03 Dezember 2017, 11:00
Familienverband begrüßt Steuerbonus für Kinder
 
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Verbandspräsident Trendl kontert Ökonom Schulmeister: "Familien würden nicht erst ab 2.500 Euro Brutto davon profitieren"

Wien (kath.net/KAP) Eine stärkere Berücksichtigung der Kinder im Steuerrecht wäre nach Ansicht des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ) jedenfalls keine "Umverteilung nach oben": Mit dieser Kritik am Ökonomen Stephan Schulmeister, Mitinitiator der Initiative "Christlich geht anders", hat sich Verbands-Präsident Alfred Trendl in einer Aussendung vom Donnerstag zu Wort gemeldet. Verschiedene Politikziele und Politikfelder dürften nicht undifferenziert vermischt werden, mahnte Trendl.

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Schulmeister hatte die Notwendigkeit eines gut funktionierenden Sozialstaates hervorgehoben, zugleich aber auch vor geplanten Umverteilungen zugunsten der steuerzahlenden Familien gewarnt, wie etwa vor dem Steuerbonus für jedes Kind. Trendl begrüßte das Regierungsvorhaben hingegen ausdrücklich als "steuerliche Familienmaßnahme" und widersprach Schulmeister auch inhaltlich vehement: Seine Aussage, Familien würden erst ab einem Gehalt von 2.500 Euro vom Steuerbonus profitieren, sei "schlichtweg falsch" und durch eine Steuerberechnung widerlegbar.

Es sei zudem realitätsfremd, "Familien mit einem Einkommen von 2.500 Euro Brutto als Gutverdiener zu bezeichnen, ohne zu berücksichtigen, wie viele Menschen von diesem Einkommen leben", mahnte Trendl. Viele seien in der Situation, Alleinverdiener mit zwei Kindern und einem Brutto-Einkommen von 2.500 Euro zu sein - von dem rund 1.800 Euro im Monat blieben. "Hier von Gutverdienern zu sprechen ist fast schon zynisch. Natürlich gehören diejenigen entlastet, von deren Einkommen mehrere Menschen leben", so der Familienverbands-Präsident. Es dürfe keine "Neiddebatte auf Kosten der Familien" geführt werden.

Nicht übersehen dürfe man nach den Worten des Familienverbands-Präsidenten auch, "dass es eine Reihe von Familien gibt, die überhaupt erst durch die Einkommensteuer in die Armutsgefährdung rutschen". Trendl: "Natürlich muss die Benachteiligung aufgrund sozialer Unterschiede abgefangen werden! Beim Steuerbonus geht es aber um die horizontale Steuergerechtigkeit, und hier dürfen Familien nicht gegeneinander ausgespielt werden." Österreich habe bei steuerlichen Maßnahmen für Familien Österreich großen Nachholbedarf, wir liegen im OECD-Vergleich auf einem der letzten Plätze, so Trendl.

Es sei die wichtigste Aufgabe des Sozialstaats, "jene zu unterstützen, die - aus welchem Grund immer -, selber kein ausreichendes Einkommen erzielen", stellte der Familienverbands-Präsident außer Diskussion, und appellierte an die neue Regierung, dieser Aufgabe weiterhin nachzukommen: "Insbesondere Kinderarmut dürfen wir nicht zulassen!"

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