16 Mai 2017, 13:00
Der wirkliche Friede Jesu und der betäubte Friede der Welt
 
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Franziskus in Santa Marta: und so schreitet die Kirche auf ihrer Pilgerschaft fort zwischen Verfolgungen seitens der Welt und Tröstungen seitens Gottes. Ein Friede ohne Kreuz ist nicht der Friede Jesu. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Meinen Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“: das Tagesevangelium (Joh 14,27-31a) stand im Mittelpunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus bei der heiligen Messe am Dienstag der fünften Woche im Osterkreis in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“.

Der Papst setzte sich mit der Bedeutung des Friedens auseinander, den der Herr beim Letzten Abendmahl geschenkt hat. Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte dagegen (Apg 14, 19-28) berichte von den vielen Drangsalen und Leiden, die Paulus und Barnabas auf ihren Reisen zur Verkündigung des Evangeliums erlitten hätten. „Und das ist der Friede Jesu?“, fragte sich der Papst, der sofort das Wort des Herrn herausstellte: „Nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch“.

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„Der Friede, den die Welt bietet“, so Franziskus, „ist ein Friede ohne Leid. Die Welt bietet einen künstlichen Frieden an“, einen Frieden, der zur reinen „Ruhe“ werde. Es sei dies ein Friede, „der nur auf die eigenen Dinge blickt, auf die eigene Sicherheiten, damit nichts fehlt“, ein Friede wie der des reichen Prassers, eine Ruhe, die uns „verschlossen“ mache und nicht weiter blicken lasse:

„Die Welt lehrt uns den Weg des Friedens unter Betäubung: sie betäubt uns, um nicht eine andere Wirklichkeit des Lebens sehen zu lassen: das Kreuz. Aus diesen Grund sagt Paulus: durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. Doch kann man in der Drangsal Frieden haben? Unsererseits nein: wir sind nicht in der Lage, einen Frieden zu schaffen, der Ruhe ist, eine psychologische Ruhe, einen von uns geschaffenen Frieden, da die Drangsale gegeben sind: der eine hat einen Schmerz, der andere eine Krankheit, ein anderer einen Todesfall.., sie sind da. Der Friede, den Jesus gibt, ist ein Geschenk, er ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Und dieser Friede geht inmitten aller Drangsale und er geht voran. Er ist nicht eine Art Stoizismus, das, was ein Fakir tut: nein. Er ist etwas anderes“.

Der Friede Gottes sei „ein Geschenk, das vorangehen lässt“. Nachdem Jesus seinen Jüngern den Frieden geschenkt habe, leide er in Getsemani und dort „bringt er alles dem Willen des Vaters dar und leidet, doch es fehlt nicht am Trost Gottes“. Das Evangelium nämlich berichte, dass „ihm ein Engel vom Himmel erschien, um ihn zu trösten“:

„Der Friede Gottes ist ein realer Friede, der in die Wirklichkeit des Lebens dringt, der das Leben nicht verneint: das Leben ist so. Da ist das Leid, da sind die Kranken, da ist viel Hässliches, da sind die Kriege... Doch jener Friede, der von Innen kommt, ist ein Geschenk, er geht nicht verloren, sondern man geht weiter und trägt das Kreuz und das Leid. Ein Friede ohne Kreuz ist nicht der Friede Jesu: das ist ein Friede, den man kaufen kann. Wir können ihn fabrizieren. Doch er ist nicht von Dauer: er endet“.

Wenn man sich ärgere, „verliert man den Frieden“. Wenn mein Herz „verstört und unruhig ist, dann deswegen, weil ich nicht für den Frieden Jesu offen bin, weil ich nicht fähig bin, das Leben zu nehmen, wie es kommt, mit den Kreuzen und Schmerzen, die sich einstellen“. Dagegen müssten wir in der Lage sein, um die Gnade zu bitten, den Herrn um seinen Frieden zu bitten:

„‚Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen’. Die Gnade des Friedens, die Gnade, nicht jenen inneren Frieden zu verlieren. Ein Heiliger sagte, als er davon sprach: ‚Das Leben des Christen ist ein Weg zwischen Verfolgungen seitens der Welt und Tröstungen seitens Gottes’ (vgl. Augustinus, De civitate Dei XVIII,51: ‚Und so schreitet die Kirche auf ihrer Pilgerschaft fort zwischen Verfolgungen seitens der Welt und Tröstungen seitens Gottes; und das war immer so auf dieser Welt, in diesen bösen Tagen, nicht erst seit der Zeit der leiblichen Gegenwart Christi und seiner Apostel, sondern schon von Abel an, den als den ersten Gerechten sein gottloser Bruder erschlug, und so wird es bleiben bis zum Ende dieser Welt’). Der Herr lasse uns gut begreifen, wie dieser Friede ist, den er uns mit dem Heiligen Geist schenkt“.

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