Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. Bätzing gegen Papst Leo
  5. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  6. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  7. Der anderskatholische Papstkritiker
  8. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. „Wir werden erwartet“
  11. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  12. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  13. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  14. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  15. Drei Stunden im Fegefeuer

Macron bei Ausstellungseröffnung: Nahost-Christen unterstützen

30. September 2017 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Präsidenten Frankreichs und Libanons eröffneten Großschau "Christen des Ostens: 2.000 Jahre Geschichte" am Pariser Institut der arabischen Welt/IMA.


Paris (kath.net/ KAP)
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat seine Unterstützung für die Christen des Orients bei der Eröffnung der Ausstellung "Christen des Ostens - 2.000 Jahre Geschichte" am Pariser Institut der arabischen Welt (IMA) betont. Unter Hinweis auf die alten Verbindungen zwischen den Christen des Ostens und Frankreichs bekräftigte Macron am Montagabend, dass Paris an ihrer Seite bleiben werde und betonte, dass für den Nahen Osten "die Forderung, dass jeder frei nach seinem Glauben leben können soll", verteidigt werden müsse, wie die Zeitung "La Croix" am Mittwoch berichtete. "Wir haben diesbezüglich eine ruhmreiche Vergangenheit, und diese verpflichtet uns", sagte er. An der Eröffnung nahm auch der libanesische Präsident Michel Aoun teil.

Die medial viel gelobte Ausstellung ist bis 14. Jänner zu besichtigen. Sie zeichnet an Hand von Kunstwerken, von denen die meisten noch nie in Europa zu sehen waren, die Geschichte des Christentums im Nahen Osten nach.

Der Präsident des IMA, Jack Lang, sprach von einer "Weltpremiere". Zum ersten Mal seien die orientalischen Christen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die im Hinblick auf Reichtum und Zahl von noch nie gezeigten Exponaten zu den kulturellen Großereignissen der Gegenwart zähle. Das IMA, das sich dem "Kampf gegen die Unwissenheit und die falschen Klischees" verschrieben habe, öffne mit dieser Ausstellung seine Tore dem orientalischen Christentum, das ein wesentlicher Bestandteil der arabischen Welt sei, so Lang.


Im Interview mit dem Sender "France24" erinnerte Msgr. Pascal Gollnisch, Direktor des kirchlichen Hilfswerks "Oeuvre d'Orient", daran, dass das Evangelium im heutigen Frankreich in den frühen Jahrhunderten des Christentums von orientalischen Christen verkündet worden sei. Das Mönchtum des Westens sei von den ägyptischen und syrischen Wüstenvätern inspiriert. Auch die christliche Liturgie stamme aus dem Orient. Wörtlich fügte Gollnisch hinzu: "Wir sehen die orientalischen Christen heute als Verfolgte, was stimmt, als Migranten, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, was nicht falsch ist. Aber manche Leute wollen sie als fünfte Kolonne des Westens im Orient darstellen, was absurd ist. Sie sind seit 2.000 Jahren im Orient zu Hause, sie sind die ursprünglichen Bewohner."

Einfluss dauerte in osmanischer Zeit fort

Eine der Kuratorinnen der Ausstellung, Elodie Bouffard, erläuterte vor Journalisten das Gestaltungsprinzip der Exposition. Es gehe darum, ein Gesamtbild der Geschichte des orientalischen Christentums über 2.000 Jahre hinweg zu zeichnen. Das Publikum könne an Hand der Exponate - von den berühmten Fresken der Hauskirche in Dura Europos bis hin zu einer kompletten Bibel in aramäischer Sprache - gleichsam mitverfolgen, wie sich dank der Klöster, der Pilgerfahrten und der Verehrung der Märtyrer das Christentum rasch ausgebreitet habe.

Auch die islamische Eroberung habe diese Ausbreitung zunächst nicht stoppen können. Erst viel später sei durch die diskriminierende Behandlung der Christen und Juden als "Dhimmi" ("Schutzbefohlene" bzw. "Bürger zweiter Klasse") der Anteil der Christen an der Bevölkerung der nahöstlichen Gebiete gesunken.

In osmanischer Zeit habe der kulturelle Einfluss der orientalischen Christen angedauert, betonte Bouffard, die zweieinhalb Jahre an der Vorbereitung der Ausstellung gearbeitet hat. Eine besondere Rolle hätten die orientalisch-christlichen Kaufleute gehabt, die in den wichtigen Städten der Levante ihre Kontore unterhielten. Diese gebildete Händlerklasse habe auch eine kulturelle Brückenfunktion wahrgenommen und etwa den Buchdruck im Nahen Osten etabliert. Am Ende des 19. Jahrhunderts hätten diese Christen dann in der "Nahda", der literarischen und kulturellen Renaissance der arabischen Welt, eine zentrale Rolle gespielt.

In der Ausstellung wird auch die Gegenwart der orientalischen Christen ins Bild gebracht. So sammelte der Libanon-Referent des "Oeuvre d'Orient", Vincent Gelot, Zeugnisse der orientalischen christlichen Gemeinschaften, die ihre Treue zum Evangelium oft mit dem Martyrium bezahlen mussten. Diese Zeugnisse, die den ganzen nahöstlichen Raum und Zentralasien umfassen, sind nicht nur in der Ausstellung zu sehen, sie erschienen zugleich als Buch unter dem Titel "Chretiens d'Orient".

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  2. UN-Experten: Christliche Frauen und Mädchen in Nigeria besonders von Gewalt bedroht
  3. Bischof Robert Barron: Krieg gegen Christen ist real – Welt darf nicht länger schweigen
  4. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  5. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  6. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  7. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  8. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  9. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich
  10. Mexiko: Historiker fordern mehr Bewusstsein für Cristero-Krieg







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  3. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  4. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  5. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  6. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  7. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  8. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  9. NGO nach Massaker an Christen in Äthiopien: "Welt darf nicht wegsehen"
  10. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  11. Karmelitinnen in Pennsylvania bauen von Hand ein Kloster für 1.000 Jahre
  12. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  13. „Wir werden erwartet“
  14. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  15. Papst in seinem ersten Reiseziel Uruguay gelandet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz