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Vertrautheit

26. September 2017 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: in das Haus Jesu eintreten, dessen Atmosphäre leben und bei ihm bleiben und sein Wort hören. Wer im Haus des Herrn lebt, ist frei, wer in Vertrautheit mit ihm steht, ist frei. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln“ (Lk 8,19-21).

„Wer das Wort Gottes hört, setzt es in die Praxis um“: auf diesem Grundsatz basiert für Jesus der Begriff der Familie. Diese Familie, so die erste Beobachtung von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 25. Woche im Jahreskreis, „ist weiter als jene, in der der Mensch geboren wird“. Im Tagesevangelium sei es der Herr, der jene, die ihn umgäben und ihm bei seiner Verkündigung zuhörten, „Mutter“, „Brüder“ und „Familie“ nenne.

Dies lasse „an den Begriff der Vertrautheit mit Gott und mit Jesus denken“, so Franziskus, was etwas mehr sei als Jüngerschaft oder Freundschaft. Diese Vertrautheit sei weder eine formale noch eine höfliche Haltung. Noch weniger handle es sich um eine „diplomatische“ Haltung. Was also, so die Frage des Papstes, „bedeutet dieses Wort, das die geistlichen Väter der Kirche so oft gebraucht und gelehrt haben?“.


Vertrautheit bedeute vor allem, „in das Haus Jesu eintreten: in jene Atmosphäre eintreten, jene Atmosphäre leben, die im Haus Jesu herrscht. Dort leben, betrachten, frei sein, dort. Denn die Kinder sind frei, wer im Haus des Herrn lebt, ist frei, wer in Vertrautheit mit ihm steht, ist frei. Die anderen sind, um ein Wort der Bibel zu gebrauchen, die ‚Kinder der Sklavin’ (vgl. Gal 4,31), sagen wir es so, sie sind Christen, wagen es aber nicht, sich zu nähern, sie wagen es nicht, diese Vertrautheit mit dem Herrn zu haben, und immer ist da eine Distanz, die sie vom Herrn trennt“.

Doch wie die großen Heiligen lehrten, bedeute die Vertrautheit mit Jesus auch, „bei ihm zu sein, auf ihn zu blicken, sein Wort zu hören, versuchen, es in die Praxis umzusetzen, mit ihm zu sprechen“. Und das Wort, das Gebet sei wichtig, unterstrich der Papst: „jenes Gebet, das man auch unterwegs betet: ‚Nun, Herr, was denkst du?’. Das ist die Vertrautheit, nicht wahr? Immer. Die Heiligen hatten sie. Die heilige Therese, das ist schön, weil sie sagte, dass sie den Herrn überall fand, sie war überall mit dem Herrn vertraut, auch zwischen den Töpfen in der Küche. So war sie“.

Schließlich bestehe die Vertrautheit in einem „Bleiben“, in einem Verharren in der Gegenwart Jesu, wie er selbst beim Letzten Abendmahl geraten habe, oder wie es auch der Beginn des Johannesevangeliums in Erinnerung rufe, als Johannes der Täufer erkläre: „‚Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt’. Und Andreas und Johannes folgten Jesus nach“ und „blieben jenen ganzen Tag bei ihm“ (vgl. Joh 1,36.40).

Erneut betonte der Papst, dass dies die Haltung der Vertrautheit sei, nicht jene einfach „gute“ Haltung der Christen, die aber auf Abstand gingen, „du dort, ich hier“. So bat Franziskus abschließend einen jeden:

„Geben wir dieser Haltung der Vertrautheit mit dem Herrn den Vorzug! Jener Christ mit seinen Problemen, der den Bus, die U-Bahn nimmt und in seinem Inneren mit dem Herrn spricht oder wenigstens weiß, dass der Herr auf ihn blickt, dass er ihm nahe ist: das ist die Vertrautheit, das ist die Nähe, das heißt es, sich der Familie Jesu zugehörig zu fühlen. Wir wollen um die Gnade für uns alle bitten, um die Gnade, zu verstehen, was Vertrautheit mit dem Herrn bedeutet. Der Herr schenke uns diese Gnade“.

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