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'Die Jugend braucht Vorbilder, um eine bessere Welt aufzubauen'

8. Juli 2017 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Forum Deutscher Katholiken: "Vermittlung des Glaubens an junge Menschen ist nur möglich, wenn erwachsene Vorbilder in allen Bereichen selbst mitreißend wirken, fundiertes Glaubenswissen vermittelt wird und das Brennen für den Glauben sichtbar ist."


Fulda (kath.net/Forum Deutscher Katholiken) Die Zukunft des Christentums hängt immer von der kommenden Generation ab. „Baut eine bessere Welt auf, eine Welt von Brüdern und Schwestern!“ rief Papst Franziskus den vielen tausenden jungen Menschen beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013 zu. Doch Christ sein, sich ehrenamtlich engagieren, den Glauben durch Wort und Tat verkünden, regelmäßig in die Kirche gehen – das sind bei jungen Leuten von heute keine üblichen Beschäftigungen. Jugendliche, die diese Traditionen noch pflegen und sich offen dazu bekennen, gelten nicht selten als „schräg“, verschroben oder altbacken. Wie also sollen junge Menschen überzeugt und überzeugend „im Sturm spielen“, wie das Christentum bewahren, verbreiten und fortführen?

Die wichtigste Botschaft für junge Leute ist: Ihr seid völlig normal! Ihr tut etwas Gutes! Ihr denkt an die Zukunft und über euch hinaus! Denn das ist ein wesentlicher Punkt, der in der Erziehung und in den Medien heute gerne vernachlässigt wird: Eine Haltung und eine Lebensweise, die entgegen dem so genannten Mainstream eben nicht nur um sich selbst und höchstens noch um die engste angehörige Personengruppe kreist, sondern die über sich selbst hinausgeht. Eine Haltung, die neue Horizonte erschließt und letztendlich über diese Horizonte hinausgeht, jenseits von Egoismus, von rein weltlichem Denken, von rein materiellen Dingen.


Die Aufgabe der Vermittlung einer solchen Haltung liegt in der Familie, in der Schule und in der Kirche. Junge Menschen brauchen glaubwürdige Vorbilder, die mit Begeisterung vorleben, welche Kraft der christliche Glaube hat, wie wahr und schön er ist, wie viel Gutes man damit anderen Menschen geben kann. Ein Ausdruck dieses Glaubens ist eben auch das Eintreten für andere, die tätige Nächstenliebe in vielfältiger Form.

Ob man sein Leben Gott weiht, im sozialen Bereich arbeitet, Baykleidung sortiert, Schwangere begleitet, Kinderfreizeiten betreut, ob man Artikel schreibt oder in einer Suppenküche hilft: Alle Tätigkeiten sind sichtbare Belege für die Wirksamkeit eines tiefen Glaubens. Dieses Vorbild wirkt auch in der säkularen Welt und wirkt dort manchmal mehr als jedes Gespräch und jede Diskussion über den Glauben.

Diese Vermittlung an junge Menschen ist jedoch nur möglich, wenn die erwachsenen Vorbilder in allen Bereichen selbst begeistert und mitreißend wirken, wenn fundiertes Glaubenswissen vermittelt wird und das Brennen für den Glauben sichtbar ist.

Wir rufen daher die erwachsenen Christen auf, den Aufbau dieser besseren Welt glaubwürdig vorzuleben und weiterzutragen. Wir brauchen mutige, gebildete, engagierte Eltern und Lehrkräfte, wir brauchen begeisterte Geistliche.

Wir brauchen Vorbilder, die all dies auf normale Art und Weise einfach tun, damit die Jugend dieses Vorbild aufnehmen und selbst verwirklichen kann und damit das christliche Wirken auch in der heutigen Gesellschaft wieder so normal wird, wie es eigentlich ist.

Peter Seewald: ´Warum ich noch in der Kirche bin´


Bischof Heinz Josef Algermissen, Predigt zur Eröffnung des Kongresses des ´Forums deutscher Katholiken´



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