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Die Gnade des kohärenten Christseins

16. Februar 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus in Santa Marta: wahres Fasten löst die Fesseln des Unrechts und führt dazu, den anderen zu helfen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Konsequent fasten, nicht um sich dabei sehen zu lassen und die anderen zu verachten oder unter Streit und Zank. In seiner Predigt bei der heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag nach Aschermittwoch warnte der Papst vor einem Fasten, das nicht kohärent ist, und mahnte dazu, sich zu fragen, wie wir mit den andere umgehen. Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 58,1-9a) stelle hierbei heraus, worin das Fasten bestehe, das der Herr wolle: „die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen“ (V. 6).

Das Fasten sei eine der Aufgaben der Fastenzeit, so Franziskus: „Wenn du zu keinem völligen Fasten imstande bist, dem Fasten, das dich den Hunger bis auf die Knochen verspüren lässt, dann halte ein demütiges, aber echtes Fasten“, forderte der Papst. Jesaja unterstreiche die vielen Widersprüchlichkeiten bei der Ausübung der Tugend: sich um eine Geschäfte kümmern, um das Geld, währen das Fasten dagegen ein wenig darin bestehe, sich etwas zu entledigen; die Arbeiter antreiben und dabei vielleicht dem Herrn danken, fasten zu können: ‚die Ärmsten, so Franziskus, „sie müssen fasten, weil sie nichts zu essen haben – und du verachtest sie sogar“. Buße tun in Frieden „du kannst nicht einerseits mit Gott sprechen und andererseits mit dem Teufel: das ist inkonsequent“:


„Fastet nicht, wie ihr es heute tut, so dass ihr dort oben euren Lärm hören lässt, das heißt: wir fasten, wir sind katholisch, wir praktizieren. Ich gehöre zu jener Vereinigung, wir fasten immer, wir tun Buße. Aber: fastet ihr konsequent oder tut ihr inkonsequent Buße, wie der Herr sagt, mit Lärm, damit sie alle sehen und sagen: ‚Was ist das doch für ein guter Mensch, was ist das doch für ein guter Mann, was ist das doch für eine gute Frau...’? Das ist ein Trick. Das heißt es, die Tugend zu verfälschen, zu schminken“.

Es sei also schon richtig, dass man sich „schminken“ müsse, doch dies müsse ernst sein, mit dem Lächeln, um nicht sehen zu lassen, das man Buße tue. Faste, „um den anderen zu helfen, aber immer mit einem Lächeln!“. Das Fasten bestehe auch in der Selbsterniedrigung, und diese werde verwirklicht, wenn man an seine Sünden denke und den Herrn um Vergebung bitte: „wenn aber diese Sünde, die ich begangen habe, bekannt werden würde, wenn sie in die Zeitung käme – was für eine Schande!“ – „Ja, schäme dich!“, so der Papst, der dazu aufforderte, die Fesseln des Unrechts zu lösen:

„Ich denke an die vielen Hausangestellten, die ihr Brot mit ihrer Arbeit verdienen: sie werden gedemütigt, verachtet... Nie habe ich es auch nur einziges Mal vergessen, als ich als Kind in das Haus eines Freundes ging. Ich sah, wie die Mutter der Hausangestellten eine Ohrfeige gab. 81 Jahre... das habe ich nicht vergessen. ‚Nein, Pater, ich ohrfeige nie’ – ‚Wie aber behandelst du sie? Wie Personen oder wie Sklaven? Zahlst du ihnen den gerechten Lohn, gibst du ihnen Urlaub, ist sie eine Person oder ein Tier, das dir im Haus hilft?’. Denkt nur an das. In unseren Häusern, in unseren Einrichtungen, da sind derartige Menschen. Wie verhalte ich mich gegenüber der Hausangestellten bei mir zuhause, mit den Hausangestellten, die im Haus sind?“.

Der Papst erwähnte ein weiteres Beispiel aus seiner persönlichen Erfahrung. Als er einmal mit einem Mann gesprochen habe, der seine Hausangestellten ausgebeutet habe, habe ihn Franziskus verstehen lassen, dass es sich dabei um eine schwere Sünde handle, denn „sie sind wie wir Bild Gottes“, während jener Mann behauptet habe, dass sie „geringere Leute“ seien.

Das Fasten, das der Herr wolle, bestehe auch darin, „dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen“ (V. 7). Heute, so Franziskus, „diskutiert man darüber, ob wir denen, die kommen und darum bitten, ein Dach über dem Kopf geben“.

Abschließend mahnte der Papst dazu, Buße zu tun, ein wenig den Hunger zu verspüren, mehr zu beten und sich zu fragen, wie man sich den anderen gegenüber verhalte:

„Kommt mein Fasten dazu, den anderen zu helfen? Wenn es nicht dazu kommt, dann ist es ‚aus, dann ist es widersprüchlich und bringt dich auf den Weg eines Doppellebens. Ich tue so, als sei ich Christ, richtig... wie die Pharisäer, wie die Sadduzäer. Aber in meinem Innern – da bin ich es nicht. Demütig um die Gnade der Kohärenz bitten. Die Kohärenz. Wenn ich etwas nicht tun kann, dann tue ich es nicht. Aber: es darf nicht in Widersprüchlichkeit getan werden. Nur das tun, was ich tun kann, aber mit christlicher Kohärenz. Der Herr schenke uns diese Gnade“.

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