01 Juli 2017, 12:00
Landeshauptfrau Mikl-Leitner: Christentum gehört zu NÖ-Identität
 
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Erste Frau an der Spitze Niederösterreichs im "Kirche bunt"-Interview: "Das christliche Brauchtum wird hoch gehalten und das Kreuz in den Klassenzimmern nicht angegriffen. Es ist ein wichtiges Symbol für unseren Kulturraum"

St.Pölten (kath.net/KAP) Zu den christlichen Grundwerten und Traditionen Österreichs bzw. Niederösterreichs hat sich die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bekannt. "Unser Land wurde auf den christlichen Grundwerten aufgebaut. Das ist Teil unserer Identität", so Mikl-Leitner wörtlich im Interview mit der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (aktuelle Ausgabe). In diesem Geiste "werden wir Niederösterreich auch in die Zukunft führen - ohne Diskriminierung, sondern im friedlichen und guten Zusammenleben mit anderen Konfessionen".

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Niederösterreich sei ein weltoffenes und tolerantes Land, "das sich zugleich seiner Wurzeln und Grundwerte bewusst ist", betonte die Landeshauptfrau: "Das christliche Brauchtum wird daher hoch gehalten und das Kreuz in den Klassenzimmern nicht angegriffen. Es ist ein wichtiges Symbol für unseren Kulturraum."

In der Debatte um Burkini in einem öffentlichen Bad oder Vollverschleierung im öffentlichen Dienst sei ihr zudem eines wichtig, so Mikl-Leitner: "Ich verwehre mich als Frau und Mutter zweier Töchter gegen jede Form von Unterdrückung. Für mich und viele andere Frauen, die sich seit Jahrzehnten für mehr Gleichberechtigung einsetzen, ist das ein zentrales Anliegen."

Zur Frage nach den größten Herausforderungen für die Zukunft nannte die Landeshauptfrau zum einen den technologischen Fortschritt, aber auch die Stärkung des Sozialbereichs sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Die Digitalisierung, also der technologische Fortschritt, ist unsere größte Herausforderung", so Mikl-Leitner: "Wir wollen die Chancen und Möglichkeiten, die darin liegen, so nutzen, dass sie Land und Menschen am Weg nach vorne helfen und zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen." Darüber hinaus wolle sie etwa Schwerpunkte im Bereich der Mobilität oder im Sozialbereich setzen: "Wir werden mit dem Sozialen Alltagsbegleiter ein neues Berufsbild einführen, womit Menschen, die auf Hilfe im Alltag angewiesen sind, Unterstützung bekommen."

Auf das gesellschaftliche Klima angesprochen, meinte die Landeshauptfrau wörtlich: "In Zeiten, wo die Welt brüchiger wird, dürfen wir am Weg nach vorne nichts von dem verlieren, was uns über Jahrzehnte stark gemacht hat - unseren Zusammenhalt." Sei es der Zusammenhalt unter Freunden und in Familien, unter Ehrenamtlichen und in Vereinen, unter den Generationen oder in den Dörfern bis hin zur Landespolitik. Nachsatz: "Wir müssen weiterhin auf das Miteinander im Land setzen. Denn im Miteinander steckt der Treibstoff für die Antworten auf neue Herausforderungen in neuen Zeiten."

Pfarren und Gemeinschaften aller Konfessionen bilden dabei laut der Landeshauptfrau "überall wichtige Strukturen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens". Darüber hinaus seien die Stifte in Niederösterreich "geistige Kraftquellen für uns und Teil unserer Kulturidentität". Denkmäler wie Pfarrkirchen und Stifte seien "gebaute Geschichte". Sie legten Zeugnis ab über die Vergangenheit des Landes, stifteten Identität für das Land "und bedeuten Wurzeln in unserer Zeit".

Die Landeshauptfrau zeigte sich zudem überzeugt, dass sich Vertreter der Kirchen "jederzeit zu allen Themen" öffentlich äußern können, "natürlich auch zur Politik". Es gebe wahrscheinlich sogar Bereiche wie etwa die Religionsfreiheit oder die Bedrohung durch islamistischen Terror, "zu denen sich Kirchenvertreter im Rahmen ihrer Funktionen äußern müssen", so Mikl-Leitner, die sich selbst auch als gläubig bezeichnete: "Der Glaube spielt in meinem Leben natürlich eine Rolle. Ich bete jeden Tag vor dem Schlafengehen und bedanke mich."

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