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Die Stille der Wahrheit und das Geschrei der wütenden Herzen

3. September 2018 in Aktuelles, 72 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: der wütenden Hundemeute derer, die nur nach Skandal trachten und auf Spaltung aus sind, muss mit Schweigen und Gebet entgegnet werden. Es ist der Teufel, der die Lüge in das Herz der Menschen aussät. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am Fest des heiligen Papstes Gregors des Großen nahm Papst Franziskus nach der langen Sommerpause die Feier der heiligen Messen in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ wieder auf. Das Tagesevangelium vom Montag der 22. Woche im Jahreskreis (Lk 4,16-30) stand im Mittelpunkt der Predigt des Papstes. Franziskus unterstrich, dass der Lust auf Skandal und Spaltung allein durch Schweigen und Stille entgegnet werden kann.

„Die Wahrheit ist sanft, die Wahrheit ist still“, so Franziskus. Dies gelte gegenüber den Menschen, die nur auf der Suche nach Skandal und Spaltung seien. Der einzige gangbare Weg sei jener des „Schweigens“ und des Gebets. Jesus werde in Kafarnaum voller Verdacht aufgenommen. So gestatte es sein Wort, „über die Art des Handelns im alltäglichen Leben nachzudenken, wenn sie Missverständnisse einstellen“. Gleichzeitig könne verstanden werden, „wie der Vater der Lüge, der Ankläger, der Teufel wirkt, um die Einheit einer Familie, eines Volkes zu zerstören“.


Jesus komme zur Synagoge und werde voll Neugier empfangen. Alle möchten mit ihren eigenen Augen die großen Werke sehen, zu denen er an anderen Orten fähig gewesen sei. Doch der Sohn des himmlischen Vaters nutze allein „das Wort Gottes“. Dies sei seine Gewohnheit auch, wenn er „den Teufel besiegen will“.

Gerade diese Haltung der Demut schaffe Raum für das erste „Brücken-Wort“, ein Wort, das Zweifel säe, das zu einer Veränderung der Atmosphäre führe: „vom Frieden zum Krieg, vom Staunen zur Entrüstung“. Mit seinem Schweigen besiege Jesus „die wilden Hunde“, er besiege „den Teufel, der die Lüge in den Herzen ausgesät hatte“:

„Das waren keine Personen, das war ein Rudel wilder Hunde, das ihn aus der Stadt jagte. Sie dachten nicht, sie schrien. Jesus schwieg. Sie brachten ihn an den Abhang des Berges und wollten ihn hinabstürzen. Dieser Abschnitt aus dem Evangelium endet so: ‚Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg’. Die Würde Jesu: mit seinem Schweigen besiegt er jene wilde Meute und geht weg. Denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Dasselbe wird am Karfreitag geschehen: die Leute, die am Palmsonntag ein Fest für Jesus gefeiert und gerufen hatten: ‚Gesegnet bist du, Sohn Davids’, riefen nun ‚kreuzigt ihn’: sie hatten sich verändert. Der Teufel hatte die Lüge in ihren Herzen ausgesät, und Jesus schwieg“.

Das lehre uns eines: wenn sich diese Art des Handelns einstelle, die Wahrheit nicht zu sehen, dann bleibe nur das Schweigen:

„Das Schweigen, das siegt, doch durch das Kreuz. Das Schweigen Jesu. Doch wie viele Male beginnen in den Familien Diskussionen über Politik, Sport, Geld, und nacheinander enden jene Familien dabei, zerstört zu werden, in diesen Diskussionen, in denen zu sehen ist, dass der Teufel da ist, der sie zerstören will... Schweigen. Sagen, was man zu sagen hat, und dann schweigen. Denn die Wahrheit ist mild, die Wahrheit ist still, die Wahrheit macht keinen Lärm. Es ist nicht leicht, was Jesus getan hat. Doch da ist die Würde des Christen, die in der Kraft Gottes verwurzelt ist. Mit den Menschen, die keinen guten Willen haben, mit den Menschen, die nur auf der Suche nach dem Skandal sind, die nur Spaltung suchen, die nur auf Zerstörung aus sind, auch in den Familien: Schweigen, und Gebet“.

Der Papst beendete seinen Betrachtungen mit einem Gebet:

„Der Herr schenke uns die Gnade, zu unterscheiden, wann wir reden müssen und wann wir schweigen müssen. Und das im ganzen Leben: bei der Arbeit, zuhause, in der Gesellschaft... im ganzen Leben. So werden wir mehr Nachahmer Jesu sein“.

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