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Der Skandal zerstört und reißt alles nieder!

23. Februar 2017 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: das Doppelleben ist ein Skandal. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer“ – „Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus“ – aber wehe: „Verführt die Kleinen nicht“, das heißt jene, „die sich dem Herrn anvertrauen, die einfach an den Herrn glauben“.

Diese eindringliche Mahnung sprach Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis aus, während er sich auf das Tagesevangelium konzentrierte (Mk 9,41-50). Für Den Herrn seien der Skandal und die Verführung „Zerstörung“:

„Worin besteht der Skandal, die Verführung? Der Skandal besteht darin, etwas zu sagen und etwas anderes zu tun. Der Skandal ist das doppelte Leben, das Doppelleben. Das doppelte Leben in allem: ich bin sehr katholisch, ich gehe immer zur Messe, ich gehöre zu diesem Verein und zu einem weiteren. Doch mein leben ist nicht christlich, ich zahle meinen Angestellten nicht den rechten Lohn, ich beute die Leute aus, ich mache schmutzige Geschäfte, ich betreibe Geldwäsche... ein doppeltes Leben. Und viele Katholiken sind so. Diese sind ein Ärgernis. Wie oft haben wir – wir alle – im Stadtviertel und an anderen Orten gehört: ‚Na, wenn der katholisch ist, dann ist es besser, Atheist zu sein’. Und das ist der Skandal. Er zerstört dich. Er reißt alles nieder. Und das geschieht alle Tage, es genügt, eine Nachrichtensendung zu schauen oder die Zeitung zu lesen. In den Zeitungen finden sich viele Skandale, und da ist auch die große Öffentlichkeit für die Skandale. Und mit den Skandalen zerstört man“.


Der Papst führte das Beispiel eines großen Unternehmens an, das sich am Rand des Konkurses befand. Die Obrigkeiten hätten einen gerechten Streik vermeiden wollen, der jedoch zu nichts Gutem geführt hätte. So hätten sie mit der Leitung des Unternehmens sprechen wollen. Die Leute hätten dann nicht das Geld für die täglichen Bedürfnisse gehabt, da sei keinen Lohn empfangen hätten. Und der Verantwortliche, ein Katholik, habe seinen Winterurlaub gemacht, auf einem Strand im Nahen Osten. Die Leute hätten dies erfahren, auch wenn es nicht in der Zeitung gestanden habe. „Das sind die Skandale“, so Franziskus:

„Im Evangelium sagt Jesus in Bezug auf jene, die einen Skandal provozieren, ohne das Wort ‚Skandal’ zu benutzen, aber man versteht es: ‚Du wirst im Himmel ankommen und an das Tor klopfen, und: ‚Ich bin es, Herr! – ‚Aber ja, erinnerst du dich nicht? Ich ging in die Kirche, ich war dir nahe, ich gehörte zu dem Verein, ich tue das... erinnerst du dich nicht an all das Geld, das ich gespendet habe?’ – ‚Ja, ich erinnere mich. Die Spenden, an die erinnere ich mich: alle waren sie schmutzig. Alle den Armen gestohlen. Ich kenne dich nicht’. Das wird die Antwort Jesu an diese Leute sein, die Skandale provozieren und ein doppeltes Leben führen“.

„Das doppelte Leben ergibt sich daraus“, so der Papst, „wenn man den Leidenschaften des Herzens folgt, den Todsünden, die Wunden der Erbsünde sind“. Gerade die erste Lesung aus dem Buch Jesus Sirach (Sir 5,1-8) ermahne, ihnen nicht zu folgen und sich nicht auf die Reichtümer zu verlassen, nicht zu sagen: „Ich genüge mir selbst“. Franziskus forderte daher dazu auf, die Umkehr nicht auf später zu verschieben:

„Uns allen, einem jeden von uns allen wird es heute gut tun, darüber nachzudenken, ob in uns etwas von einem doppelten Leben ist, etwas davon, gerecht zu erscheinen, dem Anschein nach gute Gläubige zu sein, gute Katholiken, während man von unten her aber was anderes tut. Ob da etwas von einem Doppelleben ist, ob da übertriebenes Selbstvertrauen gegeben ist: ‚Aber ja doch, der Herr wird mir dann alles vergeben, aber ich mache weiter wie bisher...’. Ob da etwas von der Rede ist: ‚Ja, das ist nicht gut, ich werde umkehren, aber nicht heute, sondern morgen’. Daran wollen wir denken. Und ergreifen wir die Gelegenheit des Wortes Gottes und denken wir daran, dass der Herr darin sehr hart ist. Der Skandal zerstört“.

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Lesermeinungen

 Federico R. 2. März 2017 
 

@Theodor 69

ALLE Worte Jesu sind für mich inhaltlich authentisch. Ich lehne mittlerweile die Unterscheidung zwischen „echten“ und „in den Mund gelegten“ Herrenworten, wie in der historisch-kritischen Exegese seit längerem üblich, kategorisch ab. Entscheidend sind Verkündigung und theologische Auslegung. Wenn diese aber nicht mehr der glaubenstreuen Überlieferung, sprich der bisherigen Lehre der Kirche folgt und nur noch dem Zeitgeist huldigt, ist sie falsch und muss zurückgewiesen werden, egal von wem immer sie auch kommt.


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 Theodor69 27. Februar 2017 
 

@Federico R.

Die Evangelisten haben es aufgeschrieben, weil Jesus gesagt hat und auch die Geschichte die zu dieser Aussage führt ist für Jesus typisch.
Natürlich ist es nicht so, dass ein Reicher schwerer in den Himmel kommt weil er reich ist. Das behauptet weder Jesus noch der Papst, sondern weil er so sehr an seinem Reichtum hängt und sein Reichtum ihm für den Weg in das Himmelreich im Weg steht.


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 Federico R. 24. Februar 2017 
 

@ Theodor69

Hat er natürlich nicht! Das Jesu-Wort wurde vom Evangelisten wohl als Mahnwort an die jungen Gemeinden aufgeschrieben. Fakt ist: Im Tod ist jeder ohne Ausnahme arm, denn „das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen“. Am Ende steht jeder erstmal vor verschlossener „Himmelstür“. Sie öffnet sich erst, wenn der barmherzige und gerechte Richter das letzte Urteil gesprochen hat. ER „richtet nach Gerechtigkeit die Völker“ - und zugleich jeden einzelnen Menschen nach seinen Taten. Ich denke, das geschieht nach ganz anderen Kriterien als arm oder reich, vielleicht, wenn Sie erlauben, doch eher nach gut oder böse. – Teil 2 folgt!


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 Hadrianus Antonius 24. Februar 2017 
 

Prospere procede!

Passend wie die Faust (oder: das Squashbällchen) aufs Auge zu dieser Predigt (Donnerstag 23.02.2017 15:00 auf kath.net) der Artikel (kath.net 24 11:00, schon vorher auf anderen Websites) über den skandalösen kanadischen Priester Gregory Baum, der sehr lange Zeit homosexuell aktiv war aber alles vertuschte, um an maßgeblicher Stelle das 2. Vatikanische Konzil zu beeinflüssen und dort mitzuarbeiten.
nd dann brachte er nach 7 Jahrzehnten den Mut auf, sich zu outen...
"...der Skandal, der zerstört."
Sehr richtig.
Hin und her, hü und hott, alles einerseits wischiwaschi und umnebelt und anderseits zugleich "alles klar",
Barmherzigkeit für alles und jedenmann und zugleich viel "Moralin" und Knüppelschlage für die Franziskanerinnen und Franziskaner der Immaculata.
Der ältere und jüngere Cato haben mich als Schüler viel mehr begeistert als Cicero; aber vergessen habe ich nicht:
"Quousque tandem,XXX, abutere patientia mea (nostra)?"


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 Federico R. 23. Februar 2017 
 

Predigt eines braven Landpfarrers?

Diese Predigt hätte auch unser braver Landpfarrer halten können. Nur: Ich persönlich kenne keinen praktizierenden kath. Unternehmer, der so handelt wie vom Papst beschrieben, aber durchaus den einen oder anderen Taufscheinkatholiken, der möglicherweise ordentlich spendet (weil steuerlich absetzbar), aber den du nie in der Kirche sieht. Franziskus pauschaliert halt allzu gern, wenn es um die „schlechten Kapitalisten“ geht. Doch weiß jeder: es gibt gute und schlechte Reiche, gute und schlechte Arme, gute und schlechte Weiße, Schwarze, Atheisten Muslime, Juden, Christen … Das sind Binsenwahrheiten. Aber dass die Chance, in die Hölle zu kommen, bei den Schlechten eher höher ist als bei den Guten, das kann man eigentlich nicht oft genug hören - das gilt aber auch für alle Schlechten im Geiste. Ob so oder so: Als Katholiken haben wir ja die Möglichkeit der Reue, Beichte und Umkehr. Danke, Franziskus, dass du immer wieder auch Teufel und Hölle mit ins Spiel bringst - das ist echt biblisch!


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 Rosenzweig 23. Februar 2017 

Danke..Hl. Vater für Ihre heutige Predigt...

und wie @Stephaninus - frage auch ich mich ganz persönlich- (ohne versucht zu sein - auf Andere zu schauen...)-
Wo..? habe ICH(!) meine Versuchungen?
Pp.Franziskus sagt auch mir heute in seinem Schlusssatz:

“‚Ja, das ist nicht gut, ich werde umkehren, aber nicht heute, sondern morgen’.”

DAS! ist meine häufigste Versuchung: Wohl das UNGUTE in mir zu erkennen.. –also UMKEHREN..–aber erst MORGEN!
und Franziskus forderte auf, die Umkehr nicht auf später zu verschieben..!
So bitte ich den HERRN - schenke mir + allen die Kraft für das HEUTE..!


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 Adamo 23. Februar 2017 
 

Der Heilige Vater Papst Franziskus

hat uns den Spiegel vor Augen gehalten. Mein lieber Mann, diese eindückliche Mahnung war Klartext! Danke.


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 Theodor69 23. Februar 2017 
 

Auch hier kann man bei den Postern beobachten

"Ich denke immer nur an mich, aber bei der Sünde denke ich nur an den anderen". - Also ich denke da sehr an meine Sünden und mein Versagen.


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 Herrliberg 23. Februar 2017 

Guter Ratschlag!

Nunja, dann sollte man auch tunlichst damit aufhören, Skandale zu produzieren.


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 kirche3000 23. Februar 2017 
 

Was siehst du den Splitter...

Der Prediger predigt ja in 1. Linie auch für sich selber - hoffe ich zumindest?!


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 2.TIM. 3,1-5 23. Februar 2017 
 

Schöne Predigt

Ich hoffe dass die Predigt auch unsere Hirten lesen, die die heilige Messe zerstören und uns einreden das Ehebruch keine Sünde ist.


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 Stephaninus 23. Februar 2017 
 

@sttn

naja, ich denke, da ist schon was dran - bei den Würdenträger aber auch bei den einfachen Gläubigen. Mir hat jedenfalls die Predigt des Papstes sehr gut gefallen, und ich frage mich ganz persönlich: wo sind meine entsprechenden Versuchungen, wo lebe ich ein Doppelleben.


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 hl_neri 23. Februar 2017 
 

Ja, Heiliger Vater, wie wahr,

es ist aber auch ein Skandal, einer in einer irregulären, weil den Geboten Gottes zuwiderstreitenden Situation befindlichen Person, die dieses Verhalten nicht aufzugeben bereit ist, die - verquerte - Ansicht zu vermitteln, sie könne Heilige Sakramente würdig empfangen!


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 sttn 23. Februar 2017 
 

" Und viele Katholiken sind so."?

Also bei den normalen Kathaliken erlebe ich seltener das sie sich falsch verhalten, bei den Würdenträgern schon öfters.


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