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Licht der Welt

5. Februar 2017 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Alte Menschen waren es, die den ersehnten Messias erkannten und in die Arme nahmen. Ich meine, man sollte Simeon und Hanna zu Patronen aller alten Menschen ernennen. Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/Bonifatiusbote) Am 2. Februar waren es vierzig Tage, dass wir Weihnachten feierten. Das Fest „Darstellung des Herrn“ ist kein beliebiges Datum. Es hat im Neuen Testament eine besondere Bedeutung. Am vierzigsten Tag nach der Geburt mussten jüdische Eltern einen erstgeborenen Jungen Gott im Tempel zu Jerusalem darstellen, weihen. Sie brachten für ihr Kind ein Opfer dar und sollten auf diese Weise ihre Dankbarkeit für die glückliche Geburt bezeugen und gleichzeitig deutlich machen, dass ganz Israel Gottes besonderes Eigentum sei. Das war uralte jüdische Weisung. So hielten es selbstverständlich auch die Eltern Jesu.

Im Mittelpunkt des Festes steht die bewegende Szene, da der greise Simeon den kleinen Jesus auf seine Arme nimmt und Gott für diesen abschließenden Höhepunkt seines Lebens preist: „Nun lässt du, Herr, deinen Diener in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen…“ (Lukas, 2,29 und 30).


Eine Begegnung von eigenartigem Reiz, eine Begegnung zweier Generationen und zweiter Zeitalter. Altes verabschiedet sich, Neues bricht auf. Aber das Alte verschwindet nicht einfach, weicht nicht zurück, weil es verdrängt worden wäre, sondern weil es erfüllt ist: „Meine Augen haben das Heil gesehen.

Und dann tritt in diese Szene auch noch die Prophetin Hanna. Sie tat etwas ganz und gar Ungewöhnliches: Als Frau ergriff sie im Tempel das Wort und „sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Israels warteten“ (Lukas 2,38).

Alte Menschen waren es, die den ersehnten Messias erkannten und in die Arme nahmen. Ich meine, man sollte die beiden zu Patronen aller alten Menschen ernennen. Die Hoffnung hatte sie jung gehalten. Und jetzt, gegen Ende ihres Lebens, durften sie noch etwas tun, was damals wichtig war und heutzutage besonders wichtig ist: Sie gaben ihren durch Erfahrung und Treue geprägten und geläuterten Glauben weiter und brachten damit ihr inneres Licht in den Herzen der Eltern Jesu zum Leuchten.

Das Zeugnis Simeons und Hannas schenkt auch uns Kunde von jenem inneren Glanz, den sie bei einer äußerlich glanzlosen Darstellung im Tempel entdeckten. Wir alle, liebe Leserinnen und Leser, könnten dadurch angeregt werden, sehnsüchtiger und gläubiger die Darstellung des Herrn auch in den Gotteshäusern unseres Bistums zu erkennen und anzunehmen.

Das Fest der „Darstellung“ war der letzte Ausläufer der weihnachtlichen Feste. Ich möchte Ihnen und mir wünschen, dass wir zu all den kommenden Tagen des noch jungen Jahres 2017 sagen können: „Meine Augen haben dein Heil gesehen.“ Ganz gleich, ob es Tage voller Freude und Glück oder überschattet von Leid und Schmerz sein werden.


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