Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  2. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  11. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  15. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich

Ökumene mit welchem Ziel?

9. Juni 2017 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die volle Teilnahme an der Eucharistie setzt die sakramentale Gemeinschaft der Kirche voraus." Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/pbf) Angesichts des Gedenkens an die Reformation vor 500 Jahren stellt sich erneut die Frage nach der geschichtlichen Deutung dieses Ereignisses, aber auch wesentlich die nach dem Weg hin zur Einheit der getrennten Kirchen. Wenn die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und das Bistum Fulda am Dreifaltigkeitssonntag, 11. Juni, um 15.00 Uhr im Dom zu Fritzlar einen großen ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsgedenken feiern, bietet sich dieses Ereignis als Zwischenhalt an, bei dem wir uns auch darüber zu vergewissern haben, wie der ökumenische Dialog mit welchem Ziel weitergehen kann und soll.

Momentan haben wir keine gemeinsame Vision einer anzustrebenden Kircheneinheit. Während die katholische Kirche sich schon lange von einer „Rückkehrökumene“ verabschiedet hat, aber eine sichtbare Einheit nach vorheriger Lösung der Kontroversthemen, da vor allem das Kirchen- und Amtsverständnis, anstrebt, propagierten die evangelischen Kirchen inzwischen immer stärker eine wechselseitige Anerkennung bei bleibenden Differenzen.
Auf einmal scheint Einheit unter dem Verdacht von Uniformierung, Zentralismus und Entmündigung in Verruf gekommen und fast zu einem Schreckgespenst geworden zu sein. Stattdessen wird Verschiedenheit neuerdings als das Ideal gepriesen, werden Sonderwege immer mehr zur Normalität erklärt, sieht man in der Entfremdungs- und Spaltungsgeschichte der Christenheit kaum noch eine Tragik, sondern eher sogar die erfreuliche Entwicklung zu einer größeren „Buntheit“.
Ohne Zweifel ist „Einheit in Vielfalt“ ein mögliches Modell. Es stellen sich aber die wichtigen Fragen: Wieviel Verschiedenheit ist möglich, ohne die Einheit zu gefährden? Wieviel Einheit ist nötig, damit Vielfalt nicht zur Beliebigkeit verkommt? Welche Unterschiede sind komplementär und welche trennen?


Hinsichtlich solcher Fragen bedarf es profilierter Antworten, die im Umfeld eines zunehmenden Relativismus und einer „Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners“ für mich besonders wichtig sind. Und so möchte ich einige grundsätzliche Überlegungen zum Verständnis des Hochfestes „Fronleichnam“ anbieten, das katholische Christinnen und Christen am kommenden Donnerstag feiern.

Die katholische Kirche sieht in der Feier der Eucharistie und der in ihr dargereichten und empfangenen eucharistischen Gabe eine Wirklichkeit, die nicht nur persönlich „die Seele mit Gnade erfüllt“, sondern Kirche konstituiert. Darin schließt sich dieses Verständnis an Paulus an, der im Brechen des einen Brotes und im Teilen des einen Kelches den Leib Christi, also die Kirche, dargestellt weiß. Die grundlegende Aussage dazu findet sich im 1. Korintherbrief: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es, darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,16f).

Diese Sicht des unlösbaren Zusammenhangs zwischen kirchlicher Gemeinschaft und eucharistischer Gemeinschaft ist in der Vätertheologie und in der nachfolgenden Tradition festgehalten. So kann Thomas von Aquin sagen: „Ecclesia subsistit in Eucharistia“, was frei übersetzt so viel heißt wie: „In der Feier der Eucharistie verwirklicht sich Kirche in dichtester Weise.“ Das Zweite Vatikanische Konzil hat dies so ausgedrückt: „Beim Brechen des eucharistischen Brotes erhalten wir wirklich Anteil am Leib des Herrn und werden zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander erhoben“ (LG 7).

Das ist also die Herzmitte der Eucharistie: Wir empfangen Christus und werden so auf geheimnisvolle Weise zu seinem Leib. Er, Christus, ist das „Haupt“, wir sind sein „Leib“, seine Kirche (vgl. Kol 1,18).

Natürlich bleiben Christus und die Kirche geschieden, aber sie sind nicht so zu trennen, als ob die Kirche ohne ihr Haupt bestehen könnte. Die Kirche lebt aus der bleibenden Gegenwart des erhöhten Christus, der sich in der eucharistischen Gabe aus den an ihn Glaubenden ständig neu seine Kirche, eben seinen „Leib“, schafft.

Das heißt konkret: Ohne Eucharistie gibt es keine Kirche. Ohne Kirche gibt es keine Eucharistie. Kirchliche Gemeinschaft und eucharistische Gemeinschaft gehören untrennbar zusammen.

Kirche ist nicht eine Organisation, die Menschen von sich aus gründen, so wie Gleichgesinnte einen Verein bilden. Sie ist vielmehr ein von Gott her durch Jesus Christus eröffneter Lebensraum, in den wir – aus Gnade – durch Glaube und Taufe hineingerufen werden. Niemand kann sich von selbst diese Gemeinschaft einfach erzwingen. Selbst wenn sich heute ein Erwachsener zur Taufe entschließt und scheinbar aus eigenem Entschluss in die Kirche eintritt, geht diesem Entschluss ein Anruf, eine „Berufung“ Gottes voraus. Unser Ja zu Gott und zur Kirche ist immer Antwort auf Gottes schon zuvor ergangenen Ruf.

Das erklärt auch und daraus ergibt sich folgerichtig, warum die katholische Kirche an der Überzeugung festhält: Die volle Teilnahme an der Eucharistie setzt die sakramentale Gemeinschaft der Kirche voraus. Für das Verständnis der katholischen Position in der Frage der Zulassung von nicht katholischen Christen zum Empfang der Eucharistie ist die Grundüberzeugung der alten Kirche entscheidend, dass Kommuniongemeinschaft und Kirchengemeinschaft wesentlich zusammengehören. Das zu erinnern, ist gerade im Jahr des Reformationsgedenkens wichtig.

Nach katholischem Verständnis ist die Feier der Eucharistie Darstellung des Wesens der Kirche. Christus schafft sich in diesem heiligen Zeichen seine Kirche je und je neu. Wo Getaufte und an Christus Glaubende, um den geweihten Priester, um den Bischof geschart, Eucharistie feiern, da ist Kirche. Und wo Kirche ist, da wird Eucharistie gefeiert ─ „bis Christus kommen wird in Herrlichkeit“.

Foto Bischof Algermissen (c) Bistum Fulda


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Zeitzeuge 9. Juni 2017 
 

Wieder muss ich an die Visionen der sel. Anna-Katharina Emmerick

denken, um nicht anzuecken, daher nur eine Empfehlung zum Googeln:

Googeln: Emmerick, "Aber Gott wollte es anders"


Und nochmals eine Schrift des Alt-Ökumenikers Joseph Lortz:

" Ökumenismus ohne Wahrheit?"

Andreas Theurer (früher ev. Pastor, Konvertit, viele Konvertiten werden wohl das Schlagwort "Keine Rückkehrökumene" kopfschüttelnt zur Kenntnis nehmen, er schrieb, auf kath-net empfohlen:

Warum werden wir nicht katholisch?

Reinhold Schneider:
Allein den Betern kann es noch gelingen!
(sollten alle Verantwortlichen täglich zur Meditation lesen!)


6
 
 hortensius 9. Juni 2017 
 

Versöhnte Uneinigkeit

Ein anständiger Umgang miteinander ist jederzeit möglich, wenn der Frieden das Ziel ist. Aber eine gegenseitige Anerkennung vergewaltigt das Gewissen vieler Katholiken und vieler Protestanten. Daher bitte keine unehrliche Illusion wecken. "Was sie versöhnen, wird sich wieder spalten". Reinhold Schneider


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. „Diese Einheit ist zutiefst begründet im gemeinsamen Glauben und in der einen Taufe“
  2. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  3. Papst veröffentlicht Schreiben zur Einheit der Christen
  4. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  5. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  6. „Brückenbauer für die Einheit der Christen“
  7. "Einstellung von Patriarch Kyrill irritiert und erschüttert!"
  8. Kardinal Koch: Papstreise war Gewinn für Ökumene
  9. Churer Bischof Bonnemain möchte ‚Konfessionelle Eigenarten’ zugunsten der Ökumene ‚redimensionieren’
  10. Protest lehramtstreuer Katholiken: ‚Das kann nicht die echte Ökumene sein’






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  5. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  8. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  9. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  10. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  11. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  12. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  13. Die Stunde der Heuchler
  14. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  15. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz