochmut unterstellt, er hat sich auch diesem zugewandt. Und das Gleichnis kann keine Aufforderung sein zu dem Treuen gleichgültig zu sein oder diesen verächtlich zu machen. Denn Vater weist ja daraufhin dass der Treue in seiner Güte leben könnte. Dann muss auch das vorhanden sein.


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 padre14.9. 25. Oktober 2016 

"Und ihm wurde Vergebung zuteil"

ja, weil der verlorene Sohn wieder zurückgekehrt ist. Zurück zum Gesetz des Vaters. Von da kann er mit neuer Kraft,väterlicher Liebe aber natürlich auch Strenge, wieder starten.
Wir brauchen keine Wahre Freiheit - sondern Klarheit.


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 Herbert Klupp 25. Oktober 2016 
 

Klar sehen heißt auch hinter die Kulissen sehen

@Sternenklar: und wieviel Leid mag eine zu lasche Erziehung, die Grenzen zu setzen verwehrt hat, an wieviel Millionen Menschen verbrochen haben ? Drogen, Suizide, Scheidungen, Verwahrlosung, Bandenbildung, Kriminalität, usw - die ganze Malaise der "modernen" ( erzieherisch amerikanisierten ) Gesellschaft. Und klar: dieser Zusammenhang wird verschwiegen, aber jede einzelne "katholische Ohrfeige" von vor 40 Jahren wird medial groß gemacht.


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 Herbert Klupp 25. Oktober 2016 
 

Bibelkenntnis ?

@Mag. Oswald Putzer: Nicht ohne Grund trägt sie ( die Staatsmacht ) das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Zorngericht der Rache
an jedem der Böses tut. Siehe Römer 13,4b


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 Kurti 25. Oktober 2016 
 

Der Papst hat recht, aber wo gibt es denn heute

noch diese falsche Strenge? Es ist doch viel eher das Gegenteil der Fall, daß man alle Sünden zudeckt. Von daher ist der Papst zu fragen, wo er denn lebt? Vielleicht noch im Mittelalter, das könnte man anhand mancher seiner Aussagen über die Kirche annehmen, wo er Verhältnisse, die es mal gab, aber längst nicht mehr gibt, schon ab und an angesprochen hat. Heute wird doch ift nur noch von falscher Barmherzigkeit fabuliert. Die gibt es nämlich sehr wohl auch. Jesus hat am Kreuz einen schändlichen Tod erleiden müssen für und wegen unserer Sünden. Das ist bitterer Ernst. Wer diese Gnade für sich persönlich in Anspruch nimmt, der wird auch die Barmherzigkeit Gottes erfahren, denn diese wird nicht jedem einfach nachgeworfen, der weiterhin in seinen Sünden leben will.


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 Bärbel 25. Oktober 2016 
 

Falsche Starrheit

Franziskus sagt beim Gleichnis vom verlorenen Sohn dieser hätte gegen das Gesetz gelebt und sei dann als er in Not geraten war zum Vater zurückgekehrt. Den anderen Sohn bezeichnet er als hochmütig. Ich finde das ist kein Hochmut sondern eine verständliche menschliche Reaktion. Die Haltung von Franziskus erinnert mich aber an die Worte Luthers: "Sündigt nur kräftig drauf los, ihr seid ja durch den Glauben gerechtfertigt." Das Wort Glaube kann man bei Franziskus durch Barmherzigkeit ersetzen.


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 Diadochus 25. Oktober 2016 
 

@wedlerg

Ihr Kommentar gefällt mir. Das ist eine schöne Interpretation. Nur bleiben Ihre Gedanken ein Wunschdenken. Der Papst drückt sich sehr oberflächlich und pauschal aus. Ob er es so gemeint haben könnte, bleibt offen.


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 antonius25 25. Oktober 2016 
 

@wandersmann:

Danke, Sie bringen es auf den Punkt. Man muss bei dieser Taktik in der Tat sehr aufpassen, dass man aufgrund des 6+6=12 nicht tatsächlich glaubt, dass 4+4 nicht 8 ergibt. Viele verweisen auch häufig auf das 6+6=12 um die Kritiker des 4+4=9 zum Schweigen zu bringen.


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 Stefan Fleischer 25. Oktober 2016 

Da fiel mir gerade noch ein weiterer Gedanke ein.

Mit der Barmherzigkeit, die wir üben, ist es wie mit dem guten Samen im Gleichnis. Wir müssen schon so gut als möglich darauf achten, auf welchen Boden wir sie streuen einserseits und andererseits uns nach Kräften bemühen, den Feind zu hindern, dass er nicht das Unkraut z.B. des Egoismus etc. dazwischen säht.


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 Stefan Fleischer 25. Oktober 2016 

@ Chris2

Man sollte eben die Bibel möglichst gut kennen. Dann käme uns bei Gleichnis vom Unkraut im Weizen immer auch das Bild vom Samen unter den Dornen in den Sinn. Damit hätte man dann beide Aspekte, welche es in der Frage zu berücksichtigen gilt; Man darf mit dem Unkraut nicht auch den Weizen ausreissen und man muss darauf achten, dass der Weizen nicht von den Dornen erstickt wird. Ich bin versucht zu sagen, beides gehört zur jener Lebenswirklichkeit, welche die Kirche berücksichtigen muss.


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 Sebi1983 25. Oktober 2016 
 

Ist das wirklich aktkuell?

Sind das wirklich die Analyse, die die aktuelle Situation trifft? Ich kann nur
den deutschsprachigen Raum überblicken. Meiner Erfahrung nach ist hier von Strenge oder gar Rigidität (bis auf wenigste Ausnahmen) nichts zu finden. Eher herrschen Laxheit und Gleich-Gültigkeit.

Mir scheint Papst Franziskus (zumindest was die westliche Kultur betrifft) gegen ein Phatasieprodukt zu predigen, das freilich von medialer Seite massiv kolportiert wird.


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 bruder chris 25. Oktober 2016 
 

Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen...

aber ein alter Priester lehrte mich mal folgenden Spruch:Priester soll sein "am Altar ein Engel, auf der Kanzel ein Löwe, im Beichtstuhl ein Lamm."


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 wedlerg 25. Oktober 2016 
 

Der Papst hat recht: die Gutmenschen sind die Pharisäer von heute

Die Betrachtungen des Papstes sind nicht falsch. Sie sind tiefgreifend und richtig. Es genügt nicht das Gesetz zu halten, es braucht mehr, um zu Gott zu kommen. Jesus sagt nie: ignoriert den Sabbat und macht was ihr wollt. Er verherrlicht Gott und erhöht das Sabbatgebot durch die Heilung der Kranken. Wer nur das Sabbatgebot sieht, lebt in Hohlheit.

Übersetzt in die heutige Zeit, sind die Gesetze die oberflächlichen Leitlinien der Gutmenschen und nicht mal göttlich. Für Umweltschutz, für Kunst und Kultur, für Migration, für Pressefreiheit, etc. Sie erheben sich über diejenigen, die mit sich ringen, die Gott über die neuen Gesetze stellen, die die neuen Gesetze als das sehen, was sie sind: nicht falsch, aber stets auf höhere Werte zu prüfen. Ich sehe hier eine klare Anklage des Papstes an die moderne Sklaverei des Gutmenschentums, die Sklaverei, die das neue Pharisäertum der Gegenwart ausmacht - vielfach vor eigener Selbsteinbildung, ohne es zu bemerken!


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 Chris2 25. Oktober 2016 
 

Gleichnis vom Unkraut

@Stefan Fleischer Manche verstehen das Gleichnis vom Unkraut ja so, als ob man alle Mißstände in der Kirche einfach laufenlassen und "nicht richten" solle. Doch es ist etwas anderes, ob man einzelne Gläubige mahnt und - wenn sie dauerhaft und schwerwiegend verstockt bleiben - sogar ausschließt (NT!), oder wenn Theologen, beauftragte Laien, Religionslehrer, Pfarrer oder gar Bischöfe im Namen der Kirche Irrlehren predigen und lehren. Es ist wie mit dem Pazifismus: Ihn für sich zu wählen, ist edelmütig, ihn anderen (zumal in Zeiten der Gefahr) aufzuzwingen oder sie gar im Stich zu lassen, ist schwere Sünde / Todsünde. "Nur" auf den Heiligen Geist hören und "barmherzig" zu sein, jeweils ohne das göttliche Gesetz zu beachten, kann jedenfalls nicht der richtige Weg sein, wie so manche Auswüchse nach dem Konzil bewiesen haben. Als man den Hl. Geist vom Wort Gottes gelöst hatte, wurde er zum ominösen "Geist des Konzils" ...


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 Stefan Fleischer 25. Oktober 2016 

Und ein anderer Aspekt ist noch das,

was eine alte Bauernregel sagt:
"Wer das Unkraut im Garten nicht
mit der nötigen Strenge bekämpft
wird bald kein Gemüse mehr ernten!"


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 wandersmann 24. Oktober 2016 
 

"Neue Barmherzigkeit" zu Ende gedacht ... Wer das Gesetz relativiert, der leugnet die Barmherzigkeit

Denkt man einmal die "neue Barmherzigkeit" (in dieser Form kannten wir das ja bisher nicht) zu Ende, dann ergibt sich ein Gott der gar nicht mehr barmherzig sein kann.

Wenn nämlich die Gebote irrelevant werden, wie soll sich dann noch Gottes Barmherzigkeit zeigen? Das Ende der Gebote ist auch immer das Ende der Barmherzigkeit.

Gott ist deshalb barmherzig, weil er unsere Fehltritte=Sünden - Reue vorausgesetzt - immer und immer wieder verzeiht. Wenn man aber die Sünde abschafft oder relativiert, was soll Gott dann noch vergeben?

Wer die Sünde relativiert, der relativiert damit Gottes größte Eigenschaft, nämlich seine Barmherzigkeit. Wo es kein Gebot gibt, da gibt es auch keine Sünde, Röm 7,8 "denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot." Und ohne Sünde keine Barmherzigkeit.

Wer das Gesetz relativiert, der leugnet die Barmherzigkeit Gottes.


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 wandersmann 24. Oktober 2016 
 

Wahres und Falsches vermischt

"Hinter der Strenge verbirgt sich etwas im Leben einer Person. Die Starrheit und Strenge sind kein Geschenk Gottes. Die Milde: ja. Die Güte: ja. Das Wohlwollen: ja. Die Vergebung: ja. Aber die Starrheit: nein!"

Nehmen wir den heiligen Pfarrer von Ars. Wie streng war er doch zu sich selbst und wie streng war er gegenüber anderen. Sogar das Tanzen hat er im ganzen Ort verboten. Hatte man vor der Messe am Morgen etwas gegessen, dann hat er die Kommunion verweigert.

Ja, er war streng. Sehr streng. Und diese Strenge war sehr wohl ein Geschenk Gottes, denn niemand kann ohne Gottes Hilfe so streng leben wie er.

Aber er war milde, er war gütig, er war wohlwollend und er war ein großer Beichtvater.

Gerade weil er streng war, insbesondere zu sich selbst hat er so viele Seelen bekehrt. Welche Sünde hat er denn je aus "Barmherzigkeit" einem Sünder durchgehen lassen???

Der Papst baut einen Gegensatz auf, den es nicht gibt.


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 wandersmann 24. Oktober 2016 
 

Argumentative Strategie von Papst Franziskus 2

Diese Argumentationsstrategie verwendet er auch hier. Zur heiligen Beichte sagt er:

4+4=8
"Und wenn wir zum Beispiel zu Beichte gehen, dann ist es nicht so, dass wir unsere Sünden gestehen und Gott vergibt uns. Nein, das ist es nicht!"

6+6=12
Wir begegnen Jesus Christus und ihm sagen wir: ,Das ist dein, ich mache dich noch einmal zum Sünder.’

http://de.radiovaticana.va/storico/2013/06/15/papstpredigt_%E2%80%9Echristlicher_friede_ist_unruhig%E2%80%9C/ted-701796

Der Papst meint wahrscheinlich diese Bibelstelle:
2Kor 5,21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.

Es geht m. E. alles ganz konfus bei Papst Franziskus durcheinander. Er mischt einfach wahr und falsch.


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 wandersmann 24. Oktober 2016 
 

Argumentative Strategie von Papst Franziskus 1

"Wer sich nur an Gesetze halte, verfalle leicht einer Ideologie. Stattdessen solle der Gläubige einfach nur sein Herz für den Heiligen Geist offenhalten, den Rest besorge dann Gott selbst."

http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/06/papstmesse_%E2%80%9Eoffenes_herz_ist_wahres_lehramt%E2%80%9C/1263236

Es ist bei den Argumenten von Papst Franziskus aus meiner Sicht auch ganz oft so:

Er kritisierte etwas, was aus Sicht der Kirche richtig und wichtig ist (hier: Das Halten der Gebote) und dann kommt eine andere Bemerkung, die aus Sicht der Kirche ebenfalls richtig ist (für den Heiligen Geist offen sein).

Das ist so als wenn ich sage 4+4=8 sei falsch, vielmehr sei 6+6=12. Ich kann aber mit 6+6=12 nicht 4+4=8 kritisieren.


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 wandersmann 24. Oktober 2016 
 

Man beachte auch das Folgende von Papst Franziskus - Gebot sind zweitrangig

"Wer sich nur an Gesetze halte, verfalle leicht einer Ideologie. Stattdessen solle der Gläubige einfach nur sein Herz für den Heiligen Geist offenhalten, den Rest besorge dann Gott selbst."

http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/06/papstmesse_%E2%80%9Eoffenes_herz_ist_wahres_lehramt%E2%80%9C/1263236

Es ist ja richtig, dass wir die Gesetze nicht um der Gesetze willen halten, sondern für Gott, aber der Papst vermittelt immer den Eindruck: Es ist nicht schlimm, wenn du die Gesetze brichts, solange du offen bist für den Heiligen Geist.

Und das stimmt eben nicht. Vielmehr soll uns das Halten der Gesetze für den Heiligen Geist öffnen.
Wir können unser Herz eben nicht für den Heiligen Geist offenhalten, wenn wir Gottes Gebote (wissentlich) nicht halten.

Der Papst baut sehr oft einen Strohmann auf, den es gar nicht gibt (wer sich NUR an Gesetze halte), so dass es keiner kritisieren kann. Dann zieht er aber eine Schlussfolgerung, die sehr weitgehend vieles über den Haufen wirft.


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 girsberg74 24. Oktober 2016 
 

Alles in den Blick nehmen!

Gut, dass Franziskus nicht immer nur von Barmherzigkeit spricht, sondern auch mal den Hochmut dran nimmt.


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 Hadrianus Antonius 24. Oktober 2016 
 

Sonnenklar

Ein fantastischer Text bei der Drangsalierung der Franziskaner und Franziskanerinnen der Immaculata, dem Hausarrest von Parer Stefano Manelli FFI und bei der Zerschlagung der Fraternität der Hl. Aposteln.


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 Sternenklar 24. Oktober 2016 

Hört auf mit der erzieherischen Härte

@Herbert Klupp: Wie viel Leid hat schon die erzieherische Härte von katholischen Priester und Ordensleute bewirkt? Wie viele Leute haben sich von der Kirche und sogar vom Glauben abgewandt weil "Fromme" Christen das Gute besonders gut und mit erzieherischer Härte nach ihrer Vorstellung erzwingen wollten. Gott ist nicht so, wie sie es schreiben. Der Hl. Geist ratet Ihnen nicht zum Misstrauen gegenüber dem Stellvertreter Christi. Da hören Sie auf eine falsche Stimme.
@barmherzigkeits-Skeptiker: Es ist zum weinen. Ein ganzes Jahr waren alle Katholiken aufgerufen, die Barmherzigkeit Gottes zu betrachten und zu nutzen. Und immer noch gibt es hartherzige Katholiken. Traurig. Kehrt um und nutz noch die letzten Tage des Barmherzigkeitsjahres.


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 carolus romanus 24. Oktober 2016 

Und dann?

"Der Herr lasse sie [die Starren und Strengen] spüren, dass er Vater ist und er an Barmherzigkeit, Zärtlichkeit, Güte, Milde, Demut Gefallen hat. Und uns alle lehre er, im Gesetz des Herrn mit dieser Haltung zu gehen“.
Wunderbar.
Das heißt aber auch konkret, wir sollen alles akzeptieren, was uns von allen möglichen Theologen so präsentiert wird: Bibelinhalte wie Wunderheilungen sind nur symbolhaft zu verstehen, Jesus als Gottessohn ist psychologischer Genese, Jungfrauengeburt stimmt nicht, Gott ist keine Person, Eucharistie ist nur Erinnerungsereignis, es gibt keine Hölle, .................
Das haben wir bereits in der dt.kath. Kirche seit Jahrzehnten. Diese steht jetzt allerdings kurz vor der Selbstauflösung.


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 Mag. Oswald Putzer 24. Oktober 2016 
 

Erwartbar

Die Berichte Armin Schwibachs aus Rom finden normalerweise kaum ein Echo - meist null Postings. Wenn die Papstworte aber zu einem "Ja aber" oder "Nein" reizen, dann gibt es plötzlich zahlreiche Beiträge. Allein das spricht Bände.
Die Äußerungen sind vielfach haarsträubend: ganz unten "Chris2": Der Papst hat über eine Jesus-Begegnung aus den Evangelien reflektiert, und nicht "kirchliche und göttliche Gesetze relativiert".
Oben @ "Herbert Klupp": von "Kindererziehung" war nicht die Rede, vom "Staat" schon gar nicht. "Der Staat soll nach Gottes Willen mit aller Härte und Unnachgibigkeit die Böses tun verfolgen": Furchtbar, so wird Recht zu Unrecht. Rechtsfindung hat mit Verfolgung nichts zu tun, das ist Signum von Terrorstaaten. Ein gerechtes Urteil ist weder nachgiebig noch unnachgiebig, das sind Kriterien und Haltungen, die eher zur Rache und ähnlichem gehören. Und das ganze noch mit "Gottes Willen" unterlegt. So würden Recht und Freiheit verloren gehen.


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 carolus romanus 24. Oktober 2016 

Immer die gleiche Botschaft

Festhalten an Glaubensinhalten, welche die Kirche bisher gelehrt hat? Starrheit!
Hinweisen auf Missstände, Leugnung oder Verfälschung von bisherigen Glaubensinhalten? Strenge und Starrheit! Ist krank!
Diejenigen, die solches tun und Korrekturen fordern: Heuchler!
Franziskus variiert nur die Bezeichnungen: "Heuchler" anstatt "Pelagianer" und "geistigem Alzheimer".


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 Stefan Fleischer 24. Oktober 2016 

Und übrigens,

wenn wir - wie beim Sonntagsgebot - einfach alle Gründe akzeptieren, so werden immer mehr Christen diese Regelung nur noch als Mittel der Machterhaltung für den Klerus sehen, und nicht mehr nach den tiefen und sehr sinnvollen Gründen dieses Gebotes fragen. Und das ist zum Schaden der Betreffenden, deren Gottesbeziehung massiv darunter leidet und deren Glaubenswissen (und damit das Leben aus dem Glauben) immer mehr verdunstet.


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 Stefan Fleischer 24. Oktober 2016 

@ Waldi

Richtig! Gerade das Sonntagsgebot ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell man von einer rigiden Strenge in eine verantwortungslose Largeheit verfallen kann. Ob dies auch einmal bei uns so war, dass ein Katholik, der an der Mitfeier der Sonntagsmesse verhindert war, dafür eine Bewilligung des zuständigen Pfarrers einholen musste, weiss ich nicht. In meiner Jugendzeit war das bei uns nicht mehr verlangt, das Sonntagsgebot aber immer noch eine unter schwerer Sünde verpflichtende Regelung. Es wurde uns aber noch eingeschärft, dass unsere Entschuldigungen vor Gott stichhaltig sein müssten. Langsam war dann nur noch davon die Rede, dass die Gründe vor seinem Gewissen standhalten müssten. Und heute scheint es niemanden zu stören, wenn praktisch jeder dies als sein freier Entscheid betrachtet, als eine unverbindliche Empfehlung. Ob die Verantwortlichen dafür, dass es so kommen konnte, sich bewusst sind, dass Gott von ihnen Rechenschaft für den angerichteten Schaden verlangen wird?


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 Herbert Klupp 24. Oktober 2016 
 

Ergänzende Betrachtung

Ich kann die Papstworte so verstehen, daß ich zustimme. Auch ich habe es ( selten ) erlebt, wenn jemand völlig starrsinnig und unbelehrbar ist. Insofern ist eine übertriebene Strenge sicher nicht gut. ABER: @Sternenklar: ich will den Papst eigentlich NICHT kritisieren, versuche stets, seine Worte anzunehmen, aber ich kann meinen Verstand, hoffentlich weitgehend vom Hl. Geist inspiriert, nicht ausschalten. ERSTENS FEHLT: nicht nur bei der Erziehung der Kinder gibt es eine STRENGE, welche nicht aus persönlicher Härte kommt, sondern einzig und allein einem guten (seelischen) Wachstum der Kinder dient. Strenge aus Liebe ! Das gibt es, das ist keine Einbildung ! ZWEITENS FEHLT: wer ist mit "wir" gemeint ? Jawohl, wir Christen sollen durch und durch liebend und barmherzig sein, NICHT ABER DER STAAT. Viele werden seine Worte auf Politik und Regierung anwenden. Dann wird es ganz falsch. Der Staat soll nämlich nach Gottes Willen mit aller Härte und Unnachgiebigkeit DIE BÖSES TUN VERFOLGEN !


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 quovadis 24. Oktober 2016 
 

"Sie leiden"

Das ist auch meine Erfahrung: Manche rigorose Menschen erlebten in ihrer Kindheit keine Balance: entweder zu große Strenge oder Unsicherheit darüber, was richtig ist; entweder Laissez faire oder Grobheit von Seiten der Eltern. Keine echte Güte, die fordert, aber vor allem auch fördert. Wenn man keine Güte erlebt hat, wird man hart - und leidet.
(Wenn ich in meinem Verhalten eine Seite überbetonen sollte, dann lieber die Milde und Nachsicht.)
Jesus, bitte hilf uns allen, es richtig zu machen und so zu handeln wie DU.


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 Arrow 24. Oktober 2016 

Strenge falsche Übersetzung - rigidity - rigid

Der Papst spricht nicht von gesunder Strenge sondern von rigidity. Ich kann aus den anderen Übersetzungen das Wort Strenge, wie es hier gebraucht wird, so nicht herauslesen. Hier ist nicht die gesunde Strenge gemeint sondern eher die Unnachgiebigkeit und der Starrsinn etc.


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 Stefan Fleischer 24. Oktober 2016 

Unterscheidung ist nötig

Geht es nicht zuerst einmal darum zu unterscheiden zwischen den Geboten Gottes und menschlichen Satzungen? Und müssen wir bei den Geboten Gottes, so wie sie uns verkündet werden, nicht zu unterscheiden lernen, was daran Gottes Wille ist und was „menschliche Ausführungsbestimmungen“ sind? Umgekehrt gilt es natürlich auch bei menschlichen Satzungen sich zu fragen, wie weit sie den Willen Gottes reflektieren? Gottes Wille muss uns immer und überall indiskutabel sein. Wie wir ihn im Hier und Heute konkret umsetzen können, das ist unser Problem. Und dabei müssen wir auch noch sorgfältig bedenken, dass wir durch unsere persönliche Umsetzung und die „Ausführungsbestimmungen“ die wir anderen direkt oder indirekt mitgeben, diese nie dazu verleiten, das Gebot Gottes zu verharmlosen oder gar ins Gegenteil zu verdrehen. „Herr, schenke uns die Gnade, zu lieben, was Du gebietest!“ Ohne Glaube, Hoffnung und Liebe werden wir kein Gebot richtig umzusetzen vermögen.


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  24. Oktober 2016 
 

Papst Johannes XXIII. bei der Eröffnungsansprache:

Am Beginn des Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzils ist es so klar wie jemals, daß die Wahrheit des Herrn in Ewigkeit gilt.
...
Die Kirche hat .. Irrtümern zu allen Zeiten widerstanden, oft hat sie sie auch verurteilt, manchmal mit großer Strenge.
Heute dagegen möchte die Braut Christi lieber das Heilmittel der Barmherzigkeit anwenden als die Waffe der Strenge erheben.
Sie glaubt, es sei den heutigen Notwendigkeiten angemessener, die Kraft ihrer Lehre ausgiebig zu erklären, als zu verurteilen.

Dies wurde seither exzessiv praktiziert bis zum Laxismus und Chaos in Lehre und Liturgie. Dies ist am `anderen Ende der Welt` genauso der Fall wie in Europa und hat einen verwüsteten Weinberg hinterlassen.

Joh. 14, 21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
15,10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben,..


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 Waldi 24. Oktober 2016 
 

Durch das Zauberwort Barmherzigkeit...

wurden alle religiösen Verhaltens-Regeln weitgehend außer Kraft gesetzt. Jeder entscheidet selbst ob sein Tun noch unter dem "starren Begriff“ Sünde fällt - oder auch nicht. So gesehen darf natürlich auch die Kirche durch ihre Priester niemanden mehr maßregeln, bzw. missionieren. Und das tut sie auch nicht mehr! Das Himmelreich ist ja sowieso allen durch die Barmherzigkeit zugesichert und deshalb jede persönliche Anstrengung reine Kraftverschwendung. In Deutschland sind nur noch weniger als 10 Prozent der Katholiken leidgeprüfte Opfer dieser "falschen Strenge und Starrheit", die immer noch dem Zwang der Gottesdienst-Besuche unterworfen sind, mehr als 90 Prozent haben sich davon befreit.
Die Frage sei erlaubt: Was bedeuten dann die in Gesetzestafeln mit Feuerzungen gebrannten und seit Jahrtausenden "erstarrten" 10 Gebote Gottes noch?


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 Mysterium Ineffabile 24. Oktober 2016 

Wieder einmal

1. Ich kann ehrlich gesagt nirgends diese "falsche, starre Strenge" erkennen, eher das Gegenteil. Ich weiß nicht, an wen sich der Papst hier (und das nicht zum ersten Mal) wendet.

2. Ich habe bisher verstanden (und so wurde es mich gelehrt): der Synagogenvorsteher ist nicht "Heuchler", weil er vorgibt, fromm zu sein, sondern weil er mit zwei Maßen misst. Anders ausgedrückt: er ist Heuchler, weil er gerade nicht "streng" das Gesetz befolgt. Denn "streng" das Gesetz befolgen ist etwas anderes.

3. Insgesamt halte ich diese unausgeglichene und immer gleiche Katholikenschelte für unproduktiv. Sie scheint für die nichtchristliche Welt gesprochen zu sein, damit diese sich besser gegen den "strengen", das heißt gläubigen Christen wenden kann, dessen Strenge darin besteht, konsequent den Glauben zu leben.


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 Guardian 24. Oktober 2016 

...ach wirklich?

...weiß nicht, ob die Stände der offiziellen Geldwechsler und Opfergabenhändler allein durch "Milde, Güte und Wohlwollen" umfielen :-)

Jesus war immer von heiligem Ernst geprägt und wurde nahezu unerbittlich, wenn Wahres durch inkonsequente Heuchelei der Pharisäer oder durch die weitaus laxeren & weltverliebten Sadduzäer kompromittiert wurde!

Das göttliche Gesetz bzw. richtige Handeln ist zuinnerst an der Wahrheit orientiert und kann daher immer nur einer je größeren Wahrheit folgen, nie aber einer diabolischen Dialektik verfallen!

Wer Jesus diese Strenge abspricht, kennt ihn nicht wirklich - und sei es der Papst höchstpersönlich...

Wenn der Teufel = Vater aller Lüge und Trugbilder ist, sind Gotteskinder gewissermaßen unerbittlich auf Wahrheit & Gnade angewiesen: das ist in der Tat eine heilsame SKLAVEREI und enger Pfad, der zum Leben und zur wahren FREIHEIT führt, die keineswegs immer bequem & beliebig ist.

Disziplin, Anstrengung & Strenge gehören zum echten Wachstum.


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 Sternenklar 24. Oktober 2016 

Experiment Hl. Geist

An der postwendend erfolgten Kritik bemerkt man, dass Papst Franziskus wieder einmal mehr den Nagel auf den Kopf getroffen hat. "...Hinter der starren Strenge verbirgt sich immer etwas, in vielen Fällen ein Doppelleben. Aber da ist auch etwas Krankes. Wie sehr leiden doch die Starren:..." Ich sehe viele solche harte Menschen, und sie gehören zu seinen härtesten Kritikern. Seinen Kritikern empfehle ich ein konkretes Experiment. Lesen Sie nochmals die obige Zusammenfassung und versuchen Sie nochmals Ihre Kritik in Milde (sinngemäss der Predigt von Papst Franziskus) anzubringen. Lesen Sie jedoch vorher die Pfingstsequenz, wo man deutlich spürt, dass der Hl. Geist milde, barmherzig und aufbauend ist. Wenn die Kritik in Milde erfolgt, können wir konstruktiv unsere Meinungen austauschen. Viele Kritiker verhalten sich so wie der ältere Bruder beim Gleichnis des verlorenen Sohns.


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 antonius25 24. Oktober 2016 
 

Wer ist gemeint? Fragt man sich wie so oft.

Die Mahnung des Hl. Vaters ist im Allgemeinen angebracht. Aber an wen richtet sie sich konkret? Wo finden sich denn wirklich solche "Strengen"? Gelten als "streng" nicht bereits diejenigen, die vor einer noch weiter um sich greifenden Verlotterung und Auflösung und Verwässerung warnen? Sollte er wirklich diejenigen meinen, die an der traditionellen Lehre z.B. zu Ehe und Familie festhalten?


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 WoNe 24. Oktober 2016 
 

Jesus kritisiert hier doch eher die Inkonsequenz, also fehlende Strenge

Ich glaube nicht, dass es Jesus in der Bezeichnung des Synagogenvorstehers als Heuchler darum geht, gegen eine Form von Strenge - also Konsequenz im Glauben und Handeln - zu sein. Vielmehr entlarvt Jesus den religiösen Anführer als einen Menschen mit doppelten Standards: Die Sabbattradition erlaubte es, sich um seinen persönlichen Besitz zu kümmern (zB Vieh), zugleich aber sollte man nach außen hin den Eindruck erwecken, einen frommen Ruhetag einzulegen. Der Einwurf des Vorstehers spiegelt also nicht ein Übermaß an Strenge wieder, sondern eher einen Mangel. Das wahre Motiv des Vorstehers ist Eifersucht und nicht das geheuchelte Streben zur Ehre Gottes.
Was Strenge angeht, so nennt sich der Apostel Paulus zu Beginn seiner Briefe häufig 'Knecht Jesu Christi' (Römer) oder sogar 'Gefangener Christi Jesu' (Philemon). Strenge und Konsequenz werden im Christentum mitunter als Ausdruck von fürsorglicher Liebe (Caritas) betrachtet; Heuchelei und Eifersucht hingegen als gravierende Sünden.


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 nopre 24. Oktober 2016 
 

Die andere Seite vom Pferd nicht vergessen

Ob der Papst auch irgendwann die in Westeuropa verbreitete entgegengesetzte Krankheit anspricht?

Ich kenne nur wenige, die in Gesetzlichkeit verfallen sind. Dafür sehr viele, die meinen, ihnen sei alles erlaubt.

Papst Franziskus klingt leider so häfig so einseitig. Dadurch unterstützt er die Probleme in Westeuropa, ohne es zu merken.


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 Chris2 24. Oktober 2016 
 

Sorry,

natürlich ist die Balance zwischen Gesetz und gerechter und barmherziger Bewertunh des Einzelfalles wichtig. Aber ich denke, gerade der Stellvertreter Christi sollte nicht ständig kirchliche oder gar göttliche Gesetze relativieren, indem er sie pauschal gegen die "Barmherzigkeit" ausspielt. Das gehört in die Beichte oder - objektiviert - in kirchliche Gesetze, sonst können wir die Gebote gleich zur Disposition stellen...


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