22 Dezember 2017, 20:00
Jesus, an Deiner Krippe stehen wir
 
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Gehen wir zur Krippe und beten den an, der sich nicht gescheut hat, als kleines Baby in die Zeit zu kommen, das mit weltlichen Augen betrachtet so hilflos und klein ist - BeneDicta am Freitag von Linda Noe

Linz (kath.net)
Weihnachten, beinahe schon sind wir angekommen. „Zweimal noch schlafen“, stellen die Kinder zufrieden, mit Blick auf die zur Neige gehende Schokolade im Kalender, fest. Der Advent-kürzer als in diesem Jahrt geht es nicht- in unserer Familie wie immer auch noch gefüllt mit Geburtstagsparties, neben Schul- und Kindergartenfeiern, Weihnachtsmusicals, Vorspielstunden in der Musikschule....
..und einer schönen kleinen Pilgerfahrt mit Familie und Freunden nach Mariazell zur „Magna Mater Austriae“ über den 8. Dezember. Für uns kein kleiner Aufwand für ein Adventwochenede, wenn die Kinder in Vorfreude auf den oft ersten Schnee des Jahres, den sie dort genießen dürfen, dann auch noch sämtlicher Ski- und Rodelausrüstung einpacken wollen.

Ich war ein bisschen müde gewesen und hätte auch nichts gegen eine ruhige Zeit zuhause gehabt, aber wir haben uns aufgemacht, und ich habe mich bemüht, das nicht nur äußerlich zu tun, sondern auch das Herz auf den Weg zu bringen und in Erwartung zu halten für das, was Gott uns schenken möchte. Ich hatte den Eindruck, dass besonders viele Leute in diesem Jahr nach Mariazell gepilgert waren. Weihnachtsmarkt, Kirche und Beichtstühle waren voll, wildes Schneetreiben, Gedränge in den Gaststuben und Lebkuchenbackstuben.

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Wie schön war es zu erleben, dass wir als Familie dann auch wirklich Zeit und Ruhe für das gemeinsame Gebet finden konnten - keine Selbstverständlichkeit für eine Familie mit (Klein-)Kindern, nicht einmal auf Pilgerreise, genauso wenig wie es selbstverständlich ist, zu Weihnachten Frohsinn im Herzen zu haben, so naheliegend es auch scheinen mag. Immer müssen wir uns doch im Glauben und Vertrauen selbst aufmachen und Seine Stimme tatsächlich hören wollen.

Eine kleine zeichenhafte Sternstunde war es für mich, als ich mit den müden Kindern auf dem Weg vom Rodeln ins Gasthaus auf einmal noch auf dem Herzen hatte, einen weiteren kleinen Besuch beim Gnadenaltar zu machen, und genau in dieser Minute und an diesem besonderen, heiligen Ort unter den vielen Menschen auf einmal meine Freundin vor mir stehen hatte: „Hast du meine Nachricht doch gelesen?“ fragte sie mit überraschtem Gesichtsausdruck. „Nein...“ Ich hatte keine Gelegenheit gehabt auf mein Handy zu sehen in den letzten Stunden. Wir hatten uns vorgenommen gehabt, gemeinsam für ein wichtiges Anliegen zu beten, und es in all dem Trubel noch nicht geschafft, uns dafür zu verabreden. Da standen wir also nun, irgendwie zusammengeführt, in stiller, erwartungsvoller Freude, und brachten mit umso mehr Vertrauen unsere gemeinsamen Bitten zu Gott.

Viele von Ihnen, liebe Leser, werden schon eine ganze Weile mit dem Herrn auf dem Weg sein und viele Male im Glauben das Weihnachtsfest gefeiert haben. Vielleicht haben Sie ein schönes Jahr mit neuen Aufbrüchen hinter sich, vielleicht gab und gibt es aber auch sehr schwere Zeiten und Anliegen, die sie mittragen, große Sorgen, oder auch Enttäuschung, Müdigkeit, Verlassenheit, das Gefühl, dass in Kirche und Welt sich nichts zum Besseren wandelt.
Mein Anliegen ist es, uns alle noch einmal vor Weihnachten an diese entschiedene und hoffnungsvolle, große, Erwartung zu erinnern, mit der wir auf Christus schauen sollen. Gott will und braucht diese Haltung um uns beschenken zu können. Und die Hoffnung beginnt in dunkler Nacht, in der man mit den natürlichen Augen absolut nichts sehen kann, denken wir an die Hirten am Feld! Als ich im Gebet um Inspiration für diese Kolumne so kurz vorm Weihnachtsfest gebeten habe (was könnte ich denn noch zu diesem Thema sagen, was nicht bereits hundertfach und viel schöner gesagt worden ist?), schlug ich folgendes Wort aus dem Hebräerbrief auf, das so gut zu dem passte, was ich auf dem Herzen hatte: „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.“ (Hebr 11,1) und in Vers 6 heißt es dann: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (Gott) zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird.“

Wir müssen in dieser Überzeugung fest bleiben, dass Gott, der Vater, der Allmächtige, alles in Händen hat, dass Er auch heute machtvoll zu uns kommen will und kommt, dass wir niemals dem Bösen Raum geben dürfen, in dem wir innerlich klein beigeben und Hoffnung und Herz sinken lassen, egal wie schwierig viele Umstände auch sein mögen – und das gilt auch und erst recht für innerhalb der Kirche. Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht! Wir sehen nicht alles, auch als gläubige Menschen nicht! Lassen wir uns davon nicht entmutigen. Wenn wir zu Ihm kommen wollen, müssen wir glauben und Ihn auch in diesem Glauben bitten.

AUFGRUND des Glaubens erkennen wir, dass aus dem Unsichtbaren das Sichtbare entstanden ist, heißt es weiter im Hebräerbrief, und ab Vers 32 sagt uns Paulus, dass er gar nicht aufzählen kann, welche wunderbare Dinge alle samt und sonders AUFGRUND des Glaubens geschehen sind: Königreiche wurden besiegt, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, Feuersglut gelöscht; sie sind scharfen Schwertern entgangen; sie sind stark geworden, als sie schwach waren; sie sind im Krieg zu Helden geworden und haben feindliche Heere in die Flucht geschlagen....

Ich glaube, dass Gott uns gemessen an unserer Erwartung und unserem Vertrauen wieder vermehrt Seine spürbare Gegenwart schenken wird. Es gibt viel Aufbruch im Glauben in Europa und anderswo, spüren Sie das? In den weltlichen Medien lesen wir nichts davon, er scheint dort nicht zu existieren. Darüber dürfen wir uns nicht wundern. Schauen wir aber nicht zu viel auf das Böse, das sich gern riesig und jedermann sichtbar aufbläst um uns zu hypnotisieren wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern erheben wir ganz schlicht, aber mit Nachdruck unsere Herzen für die Feier von Weihnachten in dieser heiligen Nacht. Wenn wir das „Gloria“ hören machen wir uns mit den Hirten gemeinsam auf, treffen neu die Entscheidung, Gott und Seiner Verheißung zu glauben, auch wenn wir dieses Fest schon oft gefeiert haben, auch wenn wir uns vielleicht aus dem Natürlichen heraus wenig erwarten. Gehen wir zur Krippe und beten den an, der sich nicht gescheut hat, als kleines Baby in die Zeit zu kommen, das mit weltlichen Augen betrachtet so hilflos und klein ist. Dessen machtvolle Gegenwart als König sich aber demjenigen erschließt, der sich mit gläubigem Herzen nähert. Und sogar um diesen Glauben dürfen wir Ihn bitten, wenn wir manchmal mit nichts kommen können, außer mit unserem Willen.

Jesus, an Deiner Krippe stehen wir. Du bist unser Gestern, Heute und Morgen, unser Alpha und Omega, der siegreiche Herr, vor dem sich jedes Knie beugen wird. In der Gewissheit Deines vollkommenen Sieges über den Bösen können wir ruhigen Herzens ohne Streit und Lärm, im Vertrauen auf Deine Güte und mit Autorität in Dir, für all unsere Anliegen und unsere Familien und Freunde beten. Um diese Zuversicht und eine wunderbare Begegnung mit Christus, unserem Herrn, an diesem Fest bitte ich auch für jeden von Ihnen, die wir in Christus zusammengehören, für jede Situation.

Mögen wir Ihm alle im kommenden Jahr 2018 näher kommen und dazu beitragen, dass Sein Wille auf Erden geschieht. GESEGNETE WEIHNACHTEN!

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