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Vorwurf: Kirchen überbieten sich darin, dem Zeitgeist nachzulaufen

28. Dezember 2016 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Der Journalist Markus Günther ist der Meinung: „Sosehr sich auch beide Kirchen darin überbieten, dem Zeitgeist nachzulaufen, die Abwärtsbewegung haben sie nicht stoppen können.“.


Frankfurt am Main (kath.net/ idea)
Scharfe Kritik am Zustand der beiden großen Kirchen in Deutschland hat der Journalist und Autor Markus Günther geübt. Wie er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (25. Dezember) schreibt, gibt es eine Entfremdung zwischen den Kirchen und den Menschen. Umfragen zufolge akzeptierten die meisten Deutschen die zentralen Inhalte des Christentums nicht mehr.

Nur eine Minderheit der Kirchenmitglieder glaube an die Auferstehung der Toten. Viele lehnten auch die Vorstellung von einem Jüngsten Gericht ab. Die Reaktion der Kirchen darauf hält Günther für falsch: „Der finanzielle Reichtum und die spirituelle Armut führen zu einem blindwütigen Aktionismus, der auf gesellschaftspolitischen Nebenkriegsschauplätzen den Boden gutmachen will, der auf dem zentralen Schlachtfeld des Glaubens verlorengegangen ist.“


Papst Franziskus kritisiert bürokratischen Überbau ohne Glaubensfundament

Die evangelische Kirche arbeite sich etwa an einem „integrierten Klimaschutzkonzept“ ab. Im Auftrag der EKD hätten sich ferner „geschlechterbewusste Exeget_innen“ Bibeltexte kritisch angeschaut und die Frage aufgeworfen, ob die zwölf Jünger Jesu wirklich Männer waren. Zudem forderten die beiden Kirchen unentwegt „faire Löhne“ und „gesellschaftliche Teilhabe“. Günther: „Nicht alles davon ist grundfalsch. Aber glaubt jemand ernsthaft, dass man damit die Menschen in ihren Fragen und Nöten erreicht?“.

Der Journalist schlussfolgert: „Sosehr sich auch beide Kirchen darin überbieten, dem Zeitgeist nachzulaufen, die Abwärtsbewegung haben sie nicht stoppen können.“ Auch Papst Franziskus habe den deutschen Bischöfen sein Entsetzen über die „Erosion des Glaubens“ mitgeteilt. Der Papst sehe eine Tendenz zum bürokratischen Überbau ohne Glaubensfundament. Ihm zufolge werden in Deutschland immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen.

Die Arbeit der Kirchen muss über Soziales und Kulturelles hinausgehen

Wenn es darum gehe, als Christ Farbe zu bekennen, dienen die Kirchenleiter Günther zufolge „nicht immer“ als Vorbild. Als Beispiel nennt er den umstrittenen Besuch des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (beide München), im Oktober auf dem Tempelberg (unter muslimischer Verwaltung) und an der jüdischen Klagemauer. Dort hatten beide ihre Amtskreuze abgelegt.

Die Botschaft sei verheerend gewesen, so Günther: „Nur eine durch und durch verkopfte Kirche bringt solche Fehlentscheidungen hervor.“ Wie er ferner schreibt, bedeutet Christsein nicht nur, das Gute zu tun, sondern auch, die befreiende Botschaft des Evangeliums weiterzutragen. Dass auch der moderne Mensch dafür offen sei, zeige der weltweite Erfolg der Pfingstbewegungen. Die traditionellen Kirchen werden laut Günther die Deutungshoheit über die existenziellen Fragen des Lebens verlieren, „wenn sie nicht zu einer neuen religiösen Sprache finden, die die Gotteserfahrung überzeugend in Worte und Bilder fasst“. Günther: „Entscheidend dürfte sein, ob es den Kirchen gelingt, eine Erfahrung der Transzendenz zu vermitteln. Oder ob all ihre Bemühungen im Sozialen und Kulturellen verhaftet bleiben, also im Jetzt und Hier.“



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Lesermeinungen

  30. Dezember 2016 
 

Kirche: die pastorale Katastrophe in Brasilien

Wie lautet nochmal Jesu Christi Auftrag an seine Jünger? "Geht und predigt das Evangelium allen Völkern, tauft sie ....".
Dem modernen Kirchenverständnis, so prächtig im gegenwärtigen Pontifikat dargestellt, klingt dies fundamentalistisch.
Werte wie Ökologie, soziale Gerechtigkeit, Gender Gleichheit, politische Korrektheit sind eher "in" als Jesu "Geht und predigt das Evangelium, tauft, vergebt die Sünden...".
Dass diese einfache Botschaft, jedoch, den menschlichen Bedürfnissen (nach Gott, nach Transzendenz) eher entspricht als die neo-modernistische Botschaft einer Kirche unter genetischer Mutation, zeigen die Menschen mit den Füssen. Sie verlassen massenhaft die Kirche. In zwei Jahren (2014-2016) sind in Brasilien 9 (!) Millionen Gläubigen aus der kath. Kirche ausgetreten.
Erschütterung bei der brasilianischen Bischofskonferenz? Keineswegs.
"Die Zahl derjenigen, die für Gerechtigkeit kämpfen ist wichtiger als die Zahl der Katholiken" hat deren Sprecher erklärt.


4
 
  29. Dezember 2016 
 

Glaube an Gott vs. Glaube an Claudia Roth

Leider sind viele Kirchenvorstände eher auf rot-grünem Kuschelkurs. Da werden dann statt den Geboten Gottes die Gebote von Claudia Roth gepredigt: Gender Mainstreaming, transsexuelle Priester, unbegrenzte Zuwanderung aus muslimischen Ländern, und bloß die Umwelt schützen. Lebensschutz, Ehelehre und christlicher Glaube werden damit in den Staub getreten.


4
 
  29. Dezember 2016 
 

Zeitgeist

Sören Kierkegaard soll gesagt haben: "Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein."
Bei der Kirche sollte es vielleicht "Witwe" heißen. Gilt sie doch auch als "Braut Christi". Und nur solange sie ihrem Bräutigam Jesus Christus die Treue hält, wird ihr das traurige Los der Witwenschaft erspart bleiben.


7
 
 ottokar 28. Dezember 2016 
 

Was ist Zeitgeist?

Zeitgeist ist ein fliessender Vorgang mit wechselnden Idealen und Ideologien.Das gefällt oder missfällt uns Zeitgenossen solange,bis wieder ein neuer Zeitgeist mit neuen Scheinidealen entstanden ist, dem man zumindest temporär anhängen könnte, weil er für die Probleme der Gegenwart Sofortlösungen anbietet.Der Zeitgeist ändert sich,er regiert uns.Durch solche ständigen Wechsel von temporär dominierenden "Idealen" entsteht eine grosse innere Unsicherheit in den vielen nach Wahrheit suchenden, glaubenswilligen Menschen, die zweifelsohne en masse vorhanden sind!Und darin besteht doch die grosse Chance unserer Kirche: Konstanz zu fordern,an über zwei Jahrtausende bewährten Glaubensinhalten festzuhalten,den Mut zu haben Demut und Gehorsam vor dem Evangelium und den Geboten anzumahnen. Nachgeben , hier ein wenig , dort etwas mehr verunsichert nur und ist der Weichmacher des Bösen.Der Felsen Petri wird fest stehen, er wird nicht zu schwimmen beginnen,nur weil er unterspült zu sein scheint.


5
 
 Fink 28. Dezember 2016 
 

Gott in den Mittelpunkt stellen !

Lukas-Evangelium, Kapitel 10, Verse 25-27
"...Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?...Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst!"
Jesus bekräftigt die 10 Gebote, die Moses am Sinai empfangen hat, und er sagt uns, was an der 1. Stelle stehen muss !


7
 
 Ebuber 28. Dezember 2016 
 

Wird der Menschensohn noch Glauben finden...,

fragt Jesus. Diese Frage ist aktueller denn je, jedenfalls in der westlichen Kirche. Ist es nicht sehr aussagekräftig, dass gerade die strengeren Orden und die konservativen Priesterseminare noch Nachwuchs finden? Der Mensch sucht nach endgültigen, wahren und tragenden Antworten. Diese kann eine nur in Sozialen und Kulturellen verhaftete Kirche eben nicht geben. Herr, komm Du uns zu Hilfe!


11
 

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