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Schweizergarde will Elektroschockpistolen einführen

22. Juni 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Sprecher Breitenmoser gegenüber Kathpress: Geeignetes Mittel, um in einer konkreten Angriffssituation "das eigene Leben zu schützen und das des Täters"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Nach der vatikanischen Gendarmerie plant auch die Schweizergarde die Einführung von Elektroschockpistolen. Der Führungskader der päpstlichen Armee sei bereits an den neuartigen Waffen ausgebildet, sagte der Sprecher der Garde, Urs Breitenmoser, der Nachrichtenagentur Kathpress am Mittwoch in Rom. Eine Anschaffungsgenehmigung durch das vatikanische Staatssekretariat stehe noch aus.

Als mögliches Einsatzgebiet nannte Breitenmoser an erster Stelle den Patrouillendienst. Die sogenannten Taser geben über abgeschossene Elektroden starke Stromimpulse ab, die bei der Zielperson eine zeitweilige Muskelstarre auslösen. Breitenmoser betonte, es handle sich um eine nicht-tödliche Waffe. Man sehe darin ein geeignetes Mittel, um in einer konkreten Angriffssituation "das eigene Leben zu schützen und das des Täters".


Ob die Taser auch beim Personenschutz des Papstes zum Einsatz kommen könnten, wollte der Sprecher nicht präzisieren. Generell gelte es, gegenüber Angreifern die Verhältnismäßigkeit zu wahren. "Bei potenziellen Tötungsmitteln müssen wir entsprechend reagieren", sagte Breitenmoser. In einer Menschenmenge wie etwa bei einer Generalaudienz Schusswaffen zu benutzen, habe mit Blick auf die Gefährdung Unbeteiligter und eine mögliche Massenpanik "keinen Sinn".

"Wir sind nicht in einem Kriegsgebiet", betonte der Gardesprecher. Im Vatikan sehe er keine konkrete Bedrohung. "Das bedeutet nicht, dass wir nicht vorbereitet sind", fügte er hinzu. Grundsatz sei jedoch, bei Zwischenfällen zuerst eine Deeskalation zu versuchen. Die päpstlichen Personenschützer erledigten ihre Aufgabe "ruhig, entspannt und auch im Gebet".

Italienische Medien berichteten am Wochenanfang, die vatikanische Gendarmerie habe Taser-Waffen bereits in Dienst gestellt. Die Gendarmerie wie auch das vatikanische Presseamt lehnten jegliche Auskünfte ab. Auch zu der Frage, ob das neue System etwa konventionelle Schusswaffen ersetzen solle, wollte sich der Vatikan nicht äußern.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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