30 September 2017, 11:30
Vatikan-Zeitung auf Distanz zu Katalonien-Referendum
 
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"Osservatore Romano" betont unter Verweis auf Spanische Bischofskonferenz Notwendigkeit eines politischen Dialogs "in vollem Respekt vor der Verfassung".

Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Kurz vor dem umstrittenen Referendum über eine Unabhängigkeit Kataloniens zeigt die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" Distanz zu dem Vorhaben. In einem Beitrag auf der Titelseite der Freitagsausgabe zitierte die Zeitung eine Umfrage der größten spanischen Zeitung "El Pais", wonach eine Mehrheit der Katalanen die von der Zentralregierung in Madrid als illegal bezeichnete Volksabstimmung am Sonntag als rechtlich nicht gültig betrachtet. Gleichzeitig sind 82 Prozent der Meinung, dass ein zwischen den Konfliktparteien vereinbartes gesetzliches Referendum die beste Lösung für die Krise sei. Notwendig sei also ein politischer Dialog, hieß es im "Osservatore", der dazu explizit auf die Forderung der Spanischen Bischofskonferenz nach einem "Dialog in vollem Respekt vor der Verfassung" verwies.

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Die Vatikanzeitung dokumentierte zudem die am Mittwoch veröffentlichte Stellungnahme der Bischöfe vollständig in einer italienischen Übersetzung. Darin raten die Bischöfe den Regierungsbehörden, Parteien und anderen Organisationen wie auch den Bürgern von "unumkehrbaren und folgenschweren" Diskussionen und Handlungen ab, die einen Bruch innerhalb von Familien, der Gesellschaft und der Kirche zur Folge hätten. Dies entspreche auch dem erklärten Wunsch der katalanischen Bischöfe, betonte die Stellungnahme.

Während die Bischöfe die spanische Zentralregierung und die separatistische Regionalregierung in Barcelona baten, nicht weiter den Weg der Konfrontation zu gehen, stellten sich vergangene Woche mehr als 400 katalanische Priester und Diakone öffentlich hinter das geplante Referendum. Spaniens Regierung reagierte darauf mit einem formellen Protest durch ihren Botschafter beim Heiligen Stuhl.

Die katalanische Regionalregierung von Carles Puigdemont will am 1. Oktober gegen den Willen der spanischen Zentralregierung und ungeachtet eines vom Verfassungsgericht ausgesprochenen Verbots ein Referendum über die Unabhängigkeit durchführen. Die Regierung in Madrid versucht, die Öffnung der Wahllokale zu verhindern. Sie ließ 2,5 Millionen Stimmzettel Stimmzettel beschlagnahmen und geht juristisch gegen lokale Politiker vor. Die Polizeiaktionen zur Verhinderung des Referendums führen seit Wochen zu großen sozialen Spannung mit Demonstrationen.

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