14 Mai 2017, 08:45
Gott ist Liebe, und Mütter und Väter sind zur Liebe berufen!
 
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Dass jeder Mensch Abbild Gottes ist, gilt für ihn als Mann und als Frau. Mann und Frau kommt dieselbe Würde zu, und doch sind sie verschieden in der Art ihres Menschseins. Sonntagspredigt von Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/Sankt Josef) 5. Sonntag der Osterzeit A (14.05.2017) - L1: Apg 6,1-7; L2: 1 Petr 2,4-9; Ev: Joh 14,1-12

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Das Evangelium dieses 5. Sonntags der Osterzeit stammt aus den Abschiedsreden Jesu, die unser Herr nach der Darstellung des Evangelisten Johannes noch im Abendmahlssaal vor seinen Aposteln gehalten hat. Er bereitet sie vor auf das Kommende. Sein bevorstehendes Leiden und Sterben bedeutet nicht das Ende von allem, sondern es ist ein Durchgang (also ein „Pascha“) zum Leben in der Herrlichkeit Gottes: Jesus Christus, der Auferstandene, geht heim zu seinem himmlischen Vater!

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Es sieht so aus, als wollte er die Seinen verlassen. Dennoch ist es kein Abschied für immer: Denn einerseits wird der Herr am Ende der Weltzeit wiederkommen in Herrlichkeit, um zu richten die Lebenden und die Toten. Andererseits, und das ist für uns persönlich das Wichtigste: Jesus Christus, der Sohn Gottes, bereitet uns eine Wohnung im Himmel, bei seinem Vater. Und wenn er einen Platz für uns vorbereitet hat, wird er wiederkommen und uns zu sich holen, damit auch wir dort sind, wo er ist.

Dies ist eine zutiefst froh machende Botschaft, auch wenn sie verbunden ist mit dem Leiden und Sterben Christi und unserem eigenen Sterben als einem Abschiednehmen von dieser Welt. Doch als Getaufte haben wir zugleich Anteil an der Auferstehung Christi und an seinem ewigen Leben. Wir brauchen daher den Tod nicht zu fürchten, sondern gehen im Glauben an das Wort des Herrn jenem Leben in Fülle entgegengehen, das uns der Herr verspricht.

Dabei ist Jesus Christus selber der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh 14,1). Er ist der einzige Weg zum Vater im Himmel, denn der Vater hat ihn in diese Welt gesandt. Der menschgewordene Sohn Gottes ist gleichsam die Brücke von der Zeit in die Ewigkeit, und wir Menschen könnten diesen Weg gar nicht beschreiten, wenn ihn nicht der Sohn Gottes vor uns gegangen wäre und wenn er ihn nicht mit uns gehen würde. So aber sind wir voll Hoffnung und Zuversicht!

Aber was erwartet uns im Himmel? Nichts Geringeres als die Anschauung Gottes, die Lebensgemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, der in seinem Wesen Liebe ist! Gott können wir nicht begreifen, und doch hat er uns Menschen nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen und uns seinen Sohn gesandt, der Mensch geworden ist wie wir. Wenn wir den Sohn Gottes im Glauben annehmen, dann erkennen wir auch den himmlischen Vater. Im Heiligen Geist werden wir in diese Wahrheit eingeführt.

Dass jeder Mensch Abbild Gottes ist, gilt für ihn als Mann und als Frau. Keines der beiden Geschlechter gilt weniger; Mann und Frau kommt dieselbe Würde zu, und doch sind sie verschieden in der Art ihres Menschseins. Sie sind aufeinander angewiesen, sie brauchen einander und ergänzen sich. Schon im Paradies hat Gott Mann und Frau füreinander bestimmt, denn die erste und ursprüngliche Form der Gemeinschaft ist die Ehe zwischen Mann und Frau. Diese ihre Verbindung des Lebens und der Liebe soll fruchtbar werden, indem sie Kindern das Leben schenken und so mit Gott dem Schöpfer mitwirken, der immer die eigentliche und wahre Quelle des Lebens ist.

Unersetzbar dabei sind Vater und Mutter. Ja, wir können sagen: Jedes Kind hat das Recht auf Vater und Mutter und darauf, dass die Eltern zusammenstehen und einander in Liebe treu bleiben, bis der Tod sie scheidet. Dort, wo es nicht so klappt, leiden oft die Kinder am meisten. Insofern ist es für die Kirche ein wichtiges Anliegen, sich einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass gute Ehen und Familien begründet werden.

Der heutige Muttertag bietet uns eine willkommene Gelegenheit dafür, unseren Frauen und Müttern für ihren selbstlosen Dienst zu danken und sie im Gebet zu begleiten!

Mutter zu sein bedeutet nicht nur, eine soziale Rolle zu übernehmen! Es betrifft das Wesen der Frau, ihre Identität. Mutterschaft ist auch nicht nur etwas Biologisches, sondern darüber hinaus und seinem eigentlichen Sinngehalt etwas ganzheitlich Menschliches. Zum Mutter-Sein gehört aktiv Verantwortung zu übernehmen für die eigenen Kinder, und zwar an der Seite des Vaters, der gerade im Zusammenwirken mit seiner Frau als Mutter seiner Kinder ebenso unersetzbar ist für die Familie. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat in seinem „Brief an die Frauen“ wertschätzend erklärt, worin die eigentliche Größe und Berufung der Frau liegt: „Denn besonders in ihrer Hingabe an die anderen im tagtäglichen Leben begreift die Frau die tiefe Berufung ihres Lebens, sie, die vielleicht noch mehr als der Mann den Menschen sieht, weil sie ihn mit dem Herzen sieht. Sie sieht ihn unabhängig von den verschiedenen ideologischen oder politischen Systemen. Sie sieht ihn in seiner Größe und in seinen Grenzen und versucht, ihm entgegenzukommen und ihm eine Hilfe zu sein. Auf diese Weise verwirklicht sich in der Geschichte der Menschheit der grundlegende Plan des Schöpfers und tritt in der Vielfalt der Berufe und Berufungen unaufhörlich die – nicht nur physische, sondern vor allem geistige – Schönheit zutage, mit der Gott von Anfang an die menschliche Kreatur und im besonderen die Frau beschenkt hat“ (Nr. 12).

Empfehlen wir daher unsere Frauen und Mütter, aber auch die Väter und Kinder der besonderen Fürbitte der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria! In ihr leuchtet das Geheimnis leiblicher und geistiger Mutterschaft in seiner ganzen Größe und Schönheit auf; sie vermag uns hinzuführen zu Gott, der Liebe ist und uns in der seligen Gemeinschaft des Himmels auf ewig Glück und Erfüllung schenken möchte. Amen.







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